US-Schauspielerin Sydney Sweeney gerät im September 2026 wegen einer freizügigen Werbekampagne für den Sportwettanbieter Novig weltweit in die Kritik. Prominente Olympiasiegerinnen und Athletinnen werfen ihr die Sexualisierung des Frauensports vor, während die Firma und Sweeney die Werbeaktion verteidigen.
Eine neue Werbekampagne für die Sport-Vorhersageplattform Novig sorgt international für heftige Reaktionen in der Sportwelt. Im Mittelpunkt steht die US-amerikanische Schauspielerin Sydney Sweeney, die in dem viralen Werbespot bekleidet lediglich mit strategisch platzierten Sportgeräten wie Basketbällen und Football-Helmen zu sehen ist und das Publikum auffordert, just sports
zu tippen, wie The Guardian berichtete. Der Clip verzeichnete nach Angaben des Blattes in den ersten zwei Tagen mehr als 22 Millionen Aufrufe.
Amy Hunt und internationale Athletinnen kontern mit Leistungsbildern
Die Reaktionen ließen in der Sportwelt nicht lange auf sich warten. Die britische Sprinterin Amy Hunt, die kurz zuvor vier Europameistertitel gewonnen hatte, bezog nach einem vierten Platz über 200 Meter beim Ultimate Championship in Budapest öffentlich Stellung. Die BBC dokumentierte Hunts Aussagen nach dem Rennen, in denen sie betonte, dass der Alltag von Sportlerinnen von harter körperlicher Arbeit und nicht von Glamour geprägt ist.
Wie Amy Hunt, britische Sprinterin, via BBC Sport ausführte, sehe so eine Frau im Sport aus: mit einer Zeit von 21,4 Sekunden, Muskeln sowie harter Arbeit, Blut, Schweiß und Tränen, und sie bezeichnete dies als einen schönen Abend.
Hunt verwies dabei auf die Siegzeit von Melissa Jefferson-Wooden mit 21,47 Sekunden, die zu den schnellsten Frauenzeiten über diese Distanz gehört. Die britische Olympiasiegerin im Bahnradsport Sophie Capewell kritisierte das Format ebenfalls scharf und stellte auf Social Media die Frage, wie eine sexualisierte Darstellung nach wie vor die populärste Art sein könne, Frauen im Sport zu präsentieren.
Ariarne Titmus und Gracie Kramer starten den digitalen Protest
In Australien schloss sich die vierfache Olympiaschwimmerin Ariarne Titmus dem Protest an und zeigte sich tief betroffen. Fox News zitierte ihre Äußerungen, wonach die Vermarktung des weiblichen Körpers ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen sei, die ihr Leben dem Sport, der Hingabe und dem Teamgeist widmen.

Die US-amerikanische Turnerin Gracie Kramer löste parallel eine Welle in den sozialen Medien aus, indem sie Videomaterial von ihrem eigenen harten Training veröffentlichte. Wie The Daily Beast berichtete, schlossen sich zahlreiche weitere Athletinnen an, darunter die australische Wasserballspielerin Tilly Kearns und die Hürden- sowie Lauf- und Kampfsportlerinnen der internationalen Szene. Auch die Interessenvertretung Female Athlete Project äußerte sich kritisch und warf den Verantwortlichen vor, die jahrzehntelange Arbeit von Sportlerinnen zu marginalisieren.
Novig und Sydney Sweeney weisen die Vorwürfe zurück
Die Gegenseite hält an der Konzeption fest.

Sweeney selbst reagierte auf ihre Weise auf den Gegenwind. Sie veröffentlichte in ihrer Instagram-Story Bildstrecken von prominenten männlichen und weiblichen Athleten, die in der Vergangenheit nackt für das Magazin ESPN posiert hatten – darunter Serena Williams, Ronda Rousey, Sue Bird und Megan Rapinoe.
Parallelen zu früheren Werbekampagnen der Schauspielerin
Die Debatte reiht sich in eine Serie von Kontroversen ein, die Sweeny in den vergangenen Jahren begleiteten. Während Kritiker damals rassistisch aufgeladene Botschaften befürchteten, nutzte die Darstellerin die gewonnene Aufmerksamkeit im Anschluss für den Aufbau eigener Geschäftsbereiche wie ihre Dessous-Marke Syrn.
Auch im Fall der Novig-Werbung bleibt abzuwarten, wie sich die Kritik langfristig auf das Image der Schauspielerin und das Wachstum des Portals auswirkt. Während Athletinnen weltweit weiterhin auf die harte Realität des Leistungssports verweisen, zeigt das Beispiel einmal mehr, wie schnell kommerzielle Kampagnen im Schnittpunkt von Unterhaltung und Profisport einen globalen Kulturkampf auslösen können.