Die fünfte und finale Staffel der deutschen Erfolgsserie Babylon Berlin ist ab dem 10. September 2026 in der ARD Mediathek abrufbar. Mit acht neuen Episoden endet das bislang größte deutsche Fernsehprojekt, das die Zeit der Weimarer Republik und die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 beleuchtet.
Ein beispielloses Serienprojekt geht zu Ende
September 2026 findet eines der ambitioniertesten Fernsehvorhaben der deutschen Mediengeschichte seinen Abschluss. Die Produktion, die unter anderem in der ARD Mediathek zur Verfügung steht und ab dem 19. September 2026 auch im Ersten ausgestrahlt wird, blickt auf gigantische Dimensionen zurück. Laut Angaben der produzierenden ARD Degeto Film entstanden im Laufe der Staffeln 533 Drehtage an über 500 Drehorten, an denen mehr als 400 Darsteller, 17.000 Komparsen und 2.046 Mitarbeiter beteiligt waren. Damit kommt das Projekt insgesamt auf eine Laufzeit von über 36 Stunden.

Der weltweite Erfolg der Historienserie spiegelt sich auch in der internationalen Vermarktung wider. Wie der Verleiher Beta Film mitteilte, wurde das Format in mehr als 140 Länder lizensiert. In den USA lief die Serie auf Netflix, während lokale Streamingdienste sie unter anderem in China und auf dem afrikanischen Kontinent zugänglich machten, wie das Goethe-Institut dokumentierte.
Das historische Finale im Februar 1933
Während die bisherigen Staffeln das schillernde und von politischen Spannungen zerrissene Berlin der späten Weimarer Republik zeigten, widmet sich die finale Staffel den dramatischen Wochen der nationalsozialistischen Machtübernahme. Die Handlung setzt nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 an und begleitet die Ereignisse bis Ende Februar 1933 sowie dem Reichstagsbrand. Damit unterscheidet sich die filmische Umsetzung von der literarischen Vorlage: Während der Autor Volker Kutscher seine Buchreihe um den Kommissar Gereon Rath inzwischen im Jahr 1938 und damit deutlich später fortführt, lassen die Showrunner die Fernsehgeschichte bewusst mit dem Untergang der Demokratie enden.

Für die Umsetzung dieses historischen Bruchs kehren die bekannten Figuren wie der von Volker Bruch gespielte Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter auf den Bildschirm zurück.
„Wir haben uns für eine Reduzierung entschieden. Wir wollten diese beiden Figuren möglichst selten zeigen und ihnen keine große szenische Präsenz geben.“
Kostenloses Steam-Spiel und begleitende Dokumentationen
Parallel zur TV-Premiere erweitert die ARD ihre digitale Präsenz mit einem ungewöhnlichen Schritt in den Gaming-Sektor. Das vom Berliner Studio Paintbucket Games entwickelte und auf Steam veröffentlichte kostenlose Spiel „Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story greift die Atmosphäre der Serie auf. Darin schlüpfen Spielende in die Rolle der Gerichtsreporterin Gabriele Miersch, die nach einer verhängnisvollen Nacht im berühmten Berliner Nachtclub ihre Erinnerungen mittels Hypnose wie ein Puzzle zusammensetzen muss. Die Geschichte verläuft dabei nicht chronologisch und bietet drei unterschiedliche Handlungswege mit verschiedenen Enden.
Zusätzlich zur Fiktion und dem dazugehörigen Gaming-Ableger veröffentlicht die Mediathek die Dokumentation Babylon Berlin – Die Doku
. Darin wird der zeitgeschichtliche Hintergrund vertieft und aufgezeigt, wie die Nationalsozialisten die demokratischen Institutionen innerhalb weniger Wochen ausschalteten, politische Gegner sowie jüdische Bürger verfolgten und den Rechtsstaat aushebelten. Wie die Produzenten von X Filme Creative Pool betonten, soll die finale Staffel vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse auch verdeutlichen, wie das Ende einer Demokratie ausgesehen hat
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