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Gesundheit

REM-Schlaf senkt laut UK Biobank-Studie Risiko für 83 Erkrankungen

Eine neue, groß angelegte Auswertung von fast 100.000 Daten aus der UK Biobank zeigt einen Zusammenhang zwischen längeren REM-Phasen und einem geringeren Risiko für 83 Erkrankungen. Forscher analysierten die Schlafdaten mithilfe von Handgelenk-Beschleunigungssensoren und werteten die gesundheitliche Entwicklung der Teilnehmer über einen durchschnittlichen Zeitraum von fast neun Jahren aus.

Schlaf wird in der Evolutionsbiologie seit jeher als unverzichtbar betrachtet, da Tiere trotz der Gefahren durch Fressfeinde täglich Stunden in Bewusstlosigkeit verbringen. Welche physiologischen Mechanismen diesem Zustand zugrunde liegen, erforschen Wissenschaftler weltweit jedoch weiterhin im Detail. Eine aktuelle Untersuchung, die in PLOS Medicine veröffentlicht wurde, rückt nun die Bedeutung spezifischer Schlafphasen in den Fokus der Medizin.

Daten von fast 100.000 Teilnehmern und neue Erkenntnisse zum REM-Schlaf

Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer lag bei 56,2 Jahren. Statt sich auf ungenaue Fragebögen oder Erinnerungen zu verlassen, trugen die Probanden eine Woche lang Beschleunigungssensoren am Handgelenk. Diese Methode erlaubte es, neben der Gesamtschlafdauer auch die exakte Verteilung der Schlafstadien zu erfassen.

Nach der einwöchigen Messung wurden die Teilnehmer über einen Median von 8,9 Jahren beobachtet, um das Auftreten neuer Krankheiten oder Todesfälle zu dokumentieren. Das auffälligste Ergebnis der Analyse: Ein höherer Anteil an REM-Schlaf – jenem Abschnitt, in dem die intensivsten Träume stattfinden und sich die Augen unter den Lidern rasch bewegen – war mit einem geringeren Risiko für mehr als 83 verschiedene Erkrankungen assoziiert.

Der REM-Schlaf gilt als äußerst aktive Phase, in der das Gehirn Informationen, Erinnerungen und Emotionen verarbeitet, während gleichzeitig elementare Regenerationsprozesse ablaufen. Neben dem Traumschlaf zeigte sich auch für den Tiefschlaf ein positiver Effekt: Dieser war mit einem verringerten Risiko für sieben Erkrankungen verbunden, darunter Typ-2-Diabetes, Depressionen, Schlafapnoe und Parkinson.

Zusammenhang mit Schlafdauer und methodische Einschränkungen

Die Auswertung bestätigte zudem den bereits bekannten Befund zur optimalen Gesamtschlafdauer. Personen, die Nacht für Nacht zwischen sechs und acht Stunden schliefen, wiesen das geringste generelle Gesundheitsrisiko auf. Im Gegensatz dazu korrelierten unregelmäßige Schlafzeiten sowie eine erhöhte Wachzeit nach dem Einschlafen (bekannt als WASO-Wert) mit einem steigenden Risiko für psychische Belastungen wie Angststörungen und schwere depressive Episoden.

REM-Schlaf senkt laut UK Biobank-Studie Risiko für 83 Erkrankungen
Photo: Fitbook

Die Studienautoren weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Untersuchung statistische Zusammenhänge aufzeigt, aber keine direkte Kausalität beweist. So könnte ein Teil der Verbindungen auf sogenannte „reverse causation zurückzuführen sein. Ein klassisches Beispiel dafür sind depressive Erkrankungen, bei denen Schlafstörungen oft ein frühes Symptom und nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung sind. Ob ein hoher REM-Schlaf aktiv vor Krankheiten schützt oder ob schlicht gesündere Menschen von Natur aus mehr REM-Schlaf aufweisen, lässt sich auf Basis der Beobachtungsdaten nicht abschließend klären.

Expertenrat zur Schlafhygiene und Alltagsroutinen

Angesichts der wachsenden Erkenntnisse über die Bedeutung einzelner Schlafphasen empfiehlt die medizinische Praxis konkrete Routinen zur Stabilisierung des inneren Rhythmus. Scott Nass, ein amerikanischer Facharzt für Familienmedizin, betonte gegenüber Medical News Today, dass vor allem ein konstanter Aufwachzeitpunkt entscheidend ist.

REM-Schlaf senkt laut UK Biobank-Studie Risiko für 83 Erkrankungen
Photo: medicalnewstoday.com

Diese Routine sollte nach Ansicht des Mediziners auch am Wochenende beibehalten werden. Demnach helfe es dem Gehirn wenig, nach einer anstrengenden oder schlaflosen Nacht stundenlang im Bett liegen zu bleiben, auch wenn sich dies kurzfristig lohnend anfühle.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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