US-Präsident Donald Trump hat am Samstag ein iranisches Angebot zur baldigen Öffnung der Straße von Hormus und zur Wiederaufnahme von Atomgesprächen abgelehnt. Der über Katar übermittelte Sieben-Tage-Plan der Regierung in Teheran sei nicht akzeptabel, begründete Trump die Entscheidung vor Journalisten in Washington.
Der Konflikt um eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl und Flüssiggas bleibt damit verfahren. Während die US-Regierung an ihrer wirtschaftlichen und militärischen Blockade festhält, führt die siebenmonatige Schließung der Meerenge zu massiven globalen Auswirkungen. Insbesondere in den Vereinigten Staaten bekommen Autofahrer und Transportunternehmen die Folgen durch spürbar steigende Energiekosten zu spüren, während die politischen Spannungen kurz vor den Kongresswahlen im November weiter anheizen.
Das iranische Angebot und die Bedingungen in Doha
Teheran hatte den Vorschlag in der vorangegangenen Woche über Vermittler während der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York eingebracht. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi präzisierte, dass ein konkreter Sieben-Tage-Plan den Schifffahrtsweg wieder freigeben und normale maritime Passagen ermöglichen sollte. Der Entwurf lehnte sich dabei an ein Rahmenabkommen an, das beide Seiten bereits im Juni ausgehandelt hatten.
Dieses Memorandum sah vor, dass die Vereinigten Staaten im Gegenzug für die Öffnung der Meerenge ihre Seeblockade aufheben, eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben und die Sanktionen lockern. Zudem sollte Iran im Rahmen des Abkommens zusichern, keine Atomwaffen anzustreben. Der damalige Pakt war jedoch an unpräzisen Formulierungen zur künftigen Kontrolle des Gewässers gescheitert. Teheran argumentierte nun, die geforderten Schritte seien bereits unter den Verpflichtungen der USA enthalten, weshalb die Umsetzung ohne Schwierigkeiten erfolgen könne.
Trumps Absage und die Lage an den globalen Märkten
Präsident Donald Trump wischte die diplomatische Initiative am Samstag vor seinem Abflug vom Weißen Haus entschieden vom Tisch. Die iranische Führung wolle rasch ein Abkommen erzielen, weil sie im bisherigen Verlauf des Konflikts stark unter Druck geraten sei, so die Darstellung der US-Regierung.

Sie wollen einen Deal machen, und ich denke, das ist in Ordnung. Ich mache auch gerne einen Deal. Aber dieser Deal wäre nicht akzeptabel.
Die anhaltende Blockade zeigt derweil tiefgreifende wirtschaftliche Spuren. Die durch den Konflikt ausgelösten Verwerfungen im Welthandel haben zu erheblichen Preissprüngen bei Kraftstoffen geführt. In den Vereinigten Staaten kletterte der nationale Durchschnittspreis für Diesel auf ein Rekordhoch von 6,48 Dollar pro Gallone, während Normalbenzin laut Daten von AAA im Landesdurchschnitt bei 4,48 Dollar notierte.
Wirtschaftsanalysten warnen vor den weitreichenden Kettenreaktionen dieser Entwicklung. Patrick De Haan, Chef-Petroleumanalyst bei GasBuddy, wies darauf hin, dass steigende Fracht- und Transportkosten jeden Liefer- und Lebensmitteleinkauf verteuern. Auch Adam Turnquist, leitender technischer Stratege bei LPL Financial, betonte, dass erhöhte Energiekosten die landwirtschaftliche Produktion belasten und den Druck auf Logistikraten sowie Heizkosten massiv verstärken.
Ausblick auf die politische Dynamik im November
Ungeachtet der wirtschaftlichen Belastungen im eigenen Land signalisierte Trump Skepsis gegenüber schnellen diplomatischen Lösungen. Berichten des Wall Street Journal zufolge traut Washington Teheran nicht zu, alle geforderten Bedingungen zuverlässig zu erfüllen, und zieht für die Zeit nach den anstehenden Kongresswahlen im November eine Fortsetzung oder Ausweitung von Luftangriffen in Betracht.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hatte zuvor betont, dass Teheran bereit sei, internationale Atominspektoren ins Land zu lassen, sofern die US-Regierung den Kurs der Konfrontation aufgibt. Während Teheran erklärt hat, die Reaktionen von Vermittlern abzuwarten, bleibt die strategisch wichtige Meerenge vorerst unter vollständiger US-Kontrolle gesperrt.