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Welt

Nordkorea testet koordinierte Schwarmangriffe mit Drohnen und Raketen

Nordkorea hat begonnen, koordinierte Schwarmangriffe zu erproben, bei denen unbemannte Systeme mit konventionellen Waffen kombiniert werden. Wie aus Berichten hervorgeht, adaptiert Pjöngjang damit Taktiken, die bereits in der Ukraine und im Nahen Osten zum Einsatz kommen, um die Luftverteidigung der USA und ihrer Verbünderten herauszufordern. Ein Bericht des Wall Street Journal beschreibt, dass das Land in diesem Monat erstmals eine Übung absolvierte, bei der Angriffsdrohnen, nuklearfähige Raketen, Raketenwerfer und Langstreckenartillerie auf ein einziges Ziel gerichtet wurden. Ziel dieser Manöver ist es nach Angaben staatlicher Medien, eine konzentrierte Feuerkraft zu erreichen, um gegnerische Streitkräfte strukturell und organisatorisch zu zerschlagen.

Ablauf der Übung und Reaktionen der Nachbarländer

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA teilte mit, dass das gemeinsame Feuerangriffsmanöver am 12. September 2026 stattfand und Untereinheiten aus fünf Artillerie- und Raketeneinheiten der Koreanischen Volksarmee (KPA) einbezogen waren. Zum Einsatz kamen laut Angaben neue Kampfsysteme wie verschiedene Angriffsdrohnen, taktische Marschflugkörper, großkalibrige thermobarische Mehrfachraketenwerfer und taktische Ballistikraketen. Die Übung stand unter der Aufsicht ranghoher KPA-Offizielle, darunter Pak Jong Chon als Vizevorsitzender der Zentralen Militärkommission und Yu Chang Son als Leiter des Artilleriebtriebs im Generalstab der KPA.

Südkoreas Generalstab (JCS) registrierte am selben Tag um etwa 05:20 Uhr Ortszeit den Start mehrerer kurzreichweitiger ballistischer Raketen aus dem Raum Wonsan. Diese legten eine Distanz von rund 250 Kilometern zurück, bevor sie im Meer einschlugen. Südkoreanische und US-amerikanische Behörden analysierten die technischen Daten und tauschten die Informationen mit Japan aus. Das nordkoreanische Manöver folgte unmittelbar auf das dreitägige beziehungsweise fünftägige Militärbündnismanöver Freedom Edge 26 von Japan, Südkorea und den USA, welches am 11. September 2026 endete.

Hintergründe und militärische Taktiken

Die Koordination von Drohnen, Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und Raketenartillerie erfordert eine genaue Abstimmung, da sich die Waffentypen in Geschwindigkeit, Flughöhe und Flugbahn stark voneinander unterscheiden. Während Drohnen langsam und tief fliegen, nutzen Marschflugkörper kontrollierte Tiefenflugbahnen, ballistische Raketen steile Höhentrajektorien und Raketenartillerie kürzere Distanzen. Durch die Kombination dieser Systeme sollen hochentwickelte Luftverteidigungssysteme überlastet werden, da Verteidiger gezwungen sind, ihre teuren und begrenzten Bestände an Abfangraketen schnell aufzubrauchen, was Lücken für nachfolgende Schläge mit schwereren Waffen wie taktischen Atomwaffen öffnet.

Nordkorea testet koordinierte Schwarmangriffe mit Drohnen und Raketen
Foto: aerotime.aero

Experten wie Rami Kim vom britischen International Institute for Strategic Studies (IISS) weisen darauf hin, dass die Stärkung der Drohnenkapazitäten in Verbindung mit dem nuklearen und konventionellen Raketenarsenal das militärische Gleichgewicht auf der koreanischen Halbinsel verändern könnte. Ankit Panda vom Carnegie Endowment for International Peace erklärte, dass solche Präzisionsschwarmangriffe die Kalkulation der Luftabwehr grundlegend verändern.

Technologische Modernisierung und internationale Verflechtungen

Nordkorea treibt die Modernisierung seiner Streitkräfte voran, die traditionell stark auf Ausrüstung aus der Sowjet-Ära gestützt sind. Auf einem Parteitag im Februar versprach der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un die Entwicklung neuer, KI-gestützter unbemannter Angriffssysteme. Ergänzend dazu meldeten staatliche Medien Tests von Geschossen für ein modernisiertes 240-mm-Mehrfachraketenwerfersystem mit unbemannter Präzisionslenkung sowie am 20. September den Start zweier als hyperschallfähig eingestufter Raketen.

"North Korea's Drone and Missile Swarm Attacks Increase Success Rate of Follow-up Tactical Nuclear Strikes"
Foto: news.sbs.co.kr

Analysen von Denkfabriken wie dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) verdeutlichen, dass künftige bewaffnete Konflikte maßgeblich davon abhängen werden, ob Angreifer die für multidimensionale Salven notwendigen Raketen und Drohnen schneller produzieren können, als Verteidiger ihre Abfangkapazitäten nachzubessern vermögen. Berichten zufolge wird Pjöngjangs Modernisierung auch durch eine engere Rüstungszusammenarbeit mit Russland unterstützt; so wurden nach Medienangaben Raketen nach Russland geliefert und Ingenieure zu russischen Drohnenfabriken entsandt.

⚡️🇰🇵 North Korea begins testing swarm attacks using unmanned drones and missiles. #shorts
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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