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AGRANA erhöht EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 spürbar

Die AGRANA Beteiligungs-AG hat ihre EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr 2026|27 spürbar angehoben. Nach einem ertragsstarken Sommerhalbjahr rechnet das Management nun mit einem operativen Ergebnis zwischen 90 und 110 Millionen Euro. Treiber hinter der positiven Entwicklung ist vor allem der Geschäftsbereich Agricultural Commodities & Specialities.

Der österreichische Konzern blickt nach den ersten sechs Monaten deutlich optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr 2026|27. Da sich das Sommerhalbjahr ertragreicher als erwartet erwies, hat die Gesellschaft ihre Aussichten für das Betriebsergebnis am heutigen Tag deutlich nach oben korrigiert. An den Kapitalmärkten sorgte der Schritt unmittelbar für Kursgewinne. Zuvor hatte die Zielspanne des Vorstands bei maximal 90 Millionen Euro gelegen; zuvor wurde ein Wert in einer Bandbreite von 70 bis 90 Mio. € erwartet. Im Zuge der im ersten Halbjahr 2026|27 erzielten Ergebnisverbesserung korrigiert AGRANA die EBIT-Spanne auf einen Korridor von 90 bis 110 Mio. €. Beim Konzernumsatz wird weiterhin ein leichter Anstieg erwartet.

Ausschlaggebend für die Aufwärtskorrektur war die Ertragsentwicklung in den Monaten von März bis August. Für das komplette Geschäftsjahr 2026|27 kalkuliert AGRana mit einem Betriebsergebnis, das im starken Gegensatz zu den 3,2 Mio. € des Vorjahreszeitraums (Geschäftsjahr 2025|26) erheblich darüber rangieren soll.

Ergebnisverdopplung im ersten Halbjahr durch ACS-Segment

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres (1. März bis 31. August 2026) erzielte AGRANA ein EBIT von 63,5 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum (H1 2025|26) hatte der Konzern lediglich 28,0 Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis konnte sich damit im Vorjahresvergleich mehr als verdoppeln. Der sehr deutliche Anstieg resultiert aus der Ergebnisverbesserung im Geschäftsbereich Agricultural Commodities & Specialities (ACS). Nach Unternehmensangaben war dieser Geschäftsbereich der ausschlaggebende Faktor für die kräftige Verbesserung der Ertragskraft im ersten Halbjahr. Belastungen in anderen Teilen des Konzerns konnten dadurch abgefedert werden. Die Ergebnisstabilisierung im Geschäftsbereich ACS soll sich im zweiten Halbjahr 2026|27 fortsetzen.

Der Konzernumsatzerlös betrug im ersten Halbjahr 1.700,2 Mio. € gegenüber 1.691,6 Mio. € im entsprechenden Vorjahreszeitraum (H1 2025|26). Auch das zweite Quartal trug maßgeblich zu diesem Trend bei. Das Konzern-EBIT der AGRANA Beteiligungs-AG fiel im zweiten Quartal 2026|27 (1. Juni bis 31. August 2026) mit 28,1 Mio. € wie prognostiziert deutlich höher als im Vergleichszeitraum aus (+26,0 % gegenüber 22,3 Mio. € im Q2 2025|26).

Die deutliche Ertragssteigerung verschafft dem Unternehmen spürbaren Handlungsspielraum. Nach einer Phase, die durch verhaltene Prognosen bestimmt war, verdeutlicht die Bekanntgabe dieser Kennzahlen, dass im operativen Geschäft spürbar mehr Schwung eingekehrt ist.

Strategischer Zukauf und Reaktionen an der Börse

Parallel zur operativen Belebung treibt der Vorstand den strategischen Ausbau des Geschäfts voran. Am 9. September beschloss AGRANA den vollständigen Erwerb der Anteile an der esarom gmbh sowie deren Holding. Das Unternehmen stellt damit die Weichen für eine Stärkung des Aromengeschäfts. Die Transaktion basiert auf einem vereinbarten Unternehmenswert von rund 150 Millionen Euro, der über vorhandene liquide Mittel sowie freie Kreditlinien beglichen werden soll. Der Vollzug ist nach Kaufvertragsunterzeichnung und kartellrechtlicher Freigabe zu Beginn des Geschäftsjahres 2027|28 geplant.

An den Kapitalmärkten stieß die Prognoseanhebung auf ein positives Echo, und an der Börse griffen die Anleger am heutigen Handelstag beherzt zu. Der Kurs kletterte um 2,6 Prozent auf 11,75 Euro. Gestützt durch diesen Kursgewinn baut das Wertpapier seinen Aufwärtstrend weiter aus und entfernt sich zunehmend von dem markierten 52-Wochen-Tief bei 10,85 Euro. Die Analysten von Kepler Cheuvreux stuften die Aktie am 16. September mit „Holdund einem Kursziel von 12,0 Euro ein.

Marktumfeld und anstehender Halbjahresbericht

Bei aller Zuversicht verweist das Management auf anhaltende geopolitische Risiken. Ergänzend zum Ukraine-Krieg sorgen die seit den letzten Februartagen des Jahres 2026 aufgeflammten Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten für verstärkte Schwankungen auf den Absatzmärkten sowie für erhöhten Preisdruck im Beschaffungsbereich. Weder der genaue Umfang noch die zeitliche Dimension der finanziellen und wirtschaftlichen Nachwirkungen lassen sich verlässlich vorhersagen, was gleichermaßen für weltweite handelsbezogene Turbulenzen gilt.

AGRANA erhöht EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 spürbar
Foto: boerse.de

Der abgegebenen Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die Eskalation im Nahen und Mittleren Osten geografisch wie zeitlich eingegrenzt bleibt, die Versorgungslage bei Rohstoffen und Energie stabil ist und während des Geschäftsjahres 2026|27 keine drastischen Marktverwerfungen stattfinden. Etwaig deutliche Rohstoff- und Energiepreissteigerungen sollen in neuen Kundenverträgen weitergegeben werden.

Detaillierte Zahlen zum ersten Halbjahr und nähere Informationen zu den einzelnen Segmenten legt das Unternehmen wie geplant am 8. Oktober 2026 um 07:30 Uhr vor.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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