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Technik und Wissenschaft

Apple plant offenbar erstes MacBook Pro mit Touchscreen

Apple hat die Medien zu einem Produkterlebnis unter dem Titel „Pro and Tell“ am 28. Oktober 2026 nach Los Angeles eingeladen, wo das Unternehmen laut Medienberichten erstmals einen MacBook Pro mit Touchscreen und OLED-Display präsentieren wird. Damit bricht der Konzern mit einer jahrzehntelangen Firmenphilosophie, die Touch-Bedienung an Laptops bisher strikt ablehnte.”

Die Veranstaltung findet am 28. Oktober um 13 Uhr Ortszeit in Los Angeles statt, wie unter anderem The Verge berichtet. Die Einladung trägt den prägnanten Slogan High-end arena, masters only, der von Marketingchef Greg Joswiak über soziale Medien verbreitet wurde. Im Gegensatz zu traditionellen Apple Keynotes ist für den Termin in Kalifornien vorerst kein öffentlicher Livestream geplant.

Vom Widerstand zur Kehrtwende: der Touchscreen bricht mit alten Prinzipien

Die Einführung eines berührungsempfindlichen Displays im Mac-Portfolio steht im direkten Widerspruch zu einer der berühmtesten Positionen der Apple-Historie. Auf der Back to the Mac-Veranstaltung im Oktober 2010 hatte der damalige CEO Steve Jobs berührungsempfindliche Notebooks aus ergonomischen Gründen vehement abgelehnt.

Steve Jobs erklärte: „Berührungsflächen wollen nicht vertikal sein. Das ist zwar eine tolle Demo, aber nach kurzer Zeit stellt sich Ermüdung ein, und nach längerer Zeit fällt einem der Arm ab; das funktioniert nicht. Es ist ergonomisch furchtbar.

Oled macbook pro could cost more what gurman s power on
Foto: zeera wireless

Auch spätere Führungsriegen hielten an dieser Linie fest. Tim Cook verglich die Verschmelzung von Tablets und PCs einmal mit der Kombination aus einem Toaster und einem Kühlschrank. Früher Marketingchef Phil Schiller und Softwarechef Craig Federighi äußerten ebenfalls öffentlich Vorbehalte, wobei Schiller betonte, dass die Instinkte des Unternehmens gegen einen Touchscreen am Mac sprachen. Das ursprüngliche Surface Pro ging am 9. Februar 2013 für 899 US-Dollar an den Start. Im Jahr 2014 wurde das Surface Pro 3 als Tablet vermarktet, das einen Laptop ersetzen kann. TechCrunch kritisierte das Konzept von Windows 8 seinerzeit kritisch mit der Annahme, dass Touch und traditionelle Desktop-Formate relativ inkompatibel seien, und Computerworld berichtete im August 2013, dass Nutzer Microsoft spüren ließen, dass sie Touchscreen-PCs ablehnen. Selbst das zwischen 2016 und 2021 verbaute Touch Bar blieb eine Kompromisslösung ohne echten Durchbruch. Mit der bevorstehenden Präsentation wird diese jahrzehntelange Restriktion nun offiziell beerdigt. Die Änderung erkennt an, dass viele Anwender durch iPhones, iPads und Apple Watches die Flexibilität schätzen, Inhalte direkt auf dem Bildschirm zu berühren und zu bewegen.

OLED-Technologie, Dynamic Island und das neue Interaktionskonzept

Das neue Flaggschiffmodell soll in den Bildschirmgrößen 14 Zoll und 16 Zoll auf den Markt kommen und ein spürbar leichteres Gehäuse erhalten. Das 14-inch-Modell wiegt etwa 3,6 Pfund beziehungsweise 1,62 Kilogramm, während die 16-inch-Variante fast 5 Pfund beziehungsweise 2,15 Kilogramm auf die Waage bringt. Erstmals zieht damit ein OLED-Display in ein Apple-Notebook ein, während Berichte zeigen, dass OLED-Notebook-Panels im Jahr 2026 voraussichtlich um 50 Prozent zulegen, während mini-LED-Sendungen sinken. Laut Recherchen von Bloomberg-Reporter Mark Gurman, die von BigGo Finance zusammengefasst wurden, wird das Gerät auch eine Dynamic Island anstelle der bisherigen Notch aufweisen.

Apple plant offenbar erstes MacBook Pro mit Touchscreen
Foto: The Verge

Unter der Haube setzen die Touch-Modelle nach Berichten von Memeburn auf bewährte Spitzenprozessoren: Zum Einsatz kommen die im März eingeführten Chips M5 Pro und M5 Max. Während der neue M6-Chip parallel im Einstiegsbereich des regulären 14-Zoll-MacBook-Pro sowie im neuen iMac debütieren soll, konzentriert sich die Touch-Variante auf Leistung und High-End-Ausstattung im obersten Preissegment. Die Mac-Nettoumsätze des Unternehmens lagen im Geschäftsjahr 2025 bei 33,708 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 12 Prozent im Jahresvergleich entspricht und rund 8,1 Prozent des Gesamtumsatzes von 416,161 Milliarden US-Dollar ausmacht.

Preissprung durch OLED und Komponentenknappheit

Mit der neuen Display- und Gehäusetechnologie geht ein erheblicher Preisanstieg einher. Das entspräche einem Aufschlag von 12 bis 20 Prozent im Vergleich zu den bisherigen mini-LED-Modellen mit M5 Pro, deren Preise bei 2,499 US-Dollar (14 Zoll) beziehungsweise 2,999 US-Dollar (16 Zoll) beginnen.

Apple Event Leak | MacBook Pro mit OLED kommt!

Mark Gurman beschreibt die Preisgestaltung kurz vor der Veröffentlichung schlick als signifikanten Aufschlag und bezeichnete eine frühere geschäftliche Entscheidung im Rahmen von Vorbestellungen als großen Fehler. Das neue Touch-Gerät wird demnach als absolute Luxusklasse über dem bestehenden Pro-Lineup positioniert.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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