Boeing hat bei seinen 737-MAX-Maschinen einen Softwarefehler entdeckt, der nach einem abgebrochenen Landeanflug die automatische Navigation beeinträchtigen kann. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersucht den Fall, während erste Fluggesellschaften verlangen, betroffene Flugzeuge vorerst ohne das fehlerhafte Software-Update auszuliefern.
Bei einer Routinenalyse fiel ein Programmierfehler auf, der die automatische Lande-Navigation betroffener Maschinen stören kann, wie aus Berichten vom September 2026 hervorgeht.
Das Problem im Cockpit: Softwarefehler nach abgebrochenem Landeanflug
Der Fehler tritt auf, wenn ein sogenannter Fehlanflug stattfindet und die Besatzung danach ihre geplante Flugroute im System ändert. Nach einem vorangegangenen Update der Cockpit-Software kann dieser Vorgang dazu führen, dass bestimmte automatische Navigationsfunktionen während der Landung unvermittelt deaktiviert werden. Unter diesen Umständen müssen Piloten nach Angaben aus Branchenkreisen in geringer Höhe auf manuelle Steuerung ohne Unterstützung des Autopiloten umschalten.
Boeing betonte in einem Dokument für Fluggesellschaften, dass das Problem kein unmittelbares Sicherheitsrisiko darstelle. Ingenieure arbeiten demnach mit Hochdruck an einer Software-Korrektur sowie an Verfahren, um den Piloten die automatische Navigation in solchen Momenten auf Wunsch wiederherzustellen. Wie viele Maschinen im weltweiten Linienbetrieb derzeit tatsächlich mit der fehlerhaften Software unterwegs sind, bleibt unklar.
Reaktionen von Fluggesellschaften und die Rolle der FAA
Große Betreiber des Musters reagieren auf die Panne mit Vorsicht. Großkunden wie Southwest Airlines und United Airlines haben Boeing gebeten, vorerst keine neuen 737-MAX-Flugzeuge mit der betroffenen Software-Version auszuliefern. Stattdessen verlangen die Airlines die Installation einer älteren, stabilen Programmversion.
Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) prüft den Vorfall intensiv und kündigte an, bei Sicherheitsbedenken sofortige Schritte einzuleiten. Boeing selbst erfuhr nach eigenen Angaben bereits im November 2024 von dem Fehler, stufte ihn damals jedoch nach internen Kriterien als nicht sicherheitsrelevant ein. Erst nach Rückmeldungen aus dem Flugbetrieb leitete der Konzern eine formelle Prüfung ein und informierte die Behörden.
Zeitplan für die Behebung und künftige Zertifizierungen
Die dauerhafte Behebung des Fehlers soll beschleunigt werden. Während die Korrektur ursprünglich für Anfang 2028 eingeplant war, versuchen die Techniker nun, diesen Zeitplan zu verkürzen. Betroffen sein könnte davon auch die anstehende Zertifizierung der Variante 737 MAX 10 sowie die Einführung der kleineren MAX 7, die beide von den Behörden besonders genau unter die Lupe genommen werden.
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