Forscher nutzen Roboter und Künstliche Intelligenz, um rund 70 Millionen Naturkundeprodukte aus britischen Sammlungen in einem großen digitalen Museum zu vereinen. Das von der UK Research and Innovation Agency finanzierte Projekt mit dem Namen DiSSCo UK soll das Verständnis der Tier- und Pflanzenwelt drastisch beschleunigen.
Wissenschaftler in ganz Großbritannien greifen auf Künstliche Intelligenz und Roboter zurück, um eine riesige digitale Sammlung von Millionen naturhistorischen Exponaten aufzubauen.
Bislang sind einige Exponate auf einer Datenbank abrufbar, die jedoch nur einen Bruchteil der nationalen Bestände abdeckt und überwiegend aus größeren Einrichtungen wie dem Natural History Museum und den Royal Botanic Gardens in Kew stammt. Neue Fördermittel sollen nun Schubladen und Schränke in Museen, botanischen Gärten und Universitäten im ganzen Land öffnen.
Wie Roboter und Künstliche Intelligenz die Digitalisierung beschleunigen
Das Einscannen der oft jahrhundertealten Exemplare ist eine aufwendige Aufgabe. Jedes Stück muss fotografiert werden, und auch die winzigen, oft handschriftlichen Etiketten mit wichtigen wissenschaftlichen Daten müssen erfasst werden. Sarah Addezio, die Programm-Lieferdirektorin von DiSSCo UK, erklärte, dass diese Arbeit manuell Hunderte von Jahren in Anspruch genommen hätte. Durch den Einsatz von Technologie lässt sich der Prozess nun auf ein Jahrzehnt verkürzen.
An dem Projekt sind insgesamt einhundert Museen, botanische Gärten, Universitäten und andere Organisationen beteiligt. Dr.
Der Fokus auf Insekten, Pflanzen und historische Funde
In der Eröffnungsphase, die in Wales und Scotland beginnt, stehen nicht die größten Tiere wie Wale oder Dinosaurier im Vordergrund. Stattdessen werden Käfer, Schmetterlinge, Motten, Fliegen sowie gepresste Blumen und Farne digitalisiert. Diese kleineren Materialien liefern oft die besten Aufzeichnungen darüber, wie sich die Landschaft im Laufe der Zeit verändert hat.
In Cardiff scannt das Team rund eine halbe Million Insekten- und Pflanzenexemplare.
Jede Sammlung ist einzigartig.
Jenny Geroni, Leiterin für Naturwissenschaften und Forschung am Museum Wales
In Scotland bewahren der Royal Botanic Garden Edinburgh und die National Museums Scotland gemeinsam mit 50 kleineren schottischen Sammlungen 13 Millionen Exemplare auf, die zwei Jahrhunderte des Wandels in verschiedenen Landschaften dokumentieren. Die Datenbank macht künftig sowohl ungewöhnliche Kreaturen wie den blinden Stativfisch als auch historische Stücke wie einen von Charles Darwin um 1833 im Nordosten Argentiniens geborgenen Pferdezahn öffentlich zugänglich.
Forschung und Prognosen für die Zukunft
Jedes Museumsexemplar dient als Momentaufnahme der Vergangenheit. Die neue Initiative soll es Forschern erleichtern, diese Millionen von Puzzleteilen zusammenzusetzen, um zu verstehen, wie sich die Erde entwickelt hat. Dr. Vincent Smith, Forschungsleiter am Natural History Museum in London, erklärte, dass das digitale Museum die Forschung zur natürlichen Welt maßgeblich beschleunigen werde.
Letztlich soll das System Forschern nicht nur helfen nachzuvollziehen, wie sich das Vereinigte Königreich über die gesamte Geschichte unseres Planeten hinweg verändert hat, sondern auch zukünftige Veränderungen beim Klima, den Nahrungsmittelvorräten und dem Artensterben vorhersagen.
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