Sean McVay hat sich öffentlich für einen ungewohnt kurzen und abrupten Auftritt nach der knappen 30:26-Niederlage der Los Angeles Rams gegen die Denver Broncos entschuldigt.
Ein ungewohnt kurzer Auftritt und harte Kritik der Medien
Die 30:26-Niederlage der Los Angeles Rams bei den Denver Broncos am Sonntagabend brachte die Mannschaft nach einer verspielten 16-Punkte-Halbzeitführung auf eine Bilanz von einem Sieg und zwei Niederlagen. Rams-Cheftrainer Sean McVay betrat das Podium unmittelbar nach Spielende und beendete seine Medienrunde bereits nach rund 90 Sekunden beziehungsweise knapp zwei Minuten. Damit verließ er den Raum, bevor der Großteil der akkreditierten Journalisten überhaupt die Möglichkeit hatte, Fragen zu stellen.
Besonders die betreuenden Reporter des Teams zeigten sich verärgert über dieses Vorgehen. Nate Atkins von The Athletic machte seinem Frust auf X Luft und erklärte, er habe in der Liga noch nie erlebt, dass ein Cheftrainer den Presseraum bereits zehn Minuten nach dem Schlusspfiff verlässt, noch bevor die Medien richtig mit der Befragung beginnen konnten.
Die Reaktion der PR-Abteilung und die Erklärung zum Zeitplan
Der Streit verlagerte sich rasch in die sozialen Medien. Artis Twyman, der Vizepräsident für Kommunikation der Rams, widersprach der Darstellung des Journalisten öffentlich und wies darauf hin, dass im Presseraum angekündigt werde, dass Medienvertreter, die an der Pressekonferenz teilnehmen möchten, bereits zur Fünf-Minuten-Marke eintreffen müssen. Wer stattdessen bis zum Spielende auf der Pressetribüne bleibe, komme naturgemäß zu spät.

Atkins hielt dagegen, dass das Verbleiben auf der Pressetribüne bis zum Spielende und das anschließende Erscheinen im Presseraum dem üblichen, wöchentlichen Ablauf bei jedem NFL-Spiel entspreche. McVay selbst gilt in der Liga für gewöhnlich als extrem medienfreundlich, weshalb die Auseinandersetzung zwischen der Pressestelle und den Beat-Reportern umso ungewöhnlicher wirkte.
Sean McVays Entschuldigung am Tag danach
Bereits am Montag stellte sich McVay den Fragen der Journalisten und räumte ein, dass die Situation unglücklich verlaufen war. Er betonte, dass keinerlei böse Absicht dahintersteckte und verwies auf ein organisatorisches Missverständnis bezüglich des Zeitplans sowie auf eine kurze Pause im Raum, die das Ende der Medienrunde signalisiert habe.
Sean McVay sagte laut Yahoo und The California Post: „Es tut mir leid, dass ich euch gestern verpasst habe… Es war nie meine Absicht, eure Fragen zu verpassen.
In einer weiteren Stellungnahme, die über ein Transkript des Teams verbreitet wurde, ging McVay näher auf die Hintergründe ein. Er verwies auf die enorme emotionale Anspannung nach einer solchen Partie – zu der auch eine strittige Pass-Interference-Entscheidung gehörte, die eine Interception der Rams annullierte und kurz darauf zum spielentscheidenden Touchdown von Broncos-Quarterback Bo Nix führte.

Sean McVay sagte: „Ich verstehe meine Rolle und meine Verantwortung, rede- und auskunftsbereit zu sein, egal ob nach einem Sieg oder wenn wir nicht die Ergebnisse erzielen, die wir uns wünschen. Das möchte ich zumindest anerkennen. Ich weiß, dass es bei ein paar unserer Beat-Reportern gerade – es gab eine Verwechslung beim Zeitplan, aber ich war ein paar Minuten dort drin. Es gab eine Pause bei jeglichen Fragen und offensichtlich [war es ein] emotionales Spiel. Das hat dazu geführt, aber falls es irgendeine Fehlinterpretation gab, entschuldige ich mich dafür.
Für die Rams geht der Blick nun nach vorne. Das Team steht vor einer langen Auswärtsreise, bei der am kommenden Sonntag ein schweres Spiel gegen die Philadelphia Eagles auf dem Programm steht, während McVay den Fokus nach dem Medienstress wieder komplett auf den Sport richten will.
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