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Gesundheit

NHS führt HPV-Selbsttests zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge zu Hause ein

Der britische National Health Service (NHS) führt in Wolverhampton und schrittweise in ganz England ein neues System ein, bei dem Frauen überfällige HPV-Abstriche ganz einfach zu Hause per Selbsttest durchführen können. Rund vier Millionen Frauen in England sind aktuell mit ihrer Krebsvorsorge im Rückstand, wie offizielle Zahlen der britischen Gesundheitsbehörden zeigen.

Hausbesuche der Post statt Arzttermin: So funktioniert der HPV-Selbsttest

Um die Hürden bei der gynäkologischen Krebsvorsorge zu senken, setzt der NHS auf ein diskretes Heimtest-Verfahren. Berechtigte Frauen erhalten ihre Einladungen über die NHS-App, per SMS, E-Mail oder Post. Über den Online-Account können die Betroffenen daraufhin ein kostenloses Testkit bestellen, das direkt nach Hause geliefert wird. Das Set enthält einen speziellen Tupfer, der im Intimbereich angewendet wird, um eine HPV-Probe zu entnehmen. Die Probe wird anschließend portofrei an ein Labor geschickt, wo sie auf hochriskante Typen von humanen Papillomaviren untersucht wird.

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden ist das Virus für nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Dr. Sue Mann, nationale klinische Direktorin für Frauengesundheit bei NHS England, beschrieb den Ansatz als einen bedeutenden Wendepunkt. Millionen von Frauen einen alternativen Test anzubieten, den sie bequem von zu Hause aus durchführen können, sei ein echter Meilenstein, der es für sie einfacher denn je mache, sich auf HPV testen zu lassen, erklärte Dr. Mann zu dem Projekt. Sie betonte zudem, wenn man zur Teilnahme eingeladen werde, solle man bitte einen Test bestellen – es handle sich um einen einfachen Abstrich, den man zu Hause in wenigen Minuten selbst vornehmen könne.

Zielgruppe und der Weg zur Krebselimination bis 2040

Das Programm richtet sich in dieser ersten Phase gezielt an Frauen im Alter zwischen 30 und 65 Jahren, die ihre regulären Vorsorgetermine bisher versäumt haben oder im Rückstand sind. Der traditionelle Abstrich in der Arztpraxis bleibt der Standard für alle Patientinnen, die den Weg dorthin wahrnehmen; der Selbsttest soll lediglich als zusätzliches Angebot für schwer erreichbare Gruppen dienen. Gesundheitsministerin Yvette Cooper betonte in diesem Zusammenhang den politischen Willen zur Prävention: Diese kostenlosen Selbsttests würden vier Millionen Frauen angeboten, die derzeit mit ihrer Vorsorge im Rückstand seien, um es so vielen Frauen wie möglich so leicht wie möglich zu machen, gesund und sicher zu bleiben, so Cooper laut Berichten über die landesweite Initiative.

NHS führt HPV-Selbsttests zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge zu Hause ein
Photo: womenshealthmag.com

Die gesamte Initiative ist in das langfristige Ziel des britischen Gesundheitssystems eingebettet, Gebärmutterhalskrebs bis zum Jahr 2040 vollständig auszurotten. Aktuellen Statistiken zufolge liegt die Teilnahmequote an der Vorsorge in England bei 68,8 Prozent und verfehlt damit das avisierte NHS-Ziel von 80 Prozent deutlich. In Wolverhampton, wo die Stadtverwaltung die Maßnahme ebenfalls vorantreibt, hob Obaida Ahmed als zuständiges Ratsmitglied für Gesundheit, Wohlbefinden und Gemeinschaft hervor, dass in England jeden Tag zwei Frauen an Gebärmutterhalskrebs sterben, obwohl es sich dabei um eine der am besten vermeidbaren Krebsarten handle, wie die Auswertung des Senders zur Einführung in Wolverhampton festhält.

Ablauf nach dem Testergebnis und die medizinische Einordnung

Sollte das Labor im eingesendeten Abstrich ein Risiko für hochriskantes HPV feststellen, bedeutet dies keineswegs eine sofortige Krebserkrankung. Helen Hyndman, leitende Krankenschwester bei der gynäkologischen Krebsstiftung The Eve Appeal, erläuterte hierzu, dass Hochrisiko-HPV Veränderungen der Zervixzellen verursachen könne; diese Zellen seien zwar kein Krebs, könnten aber in Zukunft zu Gebärmutterhalskrebs führen, wenn sie nicht überwacht oder behandelt würden. Betroffene werden nach einem positiven Testergebnis zu einem regulären Kontrolltermin in eine Praxis oder Klinik eingeladen, um eventuelle Zellveränderungen detailliert untersuchen zu lassen.

A medic, pictured from the shoulders to waist wearing purple scrubs, with a stethoscope around their neck, wearing white
Photo: bbc.co.uk

Unterstützung erhält die Initiative auch von Frauen, die in jungen Jahren von der Krankheit betroffen waren. Gem Sofianos-Boorman, bei der im Alter von 28 Jahren während einer Vorsorgeuntersuchung Krebs diagnostiziert wurde, blickt heute auf die Bedeutung des Screenings zurück. Die inzwischen 39-Jährige erklärte gegenüber Medien, dass die Teilnahme damals das Letzte gewesen sei, womit sie gerechnet habe, da sie jung und gesund war und keinerlei Symptome zeigte. Sie betonte rückblickend fest daran zu glauben, dass der Gang zu ihrem Vorsorgetermin ihr das Leben gerettet habe.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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