Zum Inhalt springen
Sport

Österreich sucht Fußball-Visionär

Nach der Trennung von Peter Schöttel sucht der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) einen neuen Sportdirektor. Der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll strebt eine professionelle Neubesetzung ohne politische Klüngelei an. Der künftige Stelleninhaber soll eng mit Teamchef Ralf Rangnick zusammenarbeiten, während die Gerüchteküche um potenzielle Kandidaten wie Sebastian Prödl bereits auf Hochtouren läuft.

Das Ende der Ära Schöttel und die neue Anforderung

Nach neun Jahren im Amt wurde Peter Schöttel vom ÖFB verabschiedet. Die Entscheidung fiel, nachdem ÖFB-Boss Josef Pröll ein Jahr lang Gespräche über die Amtsführung des Sportdirektors geführt hatte. Im Zentrum stand dabei die zentrale Frage, wie aktiv Schöttel seine Aufgaben wahrgenommen habe. Pröll betonte, dass in Zukunft Menschen mit klaren Konzepten gesucht werden, um die Machtpolitik und Netzwerkwirtschaft der Vergangenheit zu überwinden. Der Verband bedarf nun eines Vordenkers, der durch Intelligenz und Engagement ein brillantes Konzept ausarbeitet – von der Förderung junger Talente bis hin zur taktischen Ausrichtung des Verbandes –, um nachhaltig zur internationalen Spitze aufzuschließen.

Österreich sucht den Fußball-Visionär

Die Position gilt als zentrale Scharnierstelle im österreichischen Fußball, die von der Talentausbildung bis zur Verbandstaktik reicht. Ein offizielles Ausschreibungsverfahren wird es nicht geben; der Verband setzt stattdessen auf gezielte Sondierungen. Der neue Stelleninhaber soll persönlich, fachlich und menschlich überzeugend sein und im Schnittpunkt von Breitenfußball, Bundesliga und Nationalmannschaften proaktiv und dynamisch agieren.

Die Rolle von Ralf Rangnick bei der Personalsuche

Ein entscheidender Faktor bei der Neubesetzung ist die Zusammenarbeit mit Teamchef Ralf Rangnick. Obwohl der Deutsche offiziell nur als Trainer angestellt ist, wird er in der Öffentlichkeit als Visionär wahrgenommen, der bereits jetzt strategische Impulse liefert und das große Ganze vom Nachwuchs bis zur Nationalarena im Blick hat. Josef Pröll erklärte gegenüber der Presse: „Wir wären nicht ganz bei Trost, wenn wir nicht die große sportliche Kompetenz des Herrn Rangnick anhören würden.

Der neue Sportdirektor muss sich in seiner Arbeitsweise den Vorstellungen Rangnicks anpassen. Es gibt Spekulationen darüber, ob Rangnick die Rolle als „Manager nach englischem Vorbild sogar selbst ausüben könnte, unterstützt durch einen Assistenten. Als potenzieller Kandidat für eine solche unterstützende Funktion wurde in Medienberichten häufig Sebastian Prödl genannt, der derzeit als Leiter der Nachwuchsabteilung im ÖFB engagiert ist. Prödl verstehe sich mit Rangnick, was vielen Beobachtern bereits als Qualifikation genügt.

Österreichs Fußball sucht einen Sportdirektor

Das Anforderungsprofil für den neuen Sportdirektor umfasst:

  • Fundierte Kenntnisse des österreichischen Fußballs.
  • Erfahrung in ähnlichen Positionen bei Klubs oder Verbänden.
  • Eloquenz und ein überzeugendes Auftreten.
  • Eine UEFA-Trainerlizenz wird als vorteilhaft, aber nicht zwingend bewertet.

Die Entscheidung liegt bei einem Gremium bestehend aus den Geschäftsführern Thomas Hollerer und Bernhard Neuhold sowie Josef Pröll und dessen Stellvertretern Philip Thonhauser und Johannes Wutzelhofer. Bis Jahresende soll Klarheit über den neuen Sportdirektor herrschen. Das Ziel bleibt, den Verband von der in der Vergangenheit oft praktizierten Praxis zu lösen, in der Landesfürsten ihre Liebkinder als Nachwuchs-Teamchefs parkten und mit Langzeitanstellungen versorgten. Pröll will nun verhindern, dass Entscheidungen aus Netzwerken heraus getroffen werden, in denen manche Funktionäre Wiener bevorzugen und andere Deutsche ablehnen. Machtpolitik soll der Vergangenheit angehören, stattdessen gilt das Motto: Konzepte statt Klüngelei.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.