Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich seit Jahresbeginn um mehr als 70 Prozent und kostet aktuell über 105 US-Dollar je Barrel. Nun hat der Iran am Rande der UN-Generalversammlung in New York einen Sieben-Tage-Plan zur Wiederöffnung übermittelt.
Benzin und Diesel erreichen in Deutschland ein Preisniveau wie seit Jahren nicht mehr. Die Inflation zieht spürbar an, während Millionen Menschen unter den enormen Kosten für das Tanken und Heizen leiden. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch die seit sieben Monaten weitgehend blockierte Straße von Hormus, über die normalerweise rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls abgewickelt werden.
Geheim-Diplomatie in New York und der iranische Sieben-Tage-Plan
Hinter den Kulissen der UN-Generalversammlung in New York kommt nun Bewegung in den festgefahrenen Konflikt. Nach Berichten der New York Times hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi einen konkreten Vorschlag über Vermittler an die US-Regierung übermittelt. Demnach könnte die strategisch wichtige Meerenge binnen sieben Tagen wieder geöffnet werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Das geht aus Medienberichten vom 27. September 2026 hervor.
Der Plan könne sofort nach Zustimmung Washingtons umgesetzt werden.
Abbas Araghtschi, iranischer Außenminister
Welche konkreten Auflagen Teheran an die Wiederöffnung knüpft, ließ der Außenminister vor Journalisten offen. Er verwies stattdessen auf das bereits im Juni vereinbarte Rahmenabkommen, das damals rasch an den anhaltenden Spannungen gescheitert war. Das Weiße Haus in Washington bestätigte laufende Kontakte über Vermittler. Wir führen über die Vermittler positive und konstruktive Gespräche
, hieß es aus der US-Regierung, während direkte Verhandlungen weiterhin ausbleiben.
Wirtschaftlicher Druck auf Teheran und Washington
Sowohl der Iran als auch die USA stehen unter massivem Druck. Das Mullah-Regime leidet nach sieben Kriegsmonaten unter schwerem militärischem und wirtschaftlichem Stress. Doch auch für US-Präsident Donald Trump ist die Situation vor den Parlamentswahlen am 3. November zu einer schweren politischen Hypothek geworden. Neben dem drastisch gestiegenen Ölpreis belasten horrende Kriegskosten und die eingeschränkte Schifffahrt die US-Wirtschaft. In der Vergangenheit forderte Teheran unter anderem die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, ein Ende der Blockade iranischer Häfen und Schiffe sowie die Nichteinmischung Washingtons.
Huthi-Angriffe auf saudische Pipelines und französische Truppenentsendung
Parallel zu den diplomatischen Kontakten in New York verschärft sich die militärische Lage auf der Arabischen Halbinsel. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen griff die rund 1200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens an. Diese leitet Öl von der Ostküste des Landes am Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer und dient als Umgehungsroute für die blockierte Straße von Hormus. Die Pipeline wurde nach den Angriffen vorsorglich stillgelegt und transportiert seither deutlich weniger Öl als ihre maximale Kapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag.
Die Hafenstadt Yanbu sei bei den Angriffen stark beschädigt
worden, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview mit den Sendern TF1 und France 2. Als Reaktion darauf entsendet Frankreich Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme nach Yanbu, um das dortige Ölterminal zu schützen. Die entsprechenden Gespräche mit Saudi-Arabien sind laut Macron bereits abgeschlossen.
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