Columbus Crew hat den Trainer der zweiten Mannschaft, Federico Higuaín, nach einem Vorfall mit einer Schiedsrichterin entlassen. Der ehemalige MLS-Star soll die Unparteiische am 23. August nach einer roten Karte am Handgelenk festgehalten, sich geweigert haben, loszulassen, und eine sexistische Äußerung getätigt haben.
Der nordamerikanische Fußballverein Columbus Crew hat die Entlassung von Crew-2-Cheftrainer Federico Higuaín bekannt gegeben, nachdem ein Vorfall aus einem Spiel der MLS NEXT Pro vom 23. August für heftige Kontroversen gesorgt hatte. Der Verein zog damit die Konsequenzen aus einer Auseinandersetzung auf dem Spielfeld, bei der der 41-jährige Trainer gegenüber einer weiblichen Schiedsrichterin handgreiflich geworden sein soll und abfällige Äußerungen über das Schiedsrichterwesen von Frauen äußerte.
Die Vorwürfe des Schiedsrichterverbandes PSRA
Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Spieler wurden maßgeblich durch den Verband der professionellen Fußballschiedsrichter öffentlich gemacht. Laut der Professional Soccer Referees Association (PSRA) beging der Trainer zwei bewusste Akte körperlicher Einschüchterung und Herabwürdigung. Demnach habe er die Hand der Unparteiischen nach einer Roten Karte kraftvoll ergriffen und trotz dreimaliger Aufforderung geweigert, sie loszulassen.

Der Verband der professionellen Fußballschiedsrichter erklärte dazu, ein männlicher Cheftrainer habe zwei bewusste Akte von körperlichem Missbrauch und Sexismus gegen eine Schiedsrichterin begangen, indem er ihre Hand zusammengedrückt und sich geweigert habe, sie loszulassen, nachdem er dreimal aufgefordert worden sei, aufzuhören.
Zu dieser körperlichen Blockade kam nach Angaben des Verbandes eine sexistische Bemerkung hinzu. Die BBC berichtete, dass der Trainer der Offiziellen zugerufen habe, man solle nicht vergessen, dass dies ein Männerspiel sei. Der Schiedsrichterverband verurteilte diese Haltung scharf und betonte, dass weibliche Schiedsrichter auf höchstem Niveau exzellente Arbeit leisten und denselben Respekt sowie eine sichere Arbeitsumgebung verdienen.
Kritik an der anfänglichen Milde der Ligastrafe
Zunächst hatte die Reaktion der Liga auf den Vorfall für Unmut gesorgt. Wie The Dispatch berichtete, belegte die Liga den Trainer zunächst lediglich mit einer Zwei-Spiele-Sperre, die er in den Partien gegen Chicago Fire II und Philadelphia Union II bereits abgesessen hatte, sowie mit der Auflage, an einem Resozialisierungsprogramm teilzunehmen.

Die PSRA kritisierte diese Maßnahme als unzureichend und verwies auf Regularien von U.S. Soccer und der Liga selbst. Laut Verbandsangaben sieht die Verbandspolitik für einen gewaltsamen Griff sowie für diskriminierende Handlungen jeweils eine Mindeststrafe von drei Spielen vor. Zudem betonte der Verband, dass Trainer nach dem eigenen Handbuch der MLS NEXT Pro an einem höheren professionellen Standard als Spieler gemessen werden müssen.
Die Wende und Entlassung durch Columbus Crew
Nachdem die Vorwürfe und die Kritik des Schiedsrichterverbandes öffentlich wurden, änderte die Vereinsführung von Columbus Crew ihre Haltung. Die AS berichtete, dass der Club nach anfänglichem Zögern und nach Gesprächen im Laufe der Woche den Cheftrainer der Reservemannschaft fristlos entließ.

Issa Tall, General Manager Columbus Crew, erklärte, man sei zu dem Schluss gekommen, dass es im besten Interesse des Clubs, der Spieler und des Betreuerstabs liege, Federico Higuaín von seinen Aufgaben zu entbinden, da nach Gesprächen in dieser Woche und einer weiteren Bewertung des vergangenen Monats die Standards des Clubs bezüglich der Erwartungen an eine Führungspersönlichkeit für eines ihrer Teams nicht erfüllt worden seien.
Der Verein erklärte weiter, man habe den Überprüfungsprozess der Liga aktiv unterstützt und die zusätzlichen disziplinarischen Schritte voll mitgetragen. Der Club stehe für Inklusion und verurteile jede Handlung, die dem Ziel entgegenstehe, alle Gemeinschaften und Geschlechter durch den Sport zu vereinen.
Vom Publikumsliebling zum abrupten Abschied an der Seitenlinie
Für Higuaín markiert dieser Vorfall ein schmerzhaftes Ende einer ansonsten hoch angesehenen Zeit in Columbus. Als ehemaliger Profi hatte der argentinische Angreifer während seiner aktiven Laufbahn in der MLS eine glanzvolle Karriere hingelegt. Er bestritt fast 200 Einsätze für das Team, wurde im Jahr 2012 als Neuzugang des Jahres ausgezeichnet und hält mit 63 Torvorlagen den Clubrekord in der regulären Saison, während er in der ewigen Torschützenliste des Vereins mit 55 Treffern den dritten Platz belegt. Nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn, die er im April 2022 mit einem symbolischen Eintagesvertrag offiziell in Columbus beendet hatte, übernahm er am 29. Januar 2025 den Trainerposten der zweiten Mannschaft.
Vor den anstehenden Playoffs der MLS NEXT Pro übernimmt nun der übrige Trainerstab von Crew 2 interimistisch die Betreuung der Mannschaft, während der Club die Suche nach einem neuen Chefcoach einleitet.
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