Während Investoren in Europa und Übersee zulegten, profitierten Technologiewerte von sinkenden Renditen und rückläufigen Ölpreisen.
Es ist die erste Zinsanhebung der Währungshüter seit dem Jahr 2023. Die Entscheidung fiel dabei vollständig einstimmig aus, was an den Börsen für spürbare Beruhigung sorgte und Marktgerüchte über einen gelockerten geldpolitischen Kurs vorerst vom Tisch fegte. Damit dürften die zuletzt am Markt aufgekommenen Spekulationen über einen weicheren geldpolitischen Kurs zunächst vom Tisch sein
, hiess es in einem Kommentar von CMC Markets. Die US-Notenbank habe deutlich gemacht, dass sie die Inflation weiterhin als grösste Herausforderung betrachte.
Reaktionen an den europäischen Börsen in Zürich und Frankfurt
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich im Donnerstagshandel in fester Verfassung. Der SMI vergrösserte seinen anfänglichen Gewinn und schloss 0,57 Prozent stärker bei 13’947,31 Punkten. Die Nebenwertindizes SPI (Schluss: +0,70 Prozent bei 19’694,77 Punkten) und SLI (Schluss: +0,70 Prozent auf 2’236,13 Zähler) folgten der Tendenz des Leitindex. Der Leitindex SMI konnte damit seine bislang überwiegend positive Tendenz in dieser Woche weiter fortsetzen und seine Gewinne ausbauen. Investoren werteten vor allem die Geschlossenheit innerhalb des Gremiums bei Investoren für Erleichterung.
Ähnlich positiv verlief der Handel an der Frankfurter Börse. Anleger am deutschen Aktienmarkt griffen auch am Donnerstag erneut zu. Der DAX blieb nach einer positiven Eröffnung auch im weiteren Handelsverlauf auf grünem Terrain. Letztlich beendete er die Sitzung 0,70 Prozent höher bei 25’716,71 Punkten. Schon am Vortag war der Preis für Rohöl der Sorte Brent deutlich gesunken, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien teilweise wieder in Betrieb genommen werden könnte. Die Fed verteidigt ihre Glaubwürdigkeit
, kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Er hält eine weitere Zinsanhebung im Oktober oder spätestens Dezember für wahrscheinlich.
Währungshüter zwischen Inflationsbekämpfung und politischem Druck
Hintergrund des Schrittes ist neben der hartnäckigen Teuerungsrate auch der wachsende Druck des Anleihemarktes auf die Notenbank. Marktbeobachter wie Volkswirt Johannes Mayr vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz werteten das Vorgehen als eine Reaktion nicht nur auf die hartnäckige Inflation, sondern auch auf gestiegene Zweifel des Anleihemarktes an ihrer Entschlossenheit. Die US-Notenbank Fed reagiere damit nicht nur auf die hartnäckige Inflation, sondern auch auf gestiegene Zweifel des Anleihemarktes an ihrer Entschlossenheit
, kommentierte Volkswirt Johannes Mayr, vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. Zugleich wird der Schritt in Finanzkreisen als bewusste Entscheidung für die Unabhängigkeit des Marktes und gegen die Forderungen von US-Präsident Donald Trump gewertet. Dies sei eine Entscheidung für den Markt und gegen Donald Trump. Der US-Präsident fordert von der Federal Reserve seit Langem deutlich niedrigere Leitzinsen. Zuletzt drohte er mit einem Handelsstopp mit bestimmten Ländern, sollte die Notenbank ihre Geldpolitik nicht lockern.
Zusätzliche Entlastung erhielten die Märkte durch den Rohölmarkt. Die Ankündigung Saudi-Arabiens, Öl über den Oman zu exportieren, nahm etwas Druck aus dem Rohölmarkt und damit zumindest kurzfristig auch aus der Inflationsdebatte. Es gibt viel Bewegung in die eine und in die andere Richtung, mit dem Anleihemarkt, der Geopolitik, dem Öl, kommentierte Joe Quinlan, Chefstratege bei Merrill und der Bank of America Private Bank, während er betonte, dass die Aussichten auf 12 und 18 Monate für die US-Wirtschaft eher konstruktiv ausfallen.
Entwicklung an der Wall Street und im Technologiesektor
In den Vereinigten Staaten griffen die Anleger ebenfalls zu. An den US-Börsen dominierten am Donnerstag die Bullen. Der Dow Jones beendete die Sitzung mit einem Plus von 0,61 Prozent bei 51’778,04 Punkten. Er war bereits höher in den Handelstag gestartet und hatte sich auch im Anschluss durchgehend in der Gewinnzone gehalten. Der technologielastige NASDAQ Composite schloss bei 26’418,30 Zählern um 1,69 Prozent stärker. Auch er hatte sich bereits zum Start freundlich gezeigt und seine Gewinne im Handelsverlauf dann noch ausgebaut. Teilnehmer verwiesen vor allem auf zurückgegangene Renditen am Anleihemarkt und die weiter gefallenen Ölpreise. Bereits in den Tagen zuvor hatten Technologiewerte im Vorfeld wichtiger Quartalszahlen von Branchengrössen wie Nvidia für Stabilität gesorgt, wobei Meta um fast 2 Prozent und Nvidia um 2,2 Prozent zulegten, während Advanced Micro Devices um 4,9 Prozent stieg und Moderna nach einer Kurszielanhebung durch Barclays um 14 Prozent sprang.

Unterdessen blicken Marktteilnehmer nun auf anstehende Konjunkturdaten wie den Bericht zu den persönlichen Konsumausgaben sowie auf bevorstehende Äusserungen von Fed-Chef Kevin Warsh, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs für den Rest des Jahres zu erhalten.
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