Ben Shelton zieht nach einem viersätzigen Sieg über Frances Tiafoe in New York erstmals in einen Grand-Slam-Final ein. Dort trifft der 23-jährige US-Amerikaner am Sonntag auf die Nummer 1 der Welt, Alexander Zverev, der im Halbfinal Karen Chatschanow bezwang.
Ben Shelton ringt Frances Tiafoe im US-Open-Halbfinal nieder
Ben Shelton hat im Arthur Ashe Stadium den Sprung in seinen ersten Grand-Slam-Final geschafft. In einem packenden rein US-amerikanischen Halbfinal am Freitag setzte sich der an Nummer 8 gesetzte Shelton mit 4:6, 6:3, 6:3, 7:5 gegen Frances Tiafoe durch.
Der Abend im voll besetzten Stadion stand im Zeichen einer emotionalen Kulisse, da der Spieltag mit Gedenkfeiern zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September begann. Tiafoe erwischte den besseren Start und sicherte sich den ersten Satz nach einem Break beim Stand von 4:4, bei dem Shelton unter anderem einen Doppelfehler unterlief. Doch Shelton fand im weiteren Verlauf des Matches immer besser zu seinem Aufschlag und übernahm die Kontrolle von der Grundlinie.

„Frances, he’s like a big brother to me. Every time we get to take this court together, Arthur Ashe Stadium, and play each other is super special. But this is where we want to be at the tail end … this is our favourite tournament, our favourite court in the world.“
Ben Shelton, via Reuters
Mit dem Einzug in den Final wahrt Shelton die Chance, den 23-jährigen Bann für das amerikanische Herrentennis zu brechen. Kein US-Amerikaner hat seit Andy Roddick im Jahr 2003 ein Grand-Slam-Einzelturnier gewonnen. Zudem ist Shelton der erste schwarze US-Amerikaner im Final von New York seit Arthur Ashe im Jahr 1972 und bei einem Major seit MaliVai Washington in Wimbledon 1996, wie Reuters anmerkt.
Alexander Zverev stoppt Karen Chatschanow im Halbfinal
Im Endspiel wartet die Weltnummer 2 auf den jungen US-Amerikaner: Alexander Zverev bezwang den Russen Karen Chatschanow in drei Sätzen mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6). Der an Nummer 1 gesetzte Deutsche zog damit in seinen dritten Grand-Slam-Final des Jahres ein und steht nach 2020 zum zweiten Mal im Endspiel der US Open.

Zverev, der im Juni in Paris seinen ersten Grand-Slam-Titel gefeiert hatte und im Juli im Wimbledon-Final stand, zeigte sich in New York trotz eines holprigen Turnierbeginns formstark. In den ersten beiden Runden musste er jeweils über fünf Satzlängen gehen, gab danach jedoch keinen einzigen Satz mehr ab. Gegen den Weltranglisten-50. Chatschanow bewahrte er im dritten Durchgang kühlen Kopf und wehrte zwei Satzbälle ab, bevor er den Tie-Break für sich entschied.
„After the second round, at about 3am I was sitting with my team in the locker room and we were laughing at how bad I was playing. That sense of humour helped me. I obviously have improved a bit otherwise I would not be in the US Open final.“
Alexander Zverev, via BBC Sport
Aufschlagrekorde und packende Statistiken im Vergleich
Die Halbfinal-Partien boten neben sportlicher Dramatik auch bemerkenswerte technische Höchstleistungen und enge Satzverläufe. Während Zverev gegen Chatschanow 13 von 15 Punkten hinter seinem ersten Aufschlag im ersten Satz gewann, sorgte Shelton im Duell mit Tiafoe für eine Aufregung um die Geschwindigkeit seiner Aufschläge.
| Spieler | Gegner im Halbfinal | Resultat | Besonderheit im Match |
|---|---|---|---|
| Alexander Zverev | Karen Chatschanow | 6:3, 7:6, 7:6 | Dritter Grand-Slam-Final in Folge für den Topgesetzten |
| Ben Shelton | Frances Tiafoe | 4:6, 6:3, 6:3, 7:5 | 20 Asse serviert; erster Major-Final der Karriere |
Kurzzeitig zeigte die Geschwindigkeitsanzeige bei einem Aufschlag von Shelton 158 mph (254 km/h) an, was den Rekord für den schnellsten Aufschlag der Tour-Geschichte bedeutet hätte. Der Wert wurde jedoch nach einer Überprüfung auf 149 mph (239 km/h) korrigiert. Damit bleibt der Rekord von John Isner aus dem Jahr 2016 mit 253 km/h unangetastet, wie SRF detailliert ausführt.
Ausblick auf das Endspiel am Sonntag
Für Ben Shelton schließt sich am Sonntag der Kreis in New York, wenn er auf den deutschen Topfavoriten trifft. Der 23-jährige US-Amerikaner betonte nach dem Halbfinal die familiäre Verbundenheit zu seinem Erfolg und gedachte seiner Großmutter.

„My dad, my mom have sacrificed a lot for me to be in this position today. My dad lost his mom earlier this year and she’s the reason he was able to play tennis. Without her there’s no Ben Shelton standing here today. This one is for her.“
Ben Shelton, via Reuters
Alexander Zverev blickt indes auf eine klare Bilanz gegen seinen kommenden Finalgegner: Der Deutsche hat alle fünf bisherigen Begegnungen mit Shelton gewonnen. Dennoch geht der Hamburger mit großem Respekt in die Partie am Sonntag und rechnet mit einer emotionalen Atmosphäre im Stadion, in der das Publikum den US-amerikanischen Herausforderer unterstützen wird.
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