Zum 20. Publikationsjahr im kommenden Jahr hat das Portal Monitor Versorgungsforschung sein Angebot massiv ausgebaut und im August fünfzehn frei zugängliche Rechercheportale unter einer zentralen Adresse freigeschaltet. Neben den bisher zwölf themenbezogenen Portalen ergänzen nun erstmals drei krankheitsbezogene Fachportale das digitale Angebot für die medizinische Forschung.
Die digitale Recherchelandschaft im Gesundheitswesen wächst deutlich an. Unter der bestehenden Adresse knowledge-hubs.m-vf.de bündelt das Portal mittlerweile insgesamt 1.189 Fachquellen, um Forschenden, Ärztinnen und Ärzten sowie Interessierten einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Ein zentrales Qualitätsmerkmal bleibt dabei die technische Ausstattung: Von diesen fast 1.200 Quellen verfügen 563 über eine echte Live-Suche, während jeden Morgen eine redaktionelle Studienauswahl zu den verschiedenen Fachgebieten ausgespielt wird.
Zwei unterschiedliche Ansätze in der Recherche
Der jüngste Ausbau von zwölf auf fünfzehn Portale ist keineswegs nur eine quantitative Aufstockung, sondern markiert eine konzeptionelle Weichenstellung. Während die bisherigen Angebote quer über sämtliche Krankheitsbilder hinweg strukturiert waren und Fragen der allgemeinen Versorgung beleuchteten, schlagen die neu hinzugekommenen Portale einen völlig anderen Weg ein.
Die ersten zwölf Portale konzentrieren sich darauf, wie im klinischen Alltag gepflegt, geimpft, digitalisiert und medizinisch entschieden wird. Ausgewählt wird primär, was das eigentliche Versorgungsgeschehen verändert, unabhängig von der zugrundeliegenden Diagnose. Die drei im August hinzugekommenen Zentren folgen hingegen einem festen Krankheitsgebiet.
In diesen neuen Fachportalen stehen die jeweiligen Kernzeitschriften des Fachgebiets im Mittelpunkt. Hier werden sowohl klinische Studien als auch die Grundlagenforschung abgebildet, weshalb die Versorgungsforschung in diesen Bereichen als eigene Rubrik und nicht mehr als alleiniger Maßstab dient.
Die neuen Indikationszentren für Onkologie, Diabetes und Kardiologie
Den Anfang dieser neuen Ausrichtung machte das Fachgebiet der Onkologie. Kurz darauf folgten die Portale für Diabetes und Kardiologie, während das Thema Adipositas mit demselben spezialisierten Zuschnitt ebenfalls in die Struktur aufgenommen wurde.
Erscheinungsjahr (2027): die Wissenszentren an der Adresse https://knowledge-hubs.m-vf.de/.
- Onkologie: Verfolgt das gesamte Spektrum der Krebserkrankungen und bildet die klinische sowie grundlegende Forschung ab.
- Diabetes: Greift Informationen aus rund dreißig Kernzeitschriften auf, deckt Typ-1- und Typ-2-Diabetes ab und informiert über Folgeerkrankungen sowie die moderne Glukosetechnologie.
- Kardiologie: Konzentriert sich auf das Herz-Kreislauf-System und bündelt die wichtigsten wissenschaftlichen Entwicklungen des Fachbereichs.
- Adipositas: Beleuchtet das Gewichtsmanagement sowie medikamentöse Therapien und chirurgische Eingriffe mit speziellem Blick auf die Kostenübernahme nach § 34 SGB V.
Durch diese thematische Trennung kann es vorkommen, dass ein und dieselbe wissenschaftliche Untersuchung in einem themenbezogenen Hub gar nicht auftaucht, während sie im entsprechenden Indikationszentrum prominent platziert ist. Die Betreiber betonen, dass diese formale und inhaltliche Trennung gezielt gesteuert wird, um den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen der Fachöffentlichkeit gerecht zu werden.
Die elf thematischen Portale im Überblick
Neben den vier Indikationszentren decken die elf etablierten Themen-Hubs zentrale gesellschaftliche und medizinische Querschnittsaufgaben ab. Dazu gehört das Portal für Digitalisierung, KI & Gesundheit (ki.m-vf.de), das systematisch in zwei unterschiedlichen Wissenschaftskulturen gleichzeitig sucht – in medizinischen Fachzeitschriften und in der oft schwer zugänglichen Konferenzliteratur der Informatik.
Weitere spezialisierte Bereiche widmen sich der geschlechtersensiblen Medizin (gender.m-vf.de) als Einflussfaktor in der Pflege (Diagnostik, Dosierung und Zugang sowie die Frage, ob ein Unterschied aus der Biologie oder vom Weg dorthin kommt), dem gesunden Altern und der Langlebigkeit (longevity.m-vf.de) von der Prävention über die Geriatrie bis hin zu Alterskohorten und Mortalitätsdaten, sowie der Gesundheitskompetenz (healthliteracy.m-vf.de) für verständliche Gesundheitsinformationen, Entscheidungshilfen und Patientenbeteiligung und die Frage, wen das alles nicht erreicht.
Auch drängende Umweltfragen finden ihren Platz: Das Portal für Wärme, Klima & Gesundheit (klima.m-vf.de) beobachtet Extremwetter und den Klimawandel und was sie für Versorger und Patienten bedeuten.
Im Bereich der Prävention beleuchtet das Impfportal die aktuellen Impfquoten und verknüpft diese mit den offiziellen Sicherheitsregistern von PEI, EMA und CDC. Das Portal für nicht übertragbare Krankheiten bündelt die Versorgung chronisch Kranker und enthält einen separaten, stark nachgefragten Abschnitt zu Post-COVID, Long-COVID und ME/CFS.
Komplettiert wird das Netz durch Portale zur Patientensicherheit, zur Pflege und Langzeitversorgung, zur psychischen Gesundheit sowie durch das ursprüngliche Stammportal für allgemeine Versorgungsforschung, das Einblicke in Volltext-Datenbanken und die Methoden der Nutzenbewertung liefert.
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