Ein Frachtflugzeug von Amazon Prime Air ist am Sonntag, den 6. September 2026, am Miami International Airport über eine Landebahn hinausgeschossen. Dabei starben mindestens fünf Menschen, fünf weitere wurden verletzt. Die National Transportation Safety Board untersucht nun den Unfallort und die geborgenen Flugschreiber.
Am Sonntagnachmittag des 6. September 2026 ereignete sich am Miami International Airport im US-Bundesstaat Florida eine folgenschwere Katastrophe. Ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 767, das im Auftrag von Amazon Prime Air unterwegs war, überrollte bei der Landung die Runway 30. Die Maschine kam in einem angrenzenden Feld zum Stehen und fing Feuer. Bei dem Unglück kamen fünf Menschen ums Leben, während fünf weitere Verletzte in umliegende Krankenhäuser eingeliefert wurden.
Bergung der Blackbox und erste Ermittlungsansätze der NTSB in Miami
Die National Transportation Safety Board übernahm umgehend die Untersuchung vor Ort. Chair Jennifer Homendy bestätigte am Montag, dass Ermittler sowohl den Stimmenrekorder im Cockpit als auch den Flugdatenschreiber erfolgreich geborgen haben. Beide Geräte wurden für eine detaillierte Analyse an Speziallabore in Washington übergeben.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die 32 Jahre alte Maschine mit einer Geschwindigkeit von rund 129 Meilen pro Stunde über das Ende der Start- und Landebahn hinausgerast sein könnte. Laut den Aufzeichnungen prüfen die Ermittler, ob die Flugbesatzung es versäumt hatte, die Schubumkehr rechtzeitig zu aktivieren. Das Flugzeug durchbrach die Flughafeneinfriedung und prallte auf einer belebten Anrainerstraße in mehrere Fahrzeuge, darunter einen Personentransporter mit sieben Insassen.
Rettungseinsatz und Zerstörung nahe der Avenue
Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettungsdienste rückten zu dem Großeinsatz aus. Miami-Dade County Sheriff Rosie Cordero-Stutz sowie der Leiter der Feuerwehr, Raied Jadallah, beschrieben die Lage vor Ort als äußerst komplex. Die Einsatzkräfte mussten nicht nur gegen heftige Triebwerksbrände und ein Kerosinleck kämpfen, sondern auch eine aufwendige technische Rettung durchführen.

„A complex situation extrication with our technical rescue teams started to occur. In addition to that, we had a complex fire, engine compartments that were on fire — including a search and rescue of the pilot and copilot who were trapped in this aircraft“
Raied „Ray“ Jadallah, Miami-Dade Fire Rescue Chief
Feuerwehrleute retteten den Piloten und den Co-Piloten aus dem stark beschädigten Cockpit. Mehrere Personen waren in ihren Autos eingeschlossen und mussten mithilfe von Spezialgerät befreit werden. Von den fünf verletzten Personen wurden drei in kritischem Zustand in lokale Traumazentren gebracht.
Reaktionen von Amazon und dem Betreiber 21 Air
Das verunglückte Frachtflugzeug stammte aus San Juan in Puerto Rico und wurde von der in North Carolina ansässigen Fluggesellschaft 21 Air betrieben. 21 Air CEO Keith Winters äußerte sich tief bestürzt über den Vorfall.

„We’re devastated by the accident involving one of our aircraft.“
Keith Winters, CEO von 21 Air
Auch vonseiten des Online-Handelsriesen Amazon gab es eine offizielle Stellungnahme. Amazon-Sprecherin Kelly Nantel erklärte, das Unternehmen trauere um die Opfer und kooperiere vollumfänglich mit allen zuständigen Behörden.
„We’re heartbroken to learn that five people lost their lives in today’s incident at Miami International Airport. Our deepest sympathies go out to the families, loved ones, and all those affected by this devastating loss. The airplane, which was operated by 21 Air, was attempting to land when this incident occurred. We’re working closely with local authorities and officials to learn more and will cooperate fully with any investigation“
Kelly Nantel, Amazon
Auswirkungen auf den Flugverkehr und nächste Schritte der Untersuchung
Das Unglück führte am Sonntag zu einer rund dreistündigen Vollsperrung des Flughafens und der Schließung aller vier Start- und Landebahnen. Obwohl zwei Runways mittlerweile wieder freigegeben wurden und die Bodenstopps aufgehoben sind, kam es auch am Folgetag zu erheblichen Verzögerungen und Flugstreichungen. Fluggesellschaften wie American Airlines reagierten mit flexiblen Umbuchungsregeln auf das Chaos.
Die Untersuchung konzentriert sich neben der Crew-Aktion auf Wetterbedingungen wie starke Winde und nasse Pistenverhältnisse sowie auf die Frage, ob die fehlende Installation von Notbremsbetten an dieser Piste den Ausgang des Unfalls beeinflusst hat. Ein erster offizieller Zwischenbericht der Bundesbehörden wird binnen dreißig Tagen erwartet.
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