Nach einem drastischen Zuschauereinbruch bei der traditionsreichen Nachrichtensendung 60 Minutes
am 25. Oktober 2026 hat sich CBS News Chefredakteurin Bari Weiss erstmals öffentlich zu den sinkenden Quoten geäußert. Auf einer Branchenkonferenz erklärte die 42-Jährige, dass Einschaltquoten nicht ihre oberste Priorität seien.
Quotensturz ohne Football-Vorlauf und Quervergleich mit Vorjahren
Die jüngsten Nielsen-Zahlen, die vom Branchenblatt Variety veröffentlicht und von weiteren Medien wie der Theguardian bestätigt wurden, zeichnen ein düsteres Bild für das Flaggschiff von CBS. Die sechste Episode der aktuellen Staffel erreichte am Sonntag lediglich 5,64 Millionen Zuschauer. Damit verzeichnete die Sendung eines der kleinsten Publikum im Laufe von Jahren, wie die Berichte betonen.
The final viewership numbers for this past Sunday’s episode of 60 Minutes were actually a bit lower than the fast numbers: 6.061 million average total viewers.That makes it the lowest rated fourth episode of a 60 Minutes season this century https://t.co/0T3Ms1SnQv
Besonders gravierend fiel der Rückgang in der für Werbetreibenden besonders wichtigen Altersgruppe der 25- bis 54-Jährigen aus. Lediglich 558,000 Zuschauer in dieser Demografie schalteten ein. Selbst Sendungen wie The Price Is Right
und America’s Funniest Home Videos
zogen in dieser werberelevanten Zielgruppe mehr Zuschauer an als die traditionsreiche Nachrichtensendung. Im Vergleich zur gleichen Woche des Vorjahres, die von einem starken Football-Vorlauf profitierte, brach das Gesamtpublikum um 60 Prozent ein, während die werberelevante Zielgruppe einen dramatischen Verlust von 81 Prozent verzeichnete, wie aus den von Yahoo und dem The Daily Beast zitierten Daten hervorgeht. Seit dem Jahr 2000 war eine sechste Episoden-Ausstrahlung der Sendung nie unter die Marke von 7 Millionen Gesamtzuschauern oder 1 Million in der werberelevanten Zielgruppe gefallen.
Bari Weiss kontert Kritik auf Tech-Gipfel
Angesprochen auf die schrumpfende Zuschauerschaft während eines Auftritts bei einem Branchengipfel, den das Tech-Portal The Information organisierte, wiegte die im Vorjahr installierte Chefredakteurin die Bedenken ab. Die von Paramount Skydance eingesetzte Journalistin hatte zuvor keine professionelle Erfahrung im Fernsehnachrichtenwesen gesammelt. Auf die Frage, ob sie auch an der Spitze von CNN interessiert sein könnte, entgegnete sie, dass sie sich auf die Arbeit bei CBS News konzentrieren wolle.

Bari Weiss erklärte laut The Guardian: Ich könnte niemals etwas aufbauen, wenn ich mich auf die genaue Zahl der Menschen konzentrieren würde, die zufällig an einem bestimmten Sonntag auf den zweiten Beitrag bei 60 Minutes schalten.
Trotz der sinkenden Zahlen und interner Kontroversen hält Weiss an ihrer Linie fest. Sie beschrieb die Gesamtverfassung der Sendung als äußerst gut
(laut Yahoo) und erklärte, sie wolle sich von Störgeräuschen nicht ablenken lassen. Ihre Strategie bestehe darin, die Scheuklappen aufzusetzen, den Lärm auszublenden und sich auf die Arbeit zu konzentrieren, da sie nichts für die bloße Beliebtheit tue.
Early ratings reports put audience for this past Sunday's telecast of 60 Minutes at about 5.7M, a low for the current season that has sparked chatter internally at CBS. Numbers may change w/final report later today and Fox had an NFL game opposite telecast, but that # is tough
Umwälzungen hinter den Kulissen und personelle Umbesetzungen
Der Quotenrückgang fällt in eine Phase massiver interner Veränderungen. Im späten Mai hatte Weiss das Format runderneuert, wobei unter anderem die langjährigen Executive Producer Tanya Simon den Posten räumen musste und durch den Journalisten Nick Bilton ersetzt wurde. Zudem trennte sich der Sender von prominenten Korrespondenten wie Scott Pelley, Cecilia Vega und Sharyn Alfonsi.
Kritiker innerhalb und außerhalb des Senders machen diese radikalen Umbauten sowie eine vermeintlich politisch veränderte Ausrichtung für die Entfremdung des Publikums verantwortlich. So berichtete die Daily Kos, dass die Neuausrichtung zu stark polarisiere. Dennoch profitierte die Sendung in den Wochen zuvor gelegentlich von NFL-Spielen; so zog eine Ausgabe Anfang Oktober noch über 10 Millionen Menschen vor die Bildschirme, wie der Theguardian anmerkt.
