Chinas geplante Raumsonde Tianwen 3 soll nach Angaben von Wissenschaftlern um das Jahr 2028 starten und bis 2031 erstmals Gesteinsproben vom Mars zur Erde zurückbringen. Das Projekt hat die Suche nach Spuren früheren Lebens zum wissenschaftlichen Hauptziel erklärt und setzt auf eine internationale Premiere in der Marserkundung.
Starttermin und Flugprofil der Tianwen 3 Mission
Die Vorbereitungen für Chinas nächste interplanetare Reise laufen auf Hochtouren. Nach Angaben der China National Space Administration wird das Raumfahrzeug aus insgesamt fünf Komponenten bestehen: einem Lander, einem Aufstiegsfahrzeug (ascender), einer Servicekapsel, einem Orbiter und einem Rückkehrmodul. Für den Transport in den Weltraum sind zwei schwere Trägerraketen vom Typ Long March 5 vorgesehen, die vom Wenchang Space Launch Center in der Provinz Hainan abheben sollen. Wenn der Zeitplan hält, werden die gesammelten Marsproben um das Jahr 2031 auf der Erde eintreffen. Engineers have begun to develop a prototype of the Tianwen 3 spacecraft.
Ingenieure befinden sich bereits in der Prototypenphase für die Raumsonde. Die Mission baut auf den Erfahrungen der Vorgängermission Tianwen 1 auf, die im Juli 2020 gestartet wurde und Chinas erste unabhängige interplanetare Erkundungsanstrengung darstellte. Der Lander von Tianwen 1 setzte im Mai 2021 auf dem roten Planeten auf und entließ einen Rover namens Zhurong, um wissenschaftliche Aufgaben auszuführen. Dieser legte etwa 2.000 Meter auf dem Roten Planeten zurück und übertrug eine große Menge an Daten zur Erde.
Wissenschaftliche Ziele: Auf der Suche nach Biosignaturen
Im Zentrum der Mission steht die Suche nach verlässlichen Biosignaturen. Hou Zengqian, an academician of the Chinese Academy of Sciences and director of the State Key Laboratory of Deep Earth and Mineral Exploration at the Chinese Academy of Geological Sciences, erläuterte die wissenschaftlichen Grundlagen am Rande der International Deep Space Exploration Conference 2026, die am Donnerstag in Hefei, in der Provinz Anhui, eröffnet wurde.
„Ample evidence has shown that early Mars had liquid water, a denser atmosphere, and a global magnetic field — key conditions for forming a habitable environment. That is why the mission takes searching for potential signs of past Martian life as its primary objective. Through detailed analysis of returned samples, scientists hope to find reliable bio-signatures“
Hou Zengqian, an academician of the Chinese Academy of Sciences
Er erklärte, dass solider Beweis für frühes marsianisches Leben, falls er gefunden werde, tiefgreifende Implikationen zur Beantwortung der fundamentalen Frage hätte, ob jemals Leben außerhalb der Erde existiert hat. Die Mission wird zudem die Bewohnbarkeit, die geologische und innere Struktur sowie die Evolution der Atmosphäre des Mars untersuchen. Hou Zengqian erklärte dazu, dass diese Themen eng miteinander verknüpft sind, da Leben auf bewohnbare Umgebungen angewiesen ist, die durch die langfristigen geologischen und klimatischen Veränderungen des Roten Planeten geformt werden.
Um die Unversehrtheit des extraterrestrischen Materials zu gewährleisten, plant China den Bau des weltweit ersten Labors für planetaren Schutz (planetary protection laboratory). Diese Einrichtung soll verhindern, dass irdische Mikroben den Mars kontaminieren (forward contamination) oder umgekehrt Proben die irdische Biosphäre gefährden (backward contamination), während gleichzeitig Verunreinigungen der Proben selbst ausgeschlossen werden. Ob Spuren von Leben entdeckt werden oder nicht, die Proben werden laut Hou Zengqian einen unersetzlichen wissenschaftlichen Wert besitzen und detaillierte Studien von marsianischen Materialien auf mikroskopischen, molekularen und isotopischen Skalen ermöglichen.
Tiefenbohrungen und die Auswahl der Landezonen
Für die Probenahme haben Forscher bereits acht wahrscheinliche Landegebiete für Tianwen 3 in die engere Auswahl genommen, basierend auf dem geologischen Alter des Mars, der Aktivitätshistorie von Wasser, der Bewohnbarkeit und dem Potenzial zur Erhaltung von Biosignaturen, um den wissenschaftlichen Wert der gesammelten Proben zu maximieren. Der wissenschaftliche Ansatz sieht vor, bis zu zwei Meter tief unter die Oberfläche zu bohren und unterirdische Proben zu sammeln. Hou Zengqian erklärte, dass dies Schäden an potenziellen Biosignaturen durch Oberflächenstrahlung, Oxidation und Verwitterung reduziert und dadurch die ursprünglichen geologischen Informationen des Planeten besser bewahrt.
China's Tianwen-3 Mars Mission Progressing Smoothly: Chief Scientist
Die Auswertung der Proben soll interdisziplinäre Fortschritte in den Bereichen Astrobiologie, planetare Geologie, Geochemie und Lebenswissenschaften vorantreiben. Durch die Erlangung des Erstläufervorteils bei der Rückführung von Marsproben wird China nach Ansicht von Hou Zengqian seine nationale Stärke demonstrieren und zur Erforschung des Mars sowie zur Suche nach extraterrestrischem Leben durch die Menschheit beitragen.
BREAKING: China’s ambitious Tianwen-3 mars sample-return mission gearing up for 2028 launch
Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.
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