Clan-Oberhaupt Issa Remmo hat eine Wahlparty der Berliner Linken in Neukölln besucht, was zu scharfer Kritik von CDU und Grünen sowie einer sofortigen Distanzierung der Partei führte. Der Vorfall wirft Fragen zur Organisation und zu den Gästen der Veranstaltung auf, während die Partei jegliche Verbindungen zurückweist.
Der unerwartete Gast auf der Wahlparty in Neukölln
Am Wahlabend sorgte ein bemerkenswerter Besucher für Aufsehen in Berlin-Neukölln. Issa Remmo, das Oberhaupt des bekannten Remmo-Clans, zeigte sich vor Ort bei der Wahlparty des lokalen Bezirksverbands der Linken. Laut Medienberichten zog es ihn im Anschluss zudem zu einer weiteren Party der Landespartei in den Festsaal Kreuzberg. Die Großfamilie stammt ursprünglich aus dem Libanon und lebt bereits seit den 1980er-Jahren in Berlin. Bekannte Straftaten von Familienmitgliedern sind unter anderem der Diebstahl der Goldmünze „Big Maple Leafaus dem Bode-Museum (2017) sowie der Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden (2019). 2018 beschlagnahmte die Berliner Staatsanwaltschaft 77 der Familie zugerechnete Immobilien.
Gegenüber der Presse äußerte sich Remmo positiv über den Wahlausgang. Die „Berliner Morgenpost“ zitierte ihn mit der Aussage, dass er sich in Deutschland erstmals von einer politischen Partei unterstützt fühle. Über den Wahlsieg der Partei sagte er: „Ich freue mich über die Linken“. Zudem äußerte er sich zu anhaltenden Diskussionen: „Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt“, sagte Remmo, und fügte hinzu: „Ich würde keinen judenfeindlichen Politiker wählen.“ Zu anderen Parteien äußerte er sich mit einer sprachlich unvollständigen und schwer einzuordnenden Aussage: „Ich freue mich über die Linken, nicht mit ihren Frauen zu Prada und Gucci in Paris gehen. Was genau er damit meinte und auf wen die Aussage abzielte, ließ er offen.
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Reaktionen aus der Politik und Positionierung der Linken
Die politischen Reaktionen auf den Auftritt ließen nicht lange auf sich warten und fielen deutlich aus. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner von der CDU äußerte sich auf der Plattform X zu dem Vorfall: „Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören.“ Die CDU spricht von einem „verstörenden Signal“.””


Auch vonseiten der Grünen kam Kritik. Die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr zeigte sich extrem irritiert von dem Vorfall: „Das wird die Linke klären müssen, was da passiert ist, warum da…Die Linke selbst reagierte umgehend mit einer Distanzierung und wies jede Verbindung zu ihm zurück.
„Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten.
Jorinde Schulz, Bezirksvorstand der Neuköllner Linken
Schulz teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit: „Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person.“ Der Besuch der Wahlparty habe daran „selbstverständlich nichts geändert“.””
Weiterer umstrittener Gast und Sicherheitsdebatte
Neben dem Erscheinen des Clan-Oberhaupts lenkte eine Recherche des Vereins democ den Blick auf einen weiteren anwesenden Gast, der auf der Wahlparty der Berliner Linken für Stirnrunzeln sorgte. Einer der Männer, die dort neben Remmo zu sehen waren, ist nach Angaben des gemeinnützigen Vereins democ der Anti-Israel-Aktivist Ibrahim Ibrahim, worüber zuerst t-online berichtete.
Ibrahim gilt als führender Unterstützer der Terrororganisation PFLP („Volksfront zur Befreiung Palästinas“) in Deutschland und trat in Berlin als Vertreter des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ auf. Bei der Gruppe handelt es sich um eine vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestufte Gruppe, unter deren Dach Anhänger von der Islamisten-Miliz Hamas und der PFLP in Deutschland agieren. Von der Europäischen Union und den USA wird sie als Terrororganisation eingestuft. Laut democ bezeichnete Ibrahim den früheren Hamas-Chef Jahja Sinwar, der 2024 von der IDF getötet wurde, als „standhaften Führer“ und „Märtyrerhelden. Sinwar war als Hamas-Führer im Gazastreifen maßgeblich für die Koordination des Massakers vom 7. Oktober in Israel verantwortlich, woraufhin Ibrahim den Hamas-Führer so benannte.
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Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (47) ist auf einem in sozialen Medien verbreiteten Foto ebenfalls neben Ibrahim zu sehen. Er gewann das Direktmandat im Wahlkreis Neukölln 2025. Schon damals im Jahr 2025 trat Ibrahim bei Veranstaltungen und Versammlungen von Amnesty International und der Linken Neukölln als Redner des Nationalkomitees auf, neben dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak.
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