Deutsche Skirennfahrerin Emma Aicher hat beim alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden am 24. Oktober 2026 den dritten Platz im Riesenslalom belegt und damit erstmals in ihrer Karriere in dieser Disziplin das Podest erreicht, während Mikaela Shiffrin nach einem Patzer im Finallauf auf Rang sieben zurückfiel.
Emma Aicher überrascht auf dem Rettenbachferner
Im Zielraum auf dem Rettenbachferner herrschte am Samstag pure Erleichterung. Mit einer furiosen Aufholjagd vom neunten Zwischenrang nach dem ersten Durchgang raste Emma Aicher auf den dritten Platz des Riesenslaloms. Die 22-Jährige, die im Vorjahr in Sölden noch den 28. Platz belegt hatte, verbuchte damit das beste Ergebnis ihrer Karriere in ihrer schwächsten Disziplin. Damit hätte ich gar nicht gerechnet
, gestand die DSV-Athletin nach dem Rennen.
Traditionell beginnt der Skiwinter im Oktober in Sölden. Emma Aicher hat offenbar im Sommer eifrig Riesenslalom trainiert – so gut wie zum Weltcup-Auftakt war sie in dieser Disziplin noch nie. Link in X-Bio. pic.twitter.com/iYeV1DoZyV
— https://x.com/derspiegel/status/2113991443295732084
Kurz vor dem Saisonstart am 24. und 25. Oktober 2026 war die Allrounderin vom SC Mahlstetten bei der offiziellen DSV-Wintereinkleidung auf dem adidas Campus „World of Sports“ in Herzogenaurach für den Winter ausgestattet und zusammen mit Linus Straßer als C-Kader-Athletin beziehungsweise im Rahmen der Ehrungen für den Skisport ausgezeichnet worden. Im Beisein von rund 700 Aktiven, Betreuern und Funktionären bei dem Event, das auch das 50-jährige Bestehen der Zusammenarbeit zwischen adidas und dem Deutschen Skiverband feierte, blickte die Athletin auf eine starke Vorsaison zurück. Nach ihrer überragenden Vorsaison, in der sie unter anderem zwei olympische Silbermedaillen eingefahren hat, war sie in den Tagen vor dem Sölden-Rennen immer wieder mit Fragen nach ihren Chancen im Kugel-Kampf konfrontiert worden.”
Das Resultat bringt der Allrounderin nicht nur den ersten Podestplatz im Riesenslalom ein, sondern schließt auch die letzte Lücke in ihrer Statistik: Nun stand die gebürtige Schwedin im Weltcup in allen vier Disziplinen auf dem Treppchen. ARD-Experte Felix Neureuther äußerte sich begeistert über die Athletin: Es ist unfassbar. Sie macht Dinge, die kannst du nicht lernen.
Zudem schilderte er über ihr außergewöhnliches Talent, dass sie die nötige Lockerheit einfach besitze.
Paula Moltzan triumphiert vor Lara Colturi und Mikaela Shiffrin
Aicher folgte mit einem Rückstand auf den Bronzerang, nachdem sie als 21. von 30 Starterinnen in den entscheidenden zweiten Durchgang gegangen war.

Große Dramaturgie spielte sich an der Spitze nach dem ersten Durchgang ab. Shiffrin büßte im Finale an Boden ein und musste sich nach Fehlern mit dem siebten Rang begnügen, womit ihr 111. Weltcupsieg vorerst ausblieb. Die österreichische Vorjahressiegerin Julia Scheib schied nach einem Sturz im ersten Durchgang aus. Das deutsche Aufgebot in Sölden komplettierten neben Aicher auch Lena Dürr mit der Startnummer 22, Kira Weidle-Winkelmann, Jana Fritz und Fabiana Dorigo. Im Endergebnis belegte Lena Dürr den 22. Platz, während Kira Weidle-Winkelmann auf Rang 26 einlief.
| Platz | Name | Nation | Zusatz |
|---|---|---|---|
| 1 | Paula Moltzan | USA | Erster Sieg im Riesenslalom |
| 2 | Lara Colturi | Albanien | Startet für Albanien |
| 3 | Emma Aicher | Deutschland | Erstes Riesenslalom-Podest |
| 7 | Mikaela Shiffrin | USA | Nach Führung zurückgefallen |
Der Kampf um die große Kristallkugel und das Medaillenziel im Februar
Bereits im Vorfeld der Saison war Aicher in den Medien immer wieder als potenzielle Anwärterin auf die Nachfolge von Maria Höfl-Riesch – die in der Saison 2010/11 als bislang letzte Deutsche den Gesamtweltcup gewinnen konnte – und den Gewinn der großen Kristallkugel gehandelt worden. Cheftrainer Andreas Puelacher äußerte sich ebenfalls zu den Aussichten der deutschen Athletin. Auch Ski-Rentnerin Maria Höfl-Riesch äußerte sich im Bayerischen Rundfunk erfreut und erklärte, sie drücke Aicher die Daumen, dass sie gesund bleibt und im Kampf um den Gesamtweltcup ganz vorne mitmischt.

Das Drumherum war mir wurscht.
Emma Aicher, Skirennfahrerin
Auch die Athletin selbst winkte bei Fragen nach einer Favoritenrolle ab und verwies darauf, dass sie sich lediglich auf sich selbst konzentrieren wolle, da sie den Rest ohnehin nicht beeinflussen könne. Die ARD übertrug das traditionelle Auftaktwochenende in Sölden am Samstag ab 10 Uhr live im Ersten. Der nächste Formtest im Weltcup steht für die Technikerinnen Mitte November im finnischen Levi an, wo der erste Slalom des Winters auf dem Programm steht. Der Saisonhöhepunkt folgt im Februar mit der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft im schweizerischen Crans-Montana.
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