In einer Schweizer Fernsehdebatte zur Fixpreis-Affäre und dem F-35A-Kampfjet geriet SVP-Ständerat Werner Salzmann am Freitagabend, 26. September 2026, in der SRF-«Arena» in die Defensive, nachdem er einer grünen Parlamentarierin mangelnde Erfahrung unterstellte und ihm daraufhin herablassendes Verhalten vorgeworfen wurde.
Steigende Rüstungskosten und Lieferverzögerungen bei US-Waffen für die Schweizer Armee sorgten am Freitagabend in der Sendung «Arena» für heftige Diskussionen. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand die Beschaffung des US-Kampfjets des Typs F-35A, deren ursprüngliche Kosten von sechs Milliarden Franken gemäss einem Bericht der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) nie fix waren, entgegen früheren Behauptungen der ehemaligen Bundesrätin Viola Amherd.
Werner Salzmann und der verbale Luftkampf um den F-35A
Werner Salzmann (SVP/BE) und Priska Seiler Graf (SP/ZH) lieferten sich laut Moderator Sandro Brotz den ersten verbalen Luftkampf der Sendung. Auf die Frage, ob die Beschaffung der F-35A ein fass ohne Boden werde, entgegnete Seiler Graf direkt mit einem Ja. Salzmann hingegen verteidigte das Projekt und erklärte, der Bundesrat habe bestätigt, dass die ersten acht Flugzeuge im nächsten Jahr geliefert werden und das Projekt auf Kurs sei.
Seiler Graf hielt dagegen, dass der Preis weiterhin im Unklaren liege und weder die Betriebskosten einen Deckel hätten noch Updates zu Mehrkosten ausgeschlossen seien. Um immerhin 30 Jets erwerben zu können, hatte der Nationalrat zuvor einen Zusatzkredit in Höhe von rund 400 Millionen Franken bewilligt. Salzmann zeigte sich zwar enttäuscht darüber, dass sich der versprochene Fixpreis als Luftschloss erwiesen hatte, hielt das Kampfflugzeug jedoch für alternativlos.
Anna-Béatrice Schmaltz und der Vorwurf des Mansplainings
Neben den routinierten Politikern trat Anna-Béatrice Schmaltz als Nationalrätin der Grünen auf, die im Frühling für Balthasar Glättli nachgerückt war. Sie bezeichnete den F-35 als Luxuskampfjet, dessen Betrieb extrem teuer und dessen Beschaffung ein Debakel sei.
Als Salzmann auf ihre Amtsfrische einging und zu einer ausführlichen Erklärung der Bedrohungslage ansetzte, fiel die Grüne ihm ins Wort. Salzmann versuchte zwar noch zu betonen, dass der F-35 für den höheren Luftraum essenziell sei, doch die Szene hatte bereits Konsequenzen im Studio.
Priska Seiler Graf nutzte den Anglizismus im Gespräch mit dem Moderator, um das herablassende Erklären zu beschreiben. Salzmann hob daraufhin die Hand und entschuldigte sich, womit die Situation im Studio beigelegt wurde und die Debatte auf Augenhöhe fortgeführt werden konnte.