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Südafrikanischer Botschafter Meyer weist Genozid-Vorwürfe in den USA zurück

Südafrikas neuer US-Botschafter weist Vorwürfe eines angeblichen Genozids an Weißen im Land zurück und kündigt Gespräche mit Washington an, während eine Afrikaner-Lobbygruppe in Washington eine Mahnwache abhält. Die von der Trump-Administration verhängten Visabeschränkungen gegen Südafrikaner verschärfen die diplomatischen Spannungen.

Südafrikanischer Botschafter weist Genozid-Vorwürfe in Washington zurück

Der neu ernannte südafrikanische Botschafter in den USA, Ambassador Meyer, hat Spekulationen und Behauptungen über einen angeblichen Völkermord an der weißen Bevölkerung in seiner Heimat scharf zurückgewiesen. Äußerungen dieser Art seien von allen politischen Parteien im südafrikanischen Parlament diskreditiert worden, darunter auch von solchen, die die Interessen der Afrikaner vertreten, so Meyer gegenüber der BBC.

Als gebürtiger Afrikaner aus Südafrika betonte der Diplomat, dass er persönlich niemals Derartiges erlebt habe. Er kündigte an, das direkte Gespräch mit der Trump-Regierung suchen zu wollen, um die Realitäten vor Ort zu verdeutlichen. Nach eigener Aussage verleihe ihm seine Herkunft als gebürtiger Afrikaner die nötige Legitimation, sich zu dieser Thematik zu äußern. Zuvor hatte eine Afrikaner-Lobbygruppe angekündigt, an einem Samstag mit tausenden weißen Kreuzen auf der National Mall in Washington eine Mahnwache zu Ehren von Opfern sogenannter Farmangriffe abzuhalten.

I’m an Afrikaner from South Africa myself, and I can say that I’ve never experienced something of that kind.

Ambassador Meyer, südafrikanischer Botschafter in den USA

Visa-Restriktionen und Sicherheitslage auf südafrikanischen Farmen

Gleichzeitig drohten US-Behörden mit weiteren Strafmaßnahmen, sollten südafrikanische Führungspersönlichkeiten das Thema nicht angehen.

Offizielle Polizeidaten aus Südafrika zeichnen indessen ein differenziertes Bild der Gewaltkriminalität im Land. Demnach ist die Mehrheit aller Kriminalitätsopfer, einschließlich derer auf Farmen, schwarzer Hautfarbe. Zwar stellt die Farmgewalt, die häufig im Zusammenhang mit Raubüberfällen steht, ein ernsthaftes Problem dar, sie macht jedoch zahlenmäßig nur einen kleineren Teil aller Tötungsdelikte im Land aus. Experten betonen, dass die alltägliche Kriminalität zwar unbestritten ein Problem darstelle, dieses jedoch rechtlich und sachlich nicht als Verfolgung oder gar Genozid eingestuft werden könne.

Hintergrund der diplomatischen Mission und Kritik am US-Flüchtlingsprogramm

Die Ernennung von Ambassador Meyer durch den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa ist auch historisch begründet. Beide Männer waren zentrale Verhandlungsführer bei den Gesprächen, die das Ende des Apartheid-Regimes herbeiführten – Meyer handelte dabei im Namen der National Party, Ramaphosa für den African National Congress. Das Vertrauen, das während dieses historischen Prozesses zwischen den beiden Politikern gewachsen ist, gab laut Meyer den Ausschlag für seine Entsendung nach Washington, verbunden mit der Einsicht des Präsidenten in den Wert seiner Identität als Afrikaner.

Unterdessen wächst in den USA die Kritik von Fachleuten an einer möglichen politischen Instrumentalisierung von US-Einwanderungsprogrammen für weiße Südafrikaner. Larry Bartlett, der ehemalige Direktor des US Refugee Assistance Programme, warnte, dass die Inanspruchnahme von Hilfsprogrammen durch Personen, die keine echte Notlage im Sinne des Gesetzes nachweisen können, ungesetzlich sein könnte. Weiße Menschen, die rechtlich gesehen keine Flüchtlinge seien, würden andernfalls knappe Ressourcen und Chancen beanspruchen, die eigentlich für Menschen vorgesehen sind, die vor echten Kriegen oder ethnischer Säuberung fliehen.

South African White Genocide: Debunked by New Ambassador to US
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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