Renault hat sein batterieelektrisches Familien-SUV Scenic E-Tech umfassend überarbeitet und bietet das Modell künftig mit neuen Batterien, gesteigerter Reichweite und kürzeren Ladezeiten an. Wie unter anderem Insideevs berichtet, ersetzen neue Speichergrößen von 67 und 89 kWh die bisherigen Varianten mit 60 und 87 kWh. Der bisherige 125-kW-Antrieb entfällt, sodass fortan sämtliche Ausführungen mit einem 160-kW-Motor (entspricht rund 217 PS) mit einem Drehmoment von 300 Nm ausgestattet sind.
Renault modernisiert den Scenic E-Tech mit neuen Batterien und mehr Reichweite
Die Einstiegsversion erhält einen LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) mit einer Nettokapazität von 67 kWh, der dank einer Cell-to-Pack-Architektur eine hohe Effizienz erreicht. Laut heise online steigt die WLTP-Reichweite dieser Variante auf 459 Kilometer. Die große Long-Range-Ausführung nutzt weiterhin eine NMC-Chemie (Nickel-Mangan-Cobalt) mit 89 kWh Netto-Inhalt, womit WLTP-Reichweiten zwischen 621 und 632 Kilometern erzielt werden. Konfigurierbar ist nach Angaben von Insideevs zunächst nur die Variante mit dem großen Akku, während die kleiner motorisierte LFP-Auswahl zu einem späteren Zeitpunkt folgen soll.
Verbesserte Ladeleistung und verkürzte Ladezeiten
Neben den vergrößerten Kapazitäten hat Renault auch das Ladeverhalten optimiert. Beide Batterievarianten laden laut Herstellerangaben circa 25 Prozent schneller als die Vorgängermodelle. Die maximale Ladeleistung wird mit 165 kW für die kleinere beziehungsweise 150 kW für die große Batterie angegeben.
Für den Ladehub von 15 auf 80 Prozent benötigt die LFP-Variante rund 24 Minuten, während der große NMC-Akku etwa 28 Minuten beansprucht. Wie detaillierte Berechnungen zeigen, hält der LFP-Akku die maximale Ladeleistung allerdings nicht dauerhaft, weshalb sich beim größeren Akku im Schnitt eine höhere durchschnittliche Ladeleistung im angegebenen Bereich ergibt. Das Fahrzeug misst in der Länge 4,47 Meter, bietet ein Kofferraumvolumen von 545 bis 1670 Litern und bringt ein Gewicht von rund 1900 Kilogramm auf die Waage. Gefertigt wird der Scenic E-Tech im französischen Werk Douai, während die Motoren aus Cléon und die Batteriezellen aus Polen stammen.
Künstliche Intelligenz mit Google Gemini und erweiterte Assistenzsysteme
Im Innenraum und bei der Digitalisierung hält modernste Software Einzug. Das Infotainmentsystem OpenR Link integriert nun optional Google Gemini als KI-Sprachassistenten, der komplexere und kontextbezogene Anfragen verarbeiten kann. Ergänzend dazu bietet Google Maps erweiterte Filteroptionen für Ladestationen, bei denen gezielt nach Anbietern, Ladeleistungen oder Zahlungsmethoden gefiltert werden kann.

Zusätzlich erhalten alle Versionen eine verbesserte Fahrerüberwachung zur Erkennung von Müdigkeit und Ablenkung, die gleichzeitig den Fahrer erkennen und individuelle Sitz- oder Infotaineinstellungen abrufen kann. Die Fahrerassistenzsysteme wurden um eine Multi-Target-Funktion erweitert, die mehrere Fahrzeuge parallel im Blick behält und im dichten Straßenverkehr ruhiger agieren soll. Ein neuer „Smart-Modus im Multi-Sense-System wechselt je nach Fahrstil automatisch zwischen den Modi Eco, Comfort und Sport.
Ausstattungsvarianten und Marktpositionierung
Bei den Ausstattungslinien gibt es ebenfalls modifizierte Details: In der Variante Techno kommen Frontpartie und Sitze mit neuen PET-Stoffen zum Einsatz, die zu mehr als 95 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen. Die Ausstattung Esprit Alpine bietet ein überarbeitetes Interieur mit changierenden Effekten, während das Iconic-Modell weiterhin in zwei Farben erhältlich ist.

In Frankreich ist der überarbeitete Scenic mit dem großen Akku bereits bestellbar, wobei der Einstiegspreis in der Basis bei 37.590 Euro liegt. Ob und wann die Neuerungen auch offiziell auf dem britischen Markt eingeführt werden, wird laut aol.com noch geprüft.