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Welt

Kennedy Center: Schließung nach Streit um Trump-Namen

Kerry Kennedy bezeichnete die Schließung des John F. Kennedy Center for Performing Arts am 15. September 2026 als Tragödie. Der Schritt des Kuratoriums folgte unmittelbar auf eine gerichtliche Entscheidung von Richter Christopher Cooper, der den Versuch der Trump-Regierung untersagte, den Namen von Präsident Donald Trump ohne Zustimmung des Kongresses am Gebäude anzubringen.

Gerichtssaal und Kuratorium: Streit um den Namen des Kennedy Center

Der Konflikt um das Kulturzentrum in Washington, D.C., hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am 15. September 2026 entschied U.S. District Judge Christopher Cooper, dass die Angeklagten keine Denkmäler für Präsident Donald Trump oder andere Personen ohne den Segen des Kongresses installieren dürfen. Die Verfügung erging im Rahmen einer Klage der demokratischen Repräsentantin Joyce Beatty, die sich gegen die umfassenden Veränderungen der Administration wandte. Nur Stunden nach dem richterlichen Beschluss stimmte das Kuratorium des Kennedy Center für eine sofortige Schließung des Hauptgebäudes. Die Treuhänder begründeten den Schritt mit finanzieller Belastung sowie Sicherheitsrisiken nach einem Sturm.

Die Auseinandersetzung über die Namensgebung begann bereits im Dezember 2025. Nachdem Trump den Vorsitz des Kuratoriums übernommen und überwiegend eigene Verbündete ernannt hatte, votierte das Gremium dafür, seinen Namen an der Gedenkstätte anzubringen. Im Juni 2026 musste das Zentrum diesen Namenszusatz nach vorherigen gerichtlichen Anordnungen wieder entfernen; lediglich eine Plane deckt seither den Eingangsbereich ab, an dem der Name kurzzeitig prangte. Roma Daravi, die Vizepräsidentin für Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums und Veteranin der ersten Trump-Regierung, betonte nach dem jüngsten Urteil gegenüber Associated Press, dass das Zentrum zuversichtlich sei, dass das Berufungsgericht den Willen des Vorstands zur Ehrung von Präsident Trump bestätigen werde.

Deckeneinsturz, Sicherheitsbedenken und Renovierungskosten

Neben dem juristischen Streit steht die physische Substanz des 1971 eröffneten Gebäudes im Fokus. Administratoren warnten vor einer sofortigen Schließung, um eine Gefährdung von Besuchern und Personal zu verhindern. Hintergrund ist ein Vorfall während eines Sturms am 4. September 2026, bei dem im Grand Foyer ein rund vier mal fünf Fuß großer Abschnitt der Deckenputzverkleidung aus etwa 60 Fuß Höhe herabstürzte. Der Kongress hatte zuvor rund 257 Millionen Dollar für Sanierungsarbeiten bereitgestellt.

Die Trump-Administration zeichnete in einem neuen Gerichtsantrag ein drastisches Bild der Lage. Das Justizministerium teilte dem Gericht mit, dass die Schließung vorerst eine Woche dauern solle, es sei denn, umfangreichere Sicherheitsarbeiten machten eine Verlängerung erforderlich. Die Regierung argumentierte, dass ohne Trumps Anstrengungen das Zentrum in eine finanzielle und strukturelle Abwärtsspirale geraten werde, die schließlich einen Abriss unumgänglich machen könnte. Als Alternative brachte die Administration einen großen Freiluft-Amphitheater-Ersatz mit Blick auf den Potomac River ins Gespräch.

Kerry Kennedys scharfe Kritik und die Reaktionen

Die Entscheidung zur Schließung und die Debatte um die Zukunft der nationalen Kulturstätte lösten heftige politische Reaktionen aus. Kerry Kennedy, Tochter des ehemaligen US-Justizministers Robert F. Kennedy und Nichte von Präsident John F. Kennedy, äußerte sich am selben Tag in der Sendung Erin Burnett OutFront auf CNN drastisch zu den Vorgängen.

Kerry Kennedy erklärte, dass dies eine Tragödie sei, da das amerikanische Volk das Kennedy Center und die Künste liebe, die Vorgänge verstehe und die Korruption dahinter erkenne, wobei es sich um kein finanzielles Problem handele, da Präsident Trump zwar gesagt habe, dass 250 Millionen Dollar bereitstünden, um sie am nächsten Tag zu übergeben, er diese jedoch nur zurückhalte, weil er seinen Namen am Gebäude haben wolle.

Kennedy Center: Schließung nach Streit um Trump-Namen
Photo: aol.com

Kerry Kennedy, Menschenrechtsaktivistin und Tochter von Robert F. Kennedy, über CNN

Kerry Kennedy warf dem Präsidenten vor, das Kulturzentrum als Geisel zu nehmen. Sie fügte hinzu, dass dies wie so vieles sei, was Trump berührt habe, und nannte die Entwicklung eine finanzielle Pleite, nur weil sein Name damit verknüpft werde. Aktivisten und Organisationen wie „Hands Off the Artskündigten unterdessen Kundgebungen und eine Menschenkette um den Komplex an, um gegen die politischen Einflüsse und die Schließungsdrohungen zu demonstrieren.

Transparenz und offene Fragen im Streit um das Kulturzentrum

Die Lage an der Kultureinrichtung bleibt trotz der juristischen Vorgaben unübersichtlich. Während Richter Cooper anordnete, dass jede mögliche Demontage oder bauliche Hauptveränderung eine Ankündigungsfrist von 30 Tagen erfordert und einen Bericht über die temporäre Schließung anforderte, betonte die Leitung des Hauses, dass keine tatsächlichen Abrissarbeiten laufen. Eine interne Mitarbeiter-E-Mail, die dem Gericht vorlag, charakterisierte die kurzfristige Schließung als eine separate Managemententscheidung, die von den langfristigen Umbauplänen des Vorstands unterschieden werden müsse.

split screen of Kerry Kennedy on the left, looking into the camera, and a protest outside the Kennedy Center on the right
Photo: bbc.co.uk

Präsident Trump erklärte während eines Auftritts in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina, dass sich das Gebäude in einem sehr gefährlichen Zustand befinde und die Anerkennung der Bemühungen seiner Regierung unabdingbar sei, um einen vollständigen Verfall und Abriss zu verhindern. Ob die bereitgestellten Bundesmittel in Höhe von Hunderten Millionen Dollar ohne weitere politische Bedingungen in die dringende Dach- und Foyer-Sanierung fließen oder ob der Namensstreit den Betrieb des Zentrums weiter blockiert, bleibt vor den Bundesgerichten in Washington vorerst ungeklärt.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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