US-Senatorin Susan Collins führt in Maine aktuellen Umfragen zufolge im US-Senatswahlkampf 2026 knapp gegen ihren demokratischen Herausforderer Troy Jackson. Die am 24. September 2026 veröffentlichten Daten zeigen, dass die langjährige republikanische Amtsinhaberin trotz starker politischer Gegenwindfaktoren und parteiübergreifender Kritik Wähler aus der politischen Mitte anzieht.
Im US-Bundesstaat Maine steuert der Senatswahlkampf im November auf eine äußerst knappe Entscheidung zu. Senatorin Susan Collins liegt in einer gemeinsamen Erhebung der New York Times, des Portland Press Herald und des Siena-Instituts, die zwischen dem 15. und 22. September 2026 durchgeführt wurde, mit 49 Prozent zu 46 Prozent vor Troy Jackson. Angesichts einer Fehlertoleranz von 4,8 Prozentpunkten bewegt sich das Rennen rund sechs Wochen vor dem Wahltag auf Augenhöhe. Collins baut ihre Kampagne auf ihrer traditionellen Stärke bei moderaten Wählern auf.
Wählerströme in Maine: Collins punktet in der politischen Mitte
In einem Bundesstaat, in dem Wähler bei landesweiten Wahlen seit 2014 jeden anderen Republikaner abgelehnt haben, gelingt Collins offenbar wieder der Aufbau einer breiten Koalition. Die Umfrage belegt, dass rund 13 Prozent der Collins-Wähler gleichzeitig den Wunsch äußern, die Demokraten mögen die Kontrolle über den Senat gewinnen. Etwa ein Zehntel plant, für einen Demokraten im Repräsentantenhaus zu stimmen. Zudem unterstützen rund 12 Prozent der Wähler, die bei der Präsidentschaftswahl 2024 für Kamala Harris gestimmt hatten, diesmal die republikanische Senatorin. Collins erhält demnach Stimmen von etwa 8 Prozent der befragten Demokraten, während Jackson 3 Prozent der Republikaner für sich verbuchen kann. Unter den unabhängigen Wählern liegen beide Kandidaten mit jeweils 47 Prozent gleichauf.
Diese Zahlen ähneln der Konstellation aus dem Jahr 2020, als Collins ihre Wiederwahl mit einem Vorsprung von neun Prozentpunkten gewann. Damals ergab eine Nachwahlbefragung von CNN, dass 13 Prozent der Demokraten für sie gestimmt hatten. Dennoch blicken Wähler mit gemischten Gefühlen auf die Kandidaten. Rund ein Drittel der Befragten zeigt sich unentschlossen oder unenthusiastisch. Während 66 Prozent der Jackson-Wähler angeben, sehr begeistert hinter ihrem Kandidaten zu stehen, liegt dieser Wert bei den Unterstützern von Collins mit 54 Prozent etwas niedriger.
Der Einfluss von Donald Trump und handelspolitischen Spannungen
Der Wahlkampf findet in einem schwierigen Umfeld für Republikaner statt, da Präsident Donald Trump in Maine traditionell einen schweren Stand hat. Rund 70 Prozent der wahrscheinlich Wählenden in einer zuvor veröffentlichten SSRS-Umfrage für CNN bewerteten die von Trump verhängten Zölle auf kanadische Waren als negativ für Maine. Troy Jackson hat diesen Umstand in den vergangenen Wochen intensiv genutzt, um Collins eine Mitschuld an der Zollpolitik, Steuersenkungen und dem Iran-Konflikt zu geben. Collins stimmte im Senat zwar gegen die Kanada-Zölle und forderte Erleichterungen für die heimische Wirtschaft, steht bei einigen Wählern jedoch wegen ihrer Verbindung zum Parteiführungskreis in der Kritik.
Brian Cashin sagte laut The Portland Press Herald, sie sei eine Führungsperönlichkeit im Senat gewesen.
Unabhängige Wähler wie der 79-jährige Brian Cashin wägen diese Faktoren genau ab. Cashin kritisiert zwar Trumps unberegetStockenen Regierungsstil, will Collins aber dennoch wählen, weil er Jackson eine geringere Eignung als Freshman-Senator auf nationaler Ebene zutraut. Auf der anderen Seite stehen Wähler wie Molly Hunt aus Biddeford, die Collins vor allem wegen ihrer umstrittenen Unterstützung von Supreme-Justice-Kandidaten und den Einschnitten bei den Abtreibungsrechten ablehnen. Hunt bezeichnete ihre Stimmabgabe für Jackson als Notlösung.
Molly Hunt sagte laut The Portland Press Herald, sie habe buchstäblich das Gefühl, dass sich lieber jemand eine Wasserflasche an den Kopf werfen lassen würde, als gegen Abtreibungsrechte zu stimmen.
Vergleich zu früheren Umfragen und der Hintergrund des demokratischen Kandidaten
Der aktuelle Verlauf des Rennens steht im Kontrast zu früheren Erhebungen. In einer Anfang September veröffentlichten CNN-Umfrage hatte Jackson noch mit 48 Prozent zu 45 Prozent vorne gelegen. Jackson war im Juli als demokratischer Nachrücker in das Rennen eingestiegen, nachdem der ursprüngliche Kandidat Graham Platner im Zuge von Vorwürfen seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Unabhängige Beobachter wie Sabato’s Crystal Ball stufen das Mandat weiterhin als offen ein, bewerten eine Wiederwahl von Collins jedoch als wahrscheinlichste Option.
Parallel dazu läuft das Rennen um das Amt des Gouverneurs. Dort führt die Demokratin Hannah Pingree in aktuellen Umfragen mit 52 Prozent zu 39 Prozent gegen den Republikaner Bobby Charles, in einem Feld, zu dem auch der unabhängige Senator Rick Bennett gehört. Charles, ein ehemaliger Lobbyist und Bundesbeamter, musste jüngst den Rückhalt in der eigenen Familie hinnehmen, nachdem seine Schwester öffentlich angekündigt hatte, wegen der Rhetorik ihres Bruders für Pingree zu stimmen.
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