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Unternehmen

Renk Group: Morgan Stanley startet Coverage mit Kursziel von 50 Euro

Morgan Stanley hat die Coverage der Renk Group mit einer Equal-Weight-Einstufung und einem Kursziel von 50 Euro aufgenommen. Die Analysten verweisen auf ein erwartetes jährliches Umsatzwachstum im Bereich Vehicle Mobility Solutions bis 2030, machen eine spürbare Neubewertung jedoch von neuen Aufträgen und Klarheit bei der deutschen Beschaffungspolitik abhängig.

Morgan Stanley setzt Kursziel von 50 Euro für Renk Group

Die Renk Group erhält neue Aufmerksamkeit an der Analystenfront. Die US-Großbank begründet ihre Einschätzung mit soliden Wachstumsaussichten im Segment Vehicle Mobility Solutions, für das bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 20 Prozent erwartet wird. Morgan Stanley hat am Montag erstmals zur Renk Group geäußert – mit einer „Equal-Weight“-Einstufung und einem Kursziel von 50 Euro. Die Analysten begründeten ihre Einschätzung mit einem erwarteten jährlichen Umsatzwachstum von rund 20 Prozent im Segment Vehicle Mobility Solutions bis 2030 sowie einer Umsatzsichtbarkeit von 60 bis 80 Prozent für denselben Zeitraum. Bereits am Freitag zuvor hatte MWB Research die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel bei 48 Euro belassen. Beide Kursziele liegen damit deutlich über dem aktuellen Niveau von 43,09 Euro, bei dem die Aktie am Mittwoch um 3,8 Prozent nachgab. Morgan Stanley knüpfte seine Bewertung jedoch an eine Bedingung: Für eine spürbare Neubewertung nach oben brauche es zusätzliche Aufträge und mehr Klarheit über die künftige deutsche Beschaffungspolitik.”””

Damit bleibt das Papier deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 46,93 Euro und liegt nur gut neun Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 40,41 Euro. Vom Rekordhoch bei 90,20 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, trennen den Titel weiterhin etwa die Hälfte des Kurses. Die Kernbotschaft der Analysten lautet damit weniger Euphorie als abwartende Zustimmung – das Potenzial ist erkannt, der Auslöser für eine Neubewertung fehlt aber noch.

Investitionsoffensive und Produktionsziele in Augsburg und Rheine

Der Kontext für die Analystenskepsis und -zuversicht zugleich liegt im operativen Geschäft: Renk hatte am vergangenen Sonntag angekündigt, die Kapazitäten in Augsburg auszubauen, seither hat die Aktie um 1,3 Prozent zugelegt. Ergänzend dazu kündigte das Unternehmen an, die Produktion von Panzergetrieben von mehr als 800 Stück im laufenden Jahr auf über 2.000 Stück bis 2030 zu steigern. Bis 2028 sollen dafür bis zu 325 Millionen Euro in Deutschland in Digitalisierung und Kapazitätsausbau fließen. Parallel dazu will Renk die jährliche Produktion von Transmissionen bis 2030 mehr als verdreifachen und den Standort Rheine mit weiteren mehr als 20 Millionen Euro ausbauen. Diese Investitionsoffensive erklärt, warum Morgan Stanley trotz eines vorsichtigen Ratings ein Kursziel deutlich über dem aktuellen Niveau ansetzt: Die Bank sieht im Aufbau von Fertigungskapazität die Grundlage für künftige Umsatzsprünge, sobald die zusätzlichen Aufträge aus dem Verteidigungssektor abgerufen werden. Die operative Basis für diese Erwartung lieferte Renk bereits im August mit den Zahlen zum ersten Halbjahr: Der Auftragseingang stieg um 29,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Auftragsbestand und Positionierung im europäischen Markt

Die Analyse der Bank stützt ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum (CAGR) von rund 20 % für die Sparte Vehicle Mobility Solutions des Unternehmens sowie eine Umsatzvisibilität von 60 % bis 80 % bis 2030. Da die Gewinnprognosen jedoch weitgehend dem Konsens entsprächen, hänge eine Neubewertung von neuen Aufträgen und größerer Klarheit bei der deutschen Rüstungsbeschaffung ab. Das Kursziel der Bank von 50 € impliziert ein potenzielles Aufwärtspotenzial von rund 15 % gegenüber dem Schlusskurs von Renk vom 3. September 2026 von 43,58 €. Das Kursziel ist eine Mischung aus einer Discounted-Cashflow-Bewertung von 51 €, die auf gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten von 8,7 % und einem Endwachstum von 3 % basiert, und einer Sum-of-the-Parts-Bewertung von 49 €, die auf dem rund 13-fachen des geschätzten EV/EBIT für 2028 und dem rund 17-fachen Kurs-Gewinn-Verhältnis beruht. Die hauseigene Analyse des Auftragsbestands von Morgan Stanley identifizierte in der Sparte VMS einen unterzeichneten Auftragsbestand für Erstausrüstung in Höhe von rund 2,2 Mrd. €, angeführt von den Programmen Leopard 2A8, K2, Ajax und Lynx, sowie ein weiteres Pipeline-Potenzial von 3,5 bis 4 Mrd. €. Nach Angaben der Analysten sind 85 % der installierten Flotte von Renk mehr als 20 Jahre alt. Die identifizierte Erstausrüstung im Wert von 3,5 bis 4 Mrd. € könnte über die gesamte Lebensdauer zu Aftermarket-Umsätzen von 12 bis 16 Mrd. € führen. Das Kapazitätsmodell von Morgan Stanley deutet auf mehr als eine Verdopplung der Getriebeproduktion hin, wobei der Aftermarket-Anteil bis 2030 etwa 45 % des VMS-Umsatzes erreichen dürfte. Der Anteil von Renk am europäischen Flottengeschäft, gemessen am Vertragswert, ist laut der Bank im Vergleich zwischen der Vorkonflikt- und Nachkonfliktzeit von rund 60 % auf etwa 75 % gestiegen.

Renk Group: Morgan Stanley startet Coverage mit Kursziel von 50 Euro
Photo: de.investing.com

Institutionelle Investoren und die Kursfrage

Parallel zu den Analystenaktionen häufen sich Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz. BlackRock meldete Anfang September einen Gesamtanteil von 4,18 Prozent an Renk, nachdem der Vermögensverwalter zuvor bei 4,06 Prozent gestanden hatte. Kurz darauf erhöhte BlackRock die zugerechneten Stimmrechte auf 3,11 Prozent, während der Gesamtanteil aus Stimmrechten und Instrumenten unverändert bei 4,18 Prozent blieb. Diese Bewegungen zeigen, dass institutionelle Adressen die Aktie trotz der jüngsten Entwicklungen im Blick behalten.

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Photo: stock-world.de
Morgan Stanley BETS on Renk: Defense Backlog Surge (Sept 7)
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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