Ein neuer überparteilicher Gesetzentwurf im US-Kongress sieht eine Steuergutschrift von 20 Prozent auf inländische Löhne für Film- und Fernsehproduktionen vor.
Eine überparteiliche Initiative im US-Kongress will die heimische Film- und Fernsehbranche mit einem neuen Steueranreiz stärken. Bekannt als das Motion Picture, Television and Entertainment Revitalization Act, soll das Gesetz eine Bundessteuergutschrift in Höhe von 20 Prozent auf berechtigte US-Arbeitskosten einführen. Die Regelung erstreckt sich neben klassischen Dreharbeiten auch auf die Postproduktion und visuelle Effekte.
Zu den Initiatoren im Repräsentantenhaus gehören die Abgeordneten Nathaniel Moran, Linda Sánchez, Brian Jack und Laura Friedman, während im Senat Tim Scott und Adam Schiff die Gesetzesinitiative vorantreiben. Wir waren noch nie so nah dran, das über die Ziellinie zu bringen, wie heute, erklärte Schiff während einer Pressekonferenz.
Strenge Auflagen für Animationsprojekte und die US-Arbeitsleistung
Auch die Animationsbranche soll von dem Entwurf profitieren, allerdings sind die Hürden hoch. Wie Cartoonbrew berichtet, müssen mindestens 75 Prozent der Animationsarbeit einer Produktion, gemessen an den Kosten, in den Vereinigten Staaten stattfinden. Damit soll verhindert werden, dass Studios zwar die Entwicklung in den USA ansiedeln, die eigentliche Produktion jedoch ins Ausland verlagern.
Zu den anrechenbaren Posten zählen unter anderem Keyframe-Animationen, In-Between-Animationen und Tonaufnahmen. Das Gesetz greift bei Spielfilmen, TV-Piloten und Staffeln mit Gesamtkosten von über 1 Million US-Dollar, wobei auch die Arbeit von Auftragnehmern berücksichtigt werden kann. Große Studios wie Disney, Pixar und DreamWorks, die zuletzt einen erheblichen Anteil der kalifornischen Steuergutschriften erhielten, könnten diese Bundesmittel mit bestehenden regionalen Programmen kombinieren, sofern sie die strengen Inlandsquoten erfüllen.
Zusätzliche Boni und Unterstützung durch Gewerkschaften
Der Basiskredit von 20 Prozent für Arbeitskosten, der sowohl Crew-Mitglieder als auch Gagen von Schauspielern und Autoren abdeckt, lässt sich unter bestimmten Bedingungen auf bis zu 30 Prozent aufstocken. Solche Erhöhungen greifen beispielsweise für unabhängige Produktionen oder Projekte, die mindestens 30 Prozent ihrer Drehtage in ländlichen Fördergebieten oder in Bundes-Katastrophengebieten absolvieren. Produktionen, die mindestens die Hälfte ihrer Drehtage in zehn oder mehr US-Bundesstaaten verbringen und dort jeweils mindestens 10 Millionen US-Dollar an qualifizierter Vergütung ausgeben, erhalten ebenfalls zusätzliche Anreize.
Die Initiative erfährt breite Unterstützung durch die großen Branchenverbände und Gewerkschaften.
Die über 170.000 hinter den Kulissen arbeitenden Unterhaltungsarbeiter der International Alliance of Theatrical Stage Employees sind stolz darauf, das Motion Picture, Television, and Entertainment Revitalization Act zu unterstützen.
Auch SAG-AFTRA-Präsident Sean Astin äußerte sich optimistisch, dass die parteiübergreifende Unterstützung den Weg für eine wettbewerbsfähigere US-Filmwirtschaft ebnen wird.
Wirtschaftliche Erwartungen und internationaler Wettbewerb
Hintergrund der Initiative ist die starke Abwanderung von Filmproduktionen in andere Länder. Laut einer Studie der Motion Picture Association bieten weltweit mindestens 65 Nationen steuerliche Anreize an, darunter Grossbritannien, Irland und Kanada. Die von dem Branchenverband in Auftrag gegebene Untersuchung prognostiziert, dass eine US-Bundessteuergutschrift die heimischen Produktionsausgaben bis zum Jahr 2035 um 125 Milliarden US-Dollar steigern und mehr als 143.000 Arbeitsplätze schaffen könnte.

Charles Rivkin, der Vorstandschef der Motion Picture Association, bezeichnete das Vorhaben als echten Wendepunkt. Ob das Gesetz die nach den verheerenden Branchenkrisen und Naturkatastrophen hart getroffene Region Los Angeles nachhaltig entlasten kann, hängt nun vom weiteren legislative Verfahren im Kongress nach den Wahlen im November 2026 ab.