Die Entwickler hinter populären Retro-Portierungen wie Ship of Harkinian haben zugegeben, jahrelang KI-Werkzeuge eingesetzt zu haben. Während Fans hitzige Debatten über mutmaßlichen Code-Müll führen, veröffentlichte das Team gleichzeitig eine inoffizielle PC-Version des Nintendo-64-Klassikers Paper Mario.
Die Enthüllung um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Harbour Masters
Die Entwicklergruppe Harbour Masters steht im Zentrum einer intensiven Kontroverse über die Verwendung von assistierten Programmierwerkzeugen. Das Team hat sich durch reverse-engineering-basierte Portierungen klassischer N64-Spiele einen Namen gemacht, darunter Ship of Harkinian, eine Version des Rollenspiels Ocarina of Time für den PC. Auf Portalen wie ResetEra und Bluesky verbreitete sich ein Beitrag auf dem PC Gaming Wiki rasch, der von dem Nutzer Slopiskillingretrogaming
verfasst worden war. Der Verfasser erhob den Vorwurf, dass große Teile des Programmiercodes sowie grafische Elemente unter Zuhilfenahme von KI-Anwendungen erstellt worden seien.
In dem viralen Wiki-Eintrag hieß es, die Projekte würden die Qualitätsanforderungen der Plattform kaum noch erfüllen. Harbour Masters sei in jüng Zeit dazu übergegangen, lächerliche Mengen an KI-generiertem Code und sogar einige Assets zu verwenden, und ihre Projekte erfüllten die Anforderungen des PC Gaming Wikiarguably nun wirklich nicht mehr, hieß es in dem zitierten Beitrag. Zudem wurde kritisiert, dass besonders die Laufzeitkomponente namens libultraship stark mit KI-generierten Strukturen durchsetzt sei und Mitwirkende versucht hätten, entsprechende Miturheber-Credits zu entfernen.
Reaktionen der Entwickler und die Realität des Workflows
Innerhalb des offiziellen Discord-Servers zeigten sich die Entwickler von der Wucht der Reaktionen überrascht. Während einige Mitglieder die Anschuldigungen zunächst als unwahr zurückwiesen, räumten andere Programmierer den praktischen Einsatz von KI-Assistenten im Entwicklungsprozess über einen Zeitraum von mehreren Jahren ein. Entwickler Malkierian erklärte, dass die Behauptung über millionenfach direkt generierte Zeilen unzutreffend sei. Stattdessen seien zahlreiche Funktionen durch die Verwendung eines Skripts konvertiert worden, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz entwickelt und im Anschluss manuell auf Parität überprüft wurde.


Briaguya, Entwickler bei Harbour Masters, erklärte, dass Beobachter gesehen hätten, wie Harbour-Master-Projekte von leidenschaftlichen Entwicklern auf eine Weise erstellt wurden, die kein Code-Müll sei, und daraus geschlossen hätten, dass dies bedeute, keiner der Entwickler habe jemals mit ChatGPT über ein schwieriges Problem gesprochen, GitHub Copilot während des kostenlosen Testzeitraums genutzt oder mit agentenbasierten Codierungsumgebungen experimentiert, sobald diese verfügbar wurden. Die Qualität des Spielerlebnisses habe sich jedenfalls keineswegs wie minderwertiger Müll angefühlt.
Laut den Angaben aus dem Team wurden vorgeschlagene Änderungen zwar nicht im Nachhinein auf jeden denkbaren KI-Einsatz hin überprüft, jedoch wurde jede einzelne Codezeile von erfahrenen Menschen einer strengen Qualitätsprüfung unterzogen. Das Team verwies zudem darauf, dass eine entsprechende Richtlinie für den Umgang mit solchen Werkzeugen bereits seit Monaten öffentlich zugänglich ist.
Veröffentlichung von PaperBoat für Windows, Linux und MacOS
Ungeachtet der anhaltenden Diskussionen im Netz hat die Gruppe um Harbour Masters ihr neuestes Projekt vorgelegt: Unter dem Namen PaperBoat erschien eine inoffizielle Portierung des im Jahr 2000 veröffentlichten Rollenspiels Paper Mario für die Betriebssysteme Windows, Linux und MacOS. Das Spiel, das durch seine zweidimensionalen Papier-Optiken Bekanntheit erlangte, reiht sich damit in eine Liste früherer Umsetzungen wie Majora’s Mask, Super Mario 64, Banjo-Kazooie und Mario Kart 64 ein.
Nutzer müssen für die Ausführung wie gewohnt ein eigenes Spiel-ROM bereitstellen, wobei die US-Version unterstützt wird. Die Portierung bietet gegenüber dem Original zahlreiche technische Zusatzoptionen, darunter Auflösungsskalierung, anpassbare Bildwiederholraten, verschiedene Bildformate, Cheat-Optionen sowie ein integriertes Mod-Menü. Ob eine von Fans oft erwartete Android-Variante folgen wird, bleibt abzuwarten; während die Gruppe derartige Umsetzungen selten direkt veröffentlicht, gilt ein entsprechender Ableger auf Basis des aktuellen Quellcodes als durchaus wahrscheinlich.
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