Ein von der Keck School of Medicine an der University of Southern California entwickelter blutbasierter Screening-Algorithmus senkt die Rate ungeeigneter PET-Scans in der klinischen Alzheimer-Forschung. Durch die Integration des Biomarkers p-tau217 sank die Quote unnötiger Bildgebungsverfahren in der Studie AHEAD-3-45 von über 70 Prozent auf 31 Prozent.
In der klinischen Erforschung von Alzheimer stellt die Suche nach geeigneten Studienteilnehmern oft eine enorme finanzielle und logistische Hürde dar. Forscher der Keck School of Medicine der University of Southern California haben nun einen blutbasierten Screening-Algorithmus vorgestellt, der diese Effizienzprobleme spürbar mindert. Wie die Auswertung zeigt, reduzierte der Einsatz dieses Verfahrens in der Phase-3-Studie AHEAD-3-45 die Rate der PET-Scans, die letztlich nicht zur Studieneignung führten, von über 70 Prozent auf 31 Prozent.
Schrittweise Evolution des Screening-Verfahrens
Die Optimierung dieses Auswahlprozesses durchlief mehrere Entwicklungsphasen. Bereits im Februar 2022 präsentierte das Forschungsteam eine erste Version des Algorithmus, die sich auf die Messung der Amyloid-beta-Ratio stützte. Damals sank der Anteil ungeeigneter PET-Scans von ursprünglich 71 Prozent auf 50 Prozent.
Eine weitaus größere Verfeinerung folgte im Mai 2023 durch die Implementierung des Biomarkers p-tau217. Erst durch diesen Schritt fiel die Rate der bildgebenden Untersuchungen ohne Studieneignung auf den aktuellen Wert von 31 Prozent. Dieser Fortschritt verändert die Rekrutierungsstrategien für großangelegte klinische Untersuchungen grundlegend, da teure und aufwendige Verfahren gezielter eingesetzt werden können.
Datenbasis und wissenschaftliche Validierung
Entwickelt und überprüft wurde das Modell auf einer breiten empirischen Grundlage. Die beteiligten Wissenschaftler stützten sich auf Daten von 1.080 Teilnehmern der AHEAD-Studie. Um die Verlässlichkeit des Algorithmus zu garantieren, validierten die Forscher das System im Anschluss an der Wisconsin-Registry.
Die dazugehörige Rekrutierungsphase für die Untersuchung lief über einen Zeitraum von 2020 bis 2024. Die Ergebnisse der Forschung sind im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht worden. Ergänzend dazu arbeiten Experten weltweit an breit anwendbaren Früherkennungsmethoden; so hat beispielsweise ein Team aus führenden Alzheimer-Forschern, Ärzten sowie Anwendungsentwicklern die mobile App BrainTest entwickelt, um Screenings auf Demenz und leichte kognitive Beeinträchtigungen zugänglicher zu machen.
Bedeutung für die klinische Praxis und neue Therapien
Der Einsatz solcher Biomarker-Panels bietet eine nicht-invasive sowie kostengünstige Möglichkeit, Risikopatienten frühzeitig zu erkennen. Dies ist besonders im Zuge neuer medizinischer Optionen von Relevanz. Als Beispiel nennen die beteiligten Forscher den Wirkstoff Lecanemab, der den Verlauf der Erkrankung um etwa 30 Prozent verlangsamen kann.

Anstatt sich direkt aufwendigen und invasiven PET-Scans unterziehen zu müssen, ermöglicht die Blutuntersuchung eine effektive Vorauswahl. Das entlastet die Budgets von Forschungseinrichtungen und schont die Patienten. Solche digitalen und blutbasierten Ansätze dürften die Geschwindigkeit, mit der künftige Alzheimer-Behandlungen getestet und auf den Markt gebracht werden, maßgeblich beeinflussen.
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