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Kantonspolizei Freiburg deckt Online-Betrugsnetzwerk mit 77 Beteiligten auf

Die Kantonspolizei Freiburg hat ein weitreichendes Online-Betrugsnetzwerk mit 77 identifizierten Beteiligten aufgedeckt, das einen Schaden von rund 100’000 Franken verursachte. Fast die Hälfte der Beschuldigten ist minderjährig. Die Ermittlungen unter Leitung von Staatsanwaltschaft und Jugendstrafgericht laufen seit Anfang 2026.

Wie die Kantonspolizei Freiburg mitteilte, nutzten die Hintermänner bei Cyberangriffen gestohlene Bankdaten, um im Internet gezielt Elektronik- und Computerartikel zu bestellen. Die Masche zog weite Kreise und rekrutierte vor allem junge Menschen über soziale Netzwerke.

Rekrutierung über soziale Medien und die Rolle der Mittelsmänner

Die Ermittlungen zeigen, dass die Haupttäter gezielt Jugendliche und junge Erwachsene über Social-Media-Kanäle ansprachen. Dabei wurden den Angesprochenen schnelle und einfache Gewinne in Aussicht gestellt. Fast die Hälfte der insgesamt 77 identifizierten Personen ist minderjährig.

Die rekrutierten Jugendlichen übernahmen im System verschiedene Funktionen. Einige fungierten als sogenannte Money Mules und überwiesen im Auftrag Dritter Gelder, während andere Pakete entgegennahmen oder bestellte Waren in Geschäften abholten und weiterverkauften. Die Einnahmen flossen anschliessend an die Drahtzieher oder wurden direkt in weitere illegale Aktivitäten reinvestiert.

Festnahme von drei Hauptverdächtigen und kompromittierte Kreditkarten

Im Rahmen monatelanger Ermittlungen gelang es den Einsatzkräften, drei mutmassliche Hauptdrahtzieher anzuhalten. Es handelt sich dabei um einen 24-jährigen portugiesischen Staatsangehörigen sowie zwei 23-jährige Schweizer, die allesamt ausserhalb des Kantons Freiburg wohnhaft sind. Die Verdächtigen sollen mit den gestohlenen Daten unter anderem Hotelaufenthalte, Ferien und betrügerische Geldtransfers finanziert haben.

Dabei dokumentierten die Ermittler insgesamt 124 betrügerische Bestellungen. Insgesamt wurden 187 Kreditkarten kompromittiert, wobei die Polizei bislang 118 Inhaber identifizieren konnte. Bislang wurden 68 Personen bei den zuständigen Behörden zur Anzeige gebracht.

Schwere Verkehrsdelikte und illegale Waffen im Zuge der Ermittlungen

Neben dem eigentlichen Kreditkartenbetrug förderten die polizeilichen Durchsuchungen und Befragungen weitere Straftaten zutage. Die Ermittler stossen im Zuge der Verfahren auf Verstösse gegen das Strassenverkehrs- und das Waffengesetz. Darunter sticht ein Vorfall mit einem Minderjährigen besonders hervor: Ein 17-jähriger Freiburger raste auf einer Kantonsstrasse in einer 80er-Zone mit einer Bruttogeschwindigkeit von 264 km/h.

Zudem zeigte sich, dass die kriminelle Masche teilweise Kreise zog, in denen minderjährige Nachahmer das System kopierten und eigenständig weitere Jugendliche rekrutierten. Die Untersuchungen unter Federführung der Staatsanwaltschaft und des Jugendstrafgerichts dauern unvermindert an.

Empfehlungen der Kantonspolizei Freiburg zum Schutz

Angesichts der Dimension des Betrugsnetzes weist die Kantonspolizei darauf hin, dass grundsätzlich alle Inhaber von Bank- und Kreditkarten betroffen sein können.

Kantonspolizei Freiburg deckt Online-Betrugsnetzwerk mit 77 Beteiligten auf
Photo: 20min
  • Die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, sofern diese vom Finanzinstitut angeboten wird.
  • Kontoauszüge und Abrechnungen von Kreditkarten regelmässig kontrollieren.
  • Verdächtige Transaktionen unverzüglich dem zuständigen Finanzinstitut melden.
  • Bei nachgewiesenem Missbrauch umgehend Strafanzeige erstatten.

Verfügt ein Jugendlicher plötzlich und ohne plausible Begründung über erhebliche Geldmengen, teure Elektronikartikel oder andere wertvolle Güter, könnte dies ein Warnsignal für eine Rekrutierung durch kriminelle Netzwerke sein, wie die Freiburger Kantonspolizei ermittelt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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