Zum Inhalt springen
Nachrichten

Stefan Schnöll tritt aus der Politik zurück

Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) zieht sich überraschend mit November 2026 aus der Politik zurück und wechselt in die Privatwirtschaft. Der ÖVP-Spitzenpolitiker, der seit Juni 2018 der Landesregierung angehört und seit 2023 das Amt des Vize-Landeshauptmanns bekleidet, kündigte seine Entscheidung am 19. September 2026 an.

Nach achteinhalb Jahren an den Schalthebeln der Salzburger Landespolitik verlässt Stefan Schnöll die politische Bühne. Der 38-jährige ÖVP-Politiker legte seine Ämter als Landeshauptfrau-Stellvertreter, Verkehrslandesrat und Bezirksparteiobmann im Flachgau nieder, wie am Samstagabend, den 19. September 2026, in einer Aussendung bekannt wurde. Seine Entscheidung teilte er der Parteiobfrau vor Kurzem persönlich mit. „Mir war immer bewusst, dass meine Zeit in der Spitzenpolitik begrenzt ist und ich mich beruflich noch einmal neu orientieren will. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Ich danke allen, die ihr Vertrauen in mich gesetzt haben und mich in den vergangenen acht Jahren begleitet haben, erklärte Schnöll seine Beweggründe.

Verkehrsressort und prägende Jahre in der Salzburger Landesregierung

Seit seinem Eintritt in die Salzburger Landesregierung im Juni 2018 gehörte Schnöll zu den prägenden Köpfen der Salzburger Volkspartei. Zu seinen zentralen politischen Verantwortungsbereichen zählt insbesondere der Verkehr; zudem verantwortet er den Tourismus, die Landesbaudirektion, Kunst und Kultur, Museen, ist Mitglied im Europäischen Ausschuss der Regionen, leitet den Hydrographischen Dienst sowie die Geodateninfrastruktur. Zuvor war er Landesobmann-Stellvertreter der Salzburger Volkspartei (ÖVP).

Seine größte politische Niederlage erlebte Schnöll 2024, als in einer Volksbefragung der Bau des S-Link, einer zusätzlichen Bahnverbindung von der Stadt Salzburg Richtung Hallein, mehrheitlich von der Bevölkerung abgelehnt wurde.

Parteiobfrau und Landeshauptfrau Karoline Edtstadler hob in einer Würdigung anlässlich der Entscheidung Schnölls dessen Arbeit in den vergangenen Jahren hervor: „Unter seiner Ressortführung hat der Verkehrsbereich im Bundesland einen enormen Modernisierungsschub erfahren. Noch nie war das Öffi-Jahresticket so günstig, noch nie sind mehr Menschen in Bus und Bahn eingestiegen. Auch das Öffi-Ticket für Touristen ist unter seiner Obhut entstanden und ein Alleinstellungsmerkmal. Er hat hier vieles bewegen können, und dafür gebührt ihm Respekt und Anerkennung.“ Die Parteiobfrau dankte Schnöll zudem für seinen „unermüdlichen Einsatzund wünschte ihm für seinen weiteren beruflichen Lebensweg alles Gute.

Über längere Zeit wurde Schnöll als möglicher Nachfolger von Wilfried Haslauer an der Spitze der Salzburger ÖVP und des Landes positioniert. Schnöll entschied sich jedoch gegen eine Kandidatur für die Nummer eins. Persönliche und familiäre Gründe spielten bei dieser Entscheidung eine wesentliche Rolle. Damit wurde letztlich der Weg für Karoline Edtstadler frei, die sowohl die Führung der Salzburger Volkspartei als auch das Amt der Landeshauptfrau übernahm. Nun muss Edtstadler bereits zum zweiten Mal nach ihrem Amtsantritt eine zentrale Position in ihrem Regierungsteam neu besetzen.

Schnöll verbindet trotz seines vergleichsweise jungen Alters politische Erfahrung auf Landes- und Bundesebene. Vor seinem Eintritt in die Salzburger Landesregierung war er unter anderem Nationalratsabgeordneter und Bundesobmann der Jungen ÖVP (bis 2021).

Reaktionen des Koalitionspartners und offene Nachfolgefragen

Der angekündigte Abgang löst Reaktionen des ÖVP-Koalitionspartners FPÖ aus. Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) würdigte Schnöll anlässlich seines angekündigten Rückzugs. Die beiden verbindet eine lange gemeinsame politische Wegstrecke, die bereits auf Bundesebene begonnen hat. Nach der Nationalratswahl 2017 gehörten Schnöll und Svazek ab November 2017 gemeinsam als Abgeordnete dem Nationalrat an. 2018 wechselte Schnöll als Landesrat in die Salzburger Landesregierung, während Svazek Klubobfrau im Salzburger Landtag wurde. Seit Juni 2023 tragen beide gemeinsam Regierungsverantwortung in der Koalition.

Stefan Schnöll tritt aus der Politik zurück
Photo: SN
Stefan Schnöll tritt aus der Politik zurück
Photo: salzburg24.at

„Stefan und ich kennen einander seit vielen Jahren in ganz unterschiedlichen politischen Rollen. Gerade deshalb ist daraus ein sehr vollständiges Bild vom Menschen Stefan Schnöll entstanden, so Svazek. Die Zusammenarbeit sei über die Jahre hinweg in den unterschiedlichen Funktionen stets sehr gut gewesen.

„Ich habe Stefan über all die Jahre als aufrichtig, immer menschlich und humorvoll erlebt und geschätzt. Gerade diese Eigenschaften machen ihn auch persönlich zu jemandem, den man in der Politik nur ungern verliert. Ich hätte mit Stefan gerne noch länger zusammengearbeitet.

Marlene Svazek, Landeshauptfrau-Stellvertreterin

Wer Schnöll nachfolgt, soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Das Parteipräsidium erhält in den kommenden Tagen einen Nachfolgavorschlag von der Parteiobfrau, ehe die Präsentation der neuen Persönlichkeit erfolgt.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.