In der portugiesischen Küstenstadt Setúbal sorgt der Fund der zwei Brüder Zacharie (3) und Barthélémy (5) für Entsetzen. Nachdem die Kinder in einem Waldgebiet nahe Comporta allein zurückgelassen wurden, rettete Bäcker Alexandre Quintas die verängstigten Jungen. Die Mutter und ihr Partner befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Die Rettung aus der portugiesischen Wildnis
Die Bedingungen, unter denen die beiden kleinen Jungen in der Wildnis überleben mussten, waren lebensgefährlich. Laut einem Bericht von BILD irrten die Brüder bei Temperaturen von etwa 30 Grad allein durch das Gestrüpp entlang der Nationalstraße N253. Die Umgebung war geprägt von Moskitos, Wildschweinen und einer völligen Abwesenheit von Gehwegen oder Licht.
Die Rettung erfolgte durch einen glücklichen Zufall. Der 51-jährige Bäcker Alexandre Quintas war auf dem Weg zu seiner Backstube, als die Kinder auf sein Fahrzeug zuliefen. Die Jungen trugen Rucksäcke, die lediglich Wasser, Kekse und Kleidung enthielten.
„Zwei Kinder hier? Verloren?

Die Kinder gaben an, ihre Mutter habe sie in das Waldgebiet gebracht und ihnen die Augen verbunden, um ein „Spiel“ zu spielen. Als sie die Augenbinden abnahmen, war die Mutter verschwunden. Quintas brachte die sichtlich verstörten Jungen in seine Bäckerei, wo seine 76-jährige Mutter, Eugenia Quintas, versuchte, die Kinder mit Essen wie Keksen und Schokolade zu beruhigen.
Nachdem die Polizei alarmiert worden war, wurden Zacharie und Barthélémy zur medizinischen Untersuchung in das Krankenhaus von Setúbal gebracht. Ein Detailbericht von 20 Minuten bestätigt, dass die Behörden später auch die Zeichnungen der Kinder sicherstellten, die diese während der Wartezeit angefertigt hatten.
Ein gezielter Versuch der Unzurechnungsfähigkeit
Während die Kinder in Sicherheit waren, geriet das soziale Umfeld der Brüder ins Kreuzfeuer der Ermittlungen. Die mutmaßlichen Verantwortlichen – eine 41-jährige Sexualtherapeutin und ihr 55-jähriger Partner, ein ehemaliger Polizist – wurden festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.

Die Vorwürfe wiegen schwer, doch das Verhalten der Verdächtigen vor Gericht hat die Ermittler besonders befremdet. Wie Blick berichtet, legten die beiden vor dem Haftrichter einen höchst bizarren Auftritt hin, der offenbar darauf abzielte, die Behörden zu täuschen.
Die Mutter begann plötzlich zu singen, während der Ex-Polizist lautstark rief: „Je vous aime“. Ein portugiesischer Polizist, der Französisch spricht, berichtete, er habe im Gespräch der beiden den Satz gehört, sie müssten verrückt wirken, um als unzurechnungsfähig eingestuft zu werden. Diese mutmaßliche Inszenierung deutet darauf hin, dass die Aussetzung der Kinder kein impulsiver Akt, sondern eine kalkulierte Tat war.
Die rechtliche Ungewissheit für den leiblichen Vater
Die Frage, wer die Sorge für Zacharie und Barthélémy übernimmt, bleibt hochkomplex. Der leibliche Vater der Jungen reiste umgehend nach Portugal, um seine Söhne abzuholen. Er hatte die Kinder und die Mutter bereits am 11. Mai als vermisst gemeldet und Anzeige wegen Kindesentführung erstattet.

Trotz seines Einsatzes steht er vor erheblichen rechtlichen Hürden. Da das Sorgerecht bisher bei der Mutter lag, verfügt der Vater laut aktuellen Informationen lediglich über eingeschränkte Besuchsrechte unter Aufsicht.
Die Behörden befinden sich nun in einem intensiven Prüfprozess. Es muss geklärt werden, ob der Vater in der Lage ist, den Kindern ein sicheres und stabiles Umfeld zu bieten. Erst wenn diese Voraussetzungen im Sinne des Kindeswohls zweifelsfrei erfüllt sind, kann über eine Übergabe der Brüder entschieden werden. Bis dahin verbleiben die beiden Jungen in einer Pflegefamilie.
- **Aktueller Aufenthaltsort:** Pflegefamilie
- **Medizinischer Status:** Umfassend untersucht im Krankenhaus Setúbal
- **Rechtlicher Status der Eltern:** Untersuchungshaft
- **Nächste Schritte:** Prüfung der Stabilität des leiblichen Vaters durch portugiesische Behörden