Mit 220 zu 204 Stimmen votierten sieben Republikaner gemeinsam mit den Demokraten für den Abzug der US-Streitkräfte aus den laufenden Kampfhandlungen.
Die Abstimmung im US-Repräsentantenhaus markiert eine deutliche politische Meinungsverschiedenheit über den fast sieben Monate währenden Militäreinsatz. Der Konflikt, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 mit ersten Luftangriffen begannen, belastet zunehmend die amerikanische Wirtschaft und teilt die republikanische Partei im Kongress. Die von dem demokratischen Abgeordneten Seth Moulton aus Massachusetts eingebrachte Resolution fordert den Präsidenten auf, die Streitkräfte aus den Kampfhandlungen mit Iran abzuziehen, sofern der Kongress keine formelle Kriegserklärung oder spezifische Autorisierung beschließt.
Republikanische Abweichler und die veränderte Mehrheit im Repräsentantenhaus
Obwohl die Mehrheit der Republikaner im Kongress weiterhin hinter dem Präsidenten steht, wuchs die Zahl der parteiinternen Abweichler bei dieser Abstimmung auf sieben Abgeordnete an. Zu den vier Politikern, die bereits im Juni und Juli für ähnliche Resolutionen gestimmt hatten – Tom Barrett aus Michigan, Warren Davidson aus Ohio, Brian Fitzpatrick aus Pennsylvania und Thomas Massie aus Kentucky –, gesellten sich drei neue Gesichter: Nancy Mace aus South Carolina sowie Mariannette Miller-Meeks und Zach Nunn aus Iowa.

Zach Nunn begründete seine Entscheidung in der Debatte mit den Worten: Mit dem Ende des Verhandlungsfensters erfordern fortgesetzte Kampfhandlungen eine Autorisierung durch den Kongress. Zudem betonte der Abgeordnete, er werde keinen weiteren endlosen Krieg unterstützen. Tom Barrett aus Michigan hatte bereits am Dienstagmorgen bekräftigt, dass es nach dem Auslaufen der Frist von 60 Tagen im Rahmen der Kriegsbefugnisse allein Sache des Kongresses sei, einen neuen langen Konflikt zu verhindern.
Auf der Gegenseite verteidigten treue Unterstützer des Weißen Hauses das Vorgehen des Präsidenten. Brian Mast aus Florida, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, argumentierte, dass Iran weiterhin eine kontinuierliche und akute Bedrohung darstelle.
Wir müssen jetzt zum Präsidenten und zum iranischen Volk stehen.
Finanzielle Lasten und Inflationssorgen laut dem Bericht des Haushaltsamtes
Parallel zu den politischen Auseinandersetzungen im Parlament legte das unparteiische Haushaltsbüro des US-Kongresses (Congressional Budget Office) am Dienstag einen detaillierten Bericht zu den Kosten des Militäreinsatzes vor. Die Ausgaben des sechsmonatigen Krieges haben demnach die Marke von 38 Milliarden US-Dollar überschritten, gerechnet bis zum Stichtag des 1. August. Das Budgetbüro prognostiziert monatliche Zusatzkosten zwischen 2 Milliarden und 3 Milliarden US-Dollar, abhängig von der Intensität der Kampfhandlungen.

Ein wesentlicher Kostentreiber ist die Ersatzbeschaffung verbrauchter Munition. Allein die Wiederauffüllung der genutzten Waffen und Raketen wird nach Einschätzung des Haushaltsamtes voraussichtlich rund 21,7 Milliarden US-Dollar verschlingen. Die Behörde warnte zudem vor langfristigen Engpässen bei bestimmten Lenkflugkörpern und Abwehrsystemen, deren Bestände über Jahre hinweg reduziert bleiben könnten.
Darüber hinaus prognostiziert die Analyse, dass der Konflikt die Inflation im ersten Quartal des kommenden Jahres 2027 um 0,5 Prozentpunkte anheizen wird. Der Krieg beeinträchtigt weiterhin die globalen Lieferketten, insbesondere durch die Behinderung des Ölexports über die strategisch wichtige Straße von Hormus, was zu spürbar höheren Treibstoffpreisen an den Tankstellen in den Vereinigten Staaten führt.
Weg zur Abstimmung und die rechtlichen Hürden im US-Senat
Trotz der erneuten symbolischen Mehrheit im Repräsentantenhaus bleibt die unmittelbare Wirkung der Resolution gering. Da es sich um eine konkurrierende Resolution handelt, wird sie dem Präsidenten nicht zur Unterschrift vorgelegt, womit ein formelles Veto umgangen wird; selbst im Falle einer Zustimmung beider Kongresskammern verbleiben erhebliche verfassungsrechtliche Zweifel, ob der Kongress auf diesem Wege einen Truppenabzug erzwingen kann. Der Juristische Dienst des Kongresses verwies dabei auf die ältere Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs in der Sache INS v.

Der Republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, erklärte am Dienstag, er gehe davon aus, dass der Iran-Konflikt in eine neue Phase trete, während internationale Verbündete verstärkt zur Stabilisierung der Region beitragen.
Die politische Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Senat. Die Senatoren haben vereinbart, eine separate, ebenfalls vom Abgeordnetenhaus beschlossene Resolution zur Beendigung des Iran-Krieges bis spätestens zum 2. Oktober zu prüfen. Mit weniger als 50 verbleibenden Tagen bis zu den entscheidenden Zwischenwahlen im November, bei denen die Demokraten versuchen, die Kontrolle über den Kongress von den Republikanern zu übernehmen, nutzen beide Parteien das Thema intensiv in ihren Wahlkämpfen.
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