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Aleksandar Vučić und Viktor Orbán nach Wahlen abgewählt

Serbien und Ungarn erleben historische politische Umbrüche, nachdem sowohl Aleksandar Vučić als auch Viktor Orbán innerhalb von Monaten nach jahrelanger Regierungszeit abgewählt wurden. Tech-sávvy Jugendbewegungen und strategische Kooperationen zwischen Aktivisten beider Länder brachten die langjährigen Staatschefs zu Fall, während nun mögliche Korruptionsverfahren drohen.

Die politischen Landschaften in Südost- und Osteuropa sind in Bewegung geraten. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić räumte am Sonntagabend um genau 21:30 Uhr seine Niederlage ein, während der ungarische Premierminister Viktor Orbán bereits im April eine ähnliche Niederlage gegen die Tisza-Partei von Péter Magyar hinnehmen musste. Beide nationalen Führungspersönlichkeiten schienen lange Zeit unanfechtbar und prägten ihre Staaten über ein beziehungsweise anderthalb Jahrzehnte.

Wahlerfolg der serbischen Student List nach massiver Wahlbeteiligung

Getragen von einer hohen Wahlbeteiligung von 69 Prozent in Serbien und 79 Prozent in Ungarn, gelang es tech-affinen jungen Wählern in beiden Ländern, das politische Establishment herauszufordern. Die serbische Student List, angeführt von Ilija Srdanović, errang aus dem Stand 140 Sitze im 250-köpfigen Parlament in Belgrad. Damit spiegelt sich exakt das numerische Ergebnis wider, das auch die Tisza-Partei zuvor im ungarischen Parlament mit 140 Sitzen bei 199 Abgeordneten erzielt hatte.

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Der entscheidende Funke für die Protestbewegung in Serbien entzündete sich am 1. November 2024. Damals stürzte der Vordachbereich des Bahnhofs von Novi Sad ein – ein Desaster, bei dem 16 Menschen starben. Korruption und massive Nachlässigkeit wurden als Hauptursachen ausgemacht, was die serbische Studentenschaft auf die Barrikaden brachte und eine breite gesellschaftliche Dynamik entfachte.

Ungarische Aktivisten unterstützen den serbischen Wahlerfolg

Hinter den Kulissen griffen die Bewegungen auf gemeinsame Taktiken zurück. Die ungarische Bürgerinitiative DE entsandte im Vorfeld 70 Wahlbeobachter in die nordserbische Provinz Vojvodina, um gemeinsam mit serbischen Studenten in Wahllokalen präsent zu sein. Bereits im Sommer hielten die Aktivisten Workshops ab, um Methoden zur Betrugsbekämpfung zu teilen. Ein zentraler Ansatz war dabei das Aufspüren sogenannter infizierter Wahldistrikte, in denen bei vergangenen Wahlen Auffälligkeiten bezüglich Wählereinschüchterung oder Kettenwahlverfahren registriert worden waren.

Telefonate in der Wahlnacht und drohende Korruptionsverfahren

Über den Ablauf des Abends kursieren bemerkenswerte Details. Es gab Spekulationen, wonach Aleksandar Vučić seinen ungarischen Amtskollegen Orbán am Sonntagabend gleich zweimal kontaktiert haben soll, um Rat einzuholen – einmal kurz vor seinem Geständnis und ein weiteres Mal um 23:15 Uhr. Während Vučić ein Gespräch vor seiner Ankündigung abstreitet, räumt er die spätere Unterhaltung ein. Berichten zufolge soll Orbán seinen Verbündeten davon überzeugt haben, keine Gewalt anzuwenden.

Mit dem Sturz von Orbán (63) und Vučić (56) drohen beiden Politikern nun Ermittlungen. Beide könnten wegen Korruption und Machtmissbrauchs strafrechtlich verfolgt werden. Die juristischen Behörden in beiden Ländern weisen strukturelle Ähnlichkeiten auf: Serbiens Sonderstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität (JTOK) und Ungarns neu geschaffene Spezialeinheit der Staatsanwälte (NVVH) verfügen über vergleichbare Befugnisse, die für künftige Untersuchungen von Bedeutung sein könnten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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