Das Schlaganfallrisiko ist vor allem in den ersten drei bis sechs Monaten nach einer Krebsdiagnose deutlich erhöht. Besonders stark betroffen sind Patienten mit Bauchspeicheldrüsen-, Speiseröhren- und Lungenkrebs, wie eine Analyse zeigt, während allgemeine Gefässfaktoren wie Bluthochdruck und Cholesterin das Grundrisiko zusätzlich beeinflussen.
Eine Krebsdiagnose verändert das Leben von Betroffenen schlagartig. Neben der onkologischen Behandlung müssen Mediziner und Patienten jedoch auch andere lebensbedrohliche Gefahren im Blick behalten. Wie eine aktuelle Auswertung belegt, ist das Risiko für einen Schlaganfall direkt nach einer Krebsdiagnose erhöht.
Das Zeitfenster höchster Gefahr nach einer Krebsdiagnose
Die Gefahr droht den Patienten in der Anfangsphase der Erkrankung. Laut der Auswertung von Ärzte Zeitung ist das Schlaganfallrisiko vor allem in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Diagnose deutlich erhöht. Neben dem zeitlichen Abstand spielen auch das Alter der Betroffenen sowie das jeweilige Krebsstadium eine Rolle für die Gefährdung.
Nicht jede Krebserkrankung birgt dabei das gleiche Risiko für zerebrovaskuläre Zwischenfälle. Die Daten zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Tumorarten. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüsen, der Speiseröhren sowie der Lungenkrebs.
Allgemeine Risikofaktoren und Gefässerkrankungen als Verstärker
Zusätzlich zur onkologischen Belastung spielen klassische medizinische Risikofaktoren eine Rolle für das Schlaganfallrisiko. Dazu gehören Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, der als führende Ursache für Schlaganfälle gilt. Auch Diabetes und Fettstoffwechselstörungen belasten das Gefässsystem.
Wie erläutert, kann überschüssiges Cholesterin zu Ablagerungen in den Arterien führen. Wenn diese Arterien – einschliesslich der Blutgefässe des Gehirns – verengen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Infarkts an. Bestimmte Blutfette wie Triglyceride verschärfen diesen Prozess, wenn sie in erhöhten Konzentrationen im Blut nachgewiesen werden. Eine Blutanalyse kann Aufschluss über erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte geben.
Vorherige Schlaganfälle und spezifische Vorerkrankungen
Patienten, die bereits in der Vergangenheit einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke, auch bekannt als Mini-Schlaganfall, erlitten haben, tragen ein erhöhtes Risiko für weitere Vorfälle. Die Chancen für einen erneuten Schlaganfall sind bei diesen Personen höher.

Darüber hinaus spielen spezifische Erkrankungen eine Rolle. Die Sichelzellkrankheit, die vor allem Schwarze Kinder betrifft, verformt rote Blutkörperchen abnormal. Solche verformten Zellen können in Blutgefässen stecken bleiben, den Blutfluss zum Gehirn blockieren und dadurch ischämische Schlaganfälle auslösen. Weitere Informationen zur Sichelzellkrankheit liefert das National Heart, Lung, and Blood Institute.
Lebensstil und Präventionsmöglichkeiten
Neben unveränderbaren Faktoren wie dem Alter oder der familiären Veranlagung – bei der Familien Gene, Verhaltensweisen, Lebensstile und Umgebungen teilen – beeinflussen auch tägliche Verhaltensweisen das kardiovaskuläre System. Der Konsum von Tabak schädigt Herz und Blutgefässe, während Nikotin den Blutdruck treibt und Kohlenmonoxid aus Zigarettenrauch die Sauerstoffmenge verringert, die das Blut transportieren kann. Auch die Passivrauchbelastung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls.
Die Ernährung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Eine Ernährung mit viel gesättigten Fetten, Transfetten und Cholesterin ist mit Schlaganfällen und Herzerkrankungen verbunden, während zu viel Salz den Blutdruck anhebt. Bewegungsmangel kann zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel und Diabetes führen, wohingegen regelmässige körperliche Aktivität das Schlaganfallrisiko senken kann. Auch Alkoholkonsum beeinflusst die Werte: Frauen sollten nicht mehr als ein Getränk pro Tag zu sich nehmen, Männer maximal zwei, da zu viel Alkohol den Blutdruck sowie die Triglyceridwerte erhöht.
Um das persönliche Risiko zu kontrollieren, wird empfohlen, mit dem Gesundheitsteam zusammenzuarbeiten, den Blutdruck regelmässig überprüfen zu lassen und mögliche Anpassungen bei Lebensstil oder Medikamenten zu besprechen.
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