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Welt

Donald Trump spricht sich in Dublin für Wiedervereinigung Irlands aus

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in Dublin mit Aussagen zu einem wiedervereinigten Irland für große Aufregung in Irland und Großbritannien gesorgt. Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin erklärte Trump am Samstag, er würde eine Vereinigung von Irland und Nordirland „sehr gerne“ sehen. Ich habe Freunde auf beiden Seiten, es sind großartige Menschen. Es sind Iren, wie könnte das etwas Schlechtes sein, sagte der US-Präsident. Bislang hatten die USA in dieser Frage stets eine neutrale Position eingenommen, wie ZDFheute berichtet.

US-Präsident Trump spricht sich in Dublin für Wiedervereinigung aus

Hintergrund des Nordirland-Konflikts und Reaktionen aus der Politik

Die Grenze auf der Irischen Insel wurde im Jahr 1921 durch das Inkrafttreten des Government of Ireland Act gezogen. Während sich die Republik Irland als unabhängiger Staat abspaltete, blieb Nordirland als Teil des Vereinigten Königreichs bestehen. Die Frage der Zugehörigkeit der Provinz führte in der Vergangenheit zu einem jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkrieg, bei dem mehr als 3.500 Menschen getötet wurden, und spaltet die Gesellschaft bis in die Gegenwart. Der Konflikt endete im Jahr 1998 mit dem Karfreitagsabkommen. Unter diesem Abkommen ist ein Referendum über eine Wiedervereinigung möglich, sofern die britische Regierung feststellt, dass eine Mehrheit der Nordiren dies voraussichtlich befürwortet, und auch die Menschen in der Republik Irland zustimmen. Eine Umfrage der Universität Liverpool vom Mai 2026 ergab jedoch, dass lediglich 35 Prozent der Nordiren eine Wiedervereinigung befürworten.

Donald Trump spricht sich in Dublin für Wiedervereinigung Irlands aus
Photo: zdfheute.de

Die Reaktionen auf Trumps Äußerungen ließen nicht lange auf sich warten. Der britische Premierminister Andy Burnham hatte im Vormonat erklärt, ein Referendum sei „vom Tisch“, und betonte über einen Sprecher in der Downing Street, er stehe „zu 100 Prozent“ hinter dem Karfreitagsabkommen. Gavin Robinson, der Chef der pro-britischen Democratic Unionist Party (DUP), stellte klar, dass die Bevölkerung Nordirlands über ihre Zukunft entscheiden werde und nicht „durch Kommentare in London, Dublin oder Washington“.”””

Zweitägiger Besuch, Sicherheitsvorkehrungen und Golfturnier

Trumps zweitägiger Aufenthalt in Irland umfasst neben politischen Terminen wie Gesprächen mit Regierungschef Micheál Martin, dem Empfang durch die irische Präsidentin Catherine Connolly bei deren Residenz Áras an Uachtaráin sowie dem Spatenstich für die neue US-Botschaft in Dublin vor allem sportliche Interessen. Zentraler Anlass der Reise ist das Golfturnier Irish Open, das auf Trumps Golfresort im westirischen Doonbeg stattfindet. Nach seiner Ankunft auf dem Flugfeld in Dublin, wo er vom irischen Vize-Regierungschef Simon Harris begrüßt worden war, reiste der US-Präsident weiter in den Küstenort im County Clare.

Donald Trump spricht sich in Dublin für Wiedervereinigung Irlands aus
Photo: Der Standard

Der Besuch ist von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Mindestens 4.000 Polizisten und Einsatzkräfte, darunter Scharfschützen, wurden mobilisiert. Die Kosten dafür belaufen sich Berichten zufolge auf 20 Millionen Euro. In Dublin kam es zudem zu Protesten, bei denen laut heute.at mindestens 2.000 Menschen gegen den Besuch des US-Präsidenten demonstrierten.

Protesters against Trump’s visit to Ireland react to ‘united Ireland’ comments
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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