Rocket Lab hat am 11. September 2026 offiziell Einspruch beim Government Accountability Office erhoben. Damit protestiert das Unternehmen gegen die Entscheidung der NASA, den Auftrag im Wert von bis zu 700 Millionen US-Dollar für ein neues Telekommunikationsnetzwerk am Mars an den Konkurrenten Blue Origin zu vergeben.
Der Wettlauf um die digitale Infrastruktur im tiefen Weltraum hat eine neue Hürde erreicht. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hatte Anfang des Monats bekannt gegeben, dass sie das Unternehmen Blue Origin den Zuschlag für das Mars Telecommunications Network erteilt hat. Das auf einen Wert von bis zu 700 Millionen US-Dollar angesetzte Festpreisprojekt sieht vor, dass der von Jeff Bezos gegründete Raumfahrtkonzern eine neue Relaisschleife für den roten Planeten entwickelt, baut, startet und betreibt.
Rocket Labs offizieller Einspruch beim GAO
Die Reaktion aus Kalifornien folgte prompt. September 2026 bekannt, dass es eine formelle Beschwerde beim Government Accountability Office eingereicht hat. In seiner Erklärung kritisierte das Management das Auswahlverfahren scharf.
Rocket Lab erklärte über X, dass die Vergabentscheidung der NASA im Widerspruch zu den vom Kongress vorgeschriebenen Eignungskriterien zu stehen scheint.
Zudem betonte das Unternehmen, dass Beschaffungsstandards existieren, um fairen Wettbewerb zu garantieren und öffentliche Investitionen zu schützen. Man verfolge die Prüfung, um diese Standards für kritische Infrastrukturen abzusichern, die die amerikanische Erforschung des Mars über Jahrzehnte hinweg prägen werden. Dennoch ist Blue Origin in diesem Rechtsstreit keineswegs unerfahren: Der Konzern wehrte sich im Jahr 2021 selbst vor dem GAO gegen eine Mondlander-Vergabe an SpaceX, bevor der Streit schließlich in Verträge für eine zweite Landefähre mündete.
Das Mars Telecommunications Network als Rückgrat für künftige Missionen
Hintergrund des Millionenauftrags ist das drängende Problem der veralteten Kommunikation mit dem Mars. Bislang stützt sich die NASA vor allem auf alternde Orbiter wie den Mars Odyssey aus dem Jahr 2001 und den Mars Reconnaissance Orbiter aus dem Jahr 2005. Um den steigenden Datenbedarf und künftige astronautische Missionen zu unterstützen, vergab der Kongress im Juli 2025 die entsprechenden Mittel.

Dezember 2028 an die NASA übergeben werden muss. Der operative Betrieb im Mars-Orbit soll im Jahr 2030 beginnen.
Wie Tory Bruno, Präsident von Blue National Security, erklärte,
Blue Ring als technologische Basis
Für den Bau setzt Blue Origin auf seine universelle Raumfahrzeugplattform namens Blue Ring, die derzeit in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama gefertigt wird. Das System verfügt über kombinierten Solar-Elektro- und Chemiedantrieb. Nach Angaben des Unternehmens sind mehrere Blue-Ring-Fahrzeuge bereits in Produktion, ausgelegt auf eine Fertigungsrate von vier Einheiten pro Jahr. Steve Squyres, der Chef-Wissenschaftler des Unternehmens, erklärte in einem Video, dass die integrierten Schnittstellen auch den Transport kleinerer, unbemannter Raumsonden ermöglichen, die sich zur Nahbeobachtung abtrennen lassen.

Neben dem Hauptorbiter plant Blue Origin den Einsatz kleinerer UHF-Relaissatelliten, um eine lückenlose Datenübertragung für die auf der Marsoberfläche aktiven Rover wie Perseverance und Curiosity sowie für künftige Landungen sicherzustellen.
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