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Gesundheit

DR Kongo Impft Medizinisches Personal Gegen Ebola Im Epizentrum Ituri

Gesundheitsbehörden haben in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola-Impfungen für medizinisches Personal begonnen. Ziel ist es, die Ausbreitung der bisher tödlichsten Epidemie im Epizentrum in Ituri und angrenzenden Regionen einzudämmen. Dabei kommt der Impfstoff Ervebo im Rahmen klinischer Studien zum Einsatz, obwohl die aktuelle Welle durch den Bundibugyo-Erreger ausgelöst wird.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des bisher größten Ebola-Ausbruchs in der Geschichte des Landes hat die Demokratische Republik Kongo mit einer großangelegten Impfkampagne für medizinisches Personal und Einsatzkräfte begonnen. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf das Epizentrum im Osten des Landes, wo die Situation laut Aussagen internationaler Organisationen durch Sicherheitskrisen und logistische Hürden massiv erschwert wird.

Start der Impfungen in den betroffenen Provinzen

Die Impfkampagne startete zunächst in der nordöstlichen Stadt Kisangani, der Hauptstadt der Provinz Tshopo, bevor sie auf weitere Regionen ausgeweitet wurde. Gesundheitsminister Samuel-Roger Kamba erklärte zum Auftakt, dass das Land mehr als 50.000 Dosen des Vakzins erhalten habe. Priorität bei der Verteilung haben jene Arbeitskräfte, die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen.

Displaced people watch a health worker in full personal protective equipment (PPE) preparing to disinfect the area during
Photo: reuters.com

Kurz darauf wurde das Programm auf die Provinz Ituri ausgedehnt, wo das Geschehen besonders intensiv ist. Nach Angaben der Regierung hatten bis Mitte September bereits über 3.700 Menschen eine Dosis des Impfstoffs Ervebo erhalten. Die Verteilung erfolgt unter schwierigen Bedingungen, die durch Vertreibung, lokale Konflikte und wiederkehrende Streiks des Gesundheitspersonals geprägt sind.

Wissenschaftliche Studie BRAVO in Bunia gestartet

Im Zentrum der jüngsten Bemühungen steht eine klinische Studie namens BRAVO, die von Ärzte ohne Grenzen (MSF) gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden und dem Africa CDC in der Stadt Bunia ins Leben gerufen wurde. Die Untersuchung zielt darauf ab, rund 20.000 Risikopersonen in den Provinzen Ituri und North Kivu zu begleiten und die Wirksamkeit des Impfstoffs im realen Einsatz zu dokumentieren.

Doctors Without Borders launches Ebola vaccination study in DR Congo
Photo: AA

Das Vorgehen ist medizinisch bemerkenswert: Der verwendete Ervebo-Impfstoff wurde ursprünglich für den Zaire-Stramm entwickelt und zugelassen, während der aktuelle Ausbruch durch den Bundibugyo-Virusstamm verursacht wird. Da für diesen spezifischen Stamm bisher keine offiziell zugelassenen Vakzine oder spezifischen Behandlungen existieren, erfolgt der Einsatz im Rahmen eines Sonderprogramms.

Aunque ERVEBO no fue originalmente desarrollado para proteger contra Bundibugyo, datos preliminares sugieren que puede ofrecer cierto grado de protección contra el virus. Guyguy Manangama, Epidemiologe und stellvertretender Direktor für Operationen bei MSF (zitiert über Anadolu Agency)

Die Experten betonen jedoch, dass das Vakzin die aktuelle Epidemie nicht allein beenden kann. Vielmehr soll es als ergänzende Maßnahme dienen, um das am stärksten gefährdete Personal zu schützen und schwerste Verläufe zu verhindern.

Herausforderungen und schwere Belastung für das Gesundheitssystem

Die epidemiologischen Daten verdeutlichen das Ausmaß der Krise. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 7.541 bestätigte Fälle verzeichnet, darunter 3.639 Todesfälle, was einer Gesamtfetalität von rund 48,3 Prozent entspricht. Gleichzeitig haben sich 1.823 Patienten von der Infektion erholt. Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass die Epidemie damit auf dem Weg ist, frühere Rekordwerte in den Schatten zu stellen.

DR Kongo Impft Medizinisches Personal Gegen Ebola Im Epizentrum Ituri
Photo: https://www.ecdc.europa.eu/en/topics-z/ebola-disease/surveillance-and-updates/ebola-outbreak-democratic-republic-congo-and-uganda

Die Lage im Epizentrum wirkt sich spürbar auf das öffentliche Leben aus. Obwohl zu Wochenbeginn das neue Schuljahr in der Region begann, blieben viele Klassenräume insbesondere in staatlichen Schulen leer, da Eltern aus Sorge vor Infektionen und mangelnden Schutzmaßnahmen an Schulen ihre Kinder zu Hause behielten. UN-Organisationen wie UNICEF unterstützen die Behörden dabei, grundlegende Hygienestandards an den Bildungseinrichtungen durchzusetzen.

Skepsis und offene Fragen beim medizinischen Personal

Unter den Betroffenen vor Ort mischen sich Entschlossenheit und Verunsicherung. Da frühere Impfaktionen in vergangenen Ausbrüchen verpflichtend waren, stellen sich viele Angestellte die Frage, ob eine erneute Immunisierung notwendig ist.

Congo to vaccinate health workers, contacts amid Ebola outbreak

Vor Ort in Bunia berichteten Betroffene über den praktischen Umgang mit der Situation. Ein im Gesundheitswesen tätiger Arzt namens Jeannot Elua äußerte gegenüber der Presse, dass das medizinische Personal angesichts der hohen Risiken kaum eine Alternative habe. Ein Kollege, Jean Paul Uzele, der bereits während des zehnten Ebola-Ausbruchs geimpft worden war, stellte die Frage, ob eine erneute Impfung erforderlich sei.

Die Beobreuungen von Ärzte ohne Grenzen zeigen zudem, dass trotz sinkender Patientenzahlen in einigen traditionellen Zentren immer wieder neue Infektionsherde in unvorbereiteten Regionen auftauchen. Die kommenden Monate der BRAVO-Studie sollen nun verlässliche Daten liefern, ob der bestehende Impfstoff die Ausbreitung des Bundibugyo-Virus wirksam bremsen kann.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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