Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

Katzen verbringen drei Viertel ihres Tages im Liegen oder Sitzen

Wissenschaftler haben das Geheimnis des alltäglichen Katzenlebens gelüftet: Laut einer neuen Studie verbringen Hauskatzen etwa drei Viertel ihrer Zeit im Liegen oder Sitzen.

Wer das Zusammenleben mit einer Hauskatze teilt, kennt den Anblick: Das Tier erwacht aus einer ausgiebigen Ruhephase, reckt sich und steuert vielleicht direkt den Napf an, nur um sich kurz darauf an einem anderen Ort wieder lang auszustrecken. Dass Katzen viel schlafen, ist für niemanden eine Überraschung. Nun hat eine wissenschaftliche Untersuchung jedoch exakt beziffert, wie untätig die Samtpfoten im Alltag tatsächlich sind. Laut den Ergebnissen wandern Katzen in weniger als fünf Prozent ihrer gesamten Zeit aktiv herum.

Bewegungs-Tracker enthüllen das geheime Tagesprogramm von 28 Katzen

Um dem alltäglichen Verhalten der Tiere auf die Spur zu kommen, setzte ein Forschungsteam auf spezielle Technik. Ausgestattet mit kleinen, am Halsband befestigten Bewegungstrackern wurden 28 Katzen rund um die Uhr überwacht. Unter den beobachteten Tieren befanden sich 18 Katzen mit Freigang sowie zehn reine Wohnungskatzen.

Die Auswertung der Daten lieferte ein klares Bild des täglichen Rhythmus, wie Dr. Michelle Smit, die Leiterin der Studie an der Massey University in Neuseeland, erläuterte, wonach eines der Dinge, auf die Tierhalter am neugierigsten waren, gewesen sei, was ihre Katzen taten, wenn niemand zusah. Sie fügte hinzu, da Katzen einen so großen Teil ihres Tages unbeobachtet verbringen, insbesondere Freigängerkatzen, habe diese Technologie einen seltenen Einblick in deren verborgene tägliche Routinen ermöglicht, wobei die Menschen dazu neigten zu vermuten, dass Katzen faul seien, und diese Ergebnisse nahelegen würden, dass sie tatsächlich einen Großteil ihres Tages mit Ausruhen verbringen, wobei Sitzen und Liegen den Großteil ihres beobachteten Verhaltens ausmachen.

Dr.

Die Messungen zeigten, dass sowohl Freigänger als auch reine Wohnungskatzen den weitaus größten Teil des Tages mit Sitzen oder Liegen verbringen. Im Winter verlagerte sich dies leicht: Da verbrachten sie 39 Prozent ihrer Zeit im Liegen und 31 Prozent im Sitzen.

Im Vergleich dazu zeigten die reinen Wohnungskatzen ein sehr ähnliches Verhaltensmuster. In der kalten Jahreszeit blieben diese Werte mit 35 Prozent für das Liegen und 41 Prozent für das Sitzen nahezu unverändert. Abgesehen von den Ruhephasen entfielen bei allen untersuchten Katzen jeweils etwa fünf bis sechs Prozent des Tages auf die Fellpflege und vier bis sieben Prozent auf das Fressen.

Jagdinstinkt prägt die aktiven Phasen bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Völlig untätig sind die Tiere freilich nicht den ganzen Tag. Viele Halter kennen das Phänomen: Die Aktivität kulminiert in deutlichen Phasen um den Sonnenaufgang herum, wenn die Samtpfoten lautstark Nahrung einfordern, oder in den Abendstunden, in denen die sogenannten „Zoomiesauftreten. Laut den Forschern hängt dieses Verhalten mit dem Jägergehirn der Tiere zusammen, da Mäuse und kleine Vögel zu diesen Tageszeiten am aktivsten sind.

Allerdings gab es bei den Aktivitätsgipfeln einen zeitlichen Unterschied zwischen den Haltungsformen. Während Freigänger zwischen 4 Uhr und 9 Uhr abends ihre aktivste Phase erlebten, verlagerte sich dieser Höhepunkt bei reinen Wohnungskatzen im Winter auf den Zeitraum zwischen 15 Uhr und 17 Uhr am späten Nachmittag.

Dr. Smit vermutet hierbei einen direkten Zusammenhang mit dem menschlichen Alltag, betonte jedoch gleichzeitig die Grenzen der Datenerhebung und erklärte, einige der Aktivitätsspitzen bei Wohnungskatzen schienen am späten Nachmittag aufzutreten, etwa zu der Zeit, in der Halter möglicherweise von der Arbeit nach Hause zurückkehren, man jedoch keine Informationen über den Zeitplan der Halter gesammelt habe, sodass man dies nicht direkt bestätigen könne.

Dr.

Die in der Fachzeitschrift Pets veröffentlichte Untersuchung baut auf früheren Forschungen auf, die Dr. Smit im Jahr 2024 leitete. So zeigte sich damals, dass Katzen in ländlichen Regionen mehr Zeit mit Fressen verbrachten als ihre Artgenossen in städtischen Gebieten.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.