Der Neubau für die Psychiatrie an der Salzburger Christian-Doppler-Klinik ist fertiggestellt. Das 24,5-Millionen-Euro-Projekt fasst mehrere alte Standorte unter einem Dach zusammen und verdoppelt nahezu die verfügbaren Betten. Damit reagiert das Klinikum auf den steigenden Bedarf in der Alters-Psychiatrie und optimiert die regionale Versorgung.
Der lang erwartete Neubau der psychiatrischen Abteilung an der Salzburger Christian-Doppler-Klinik ist nun offiziell fertig. Mit diesem Projekt zieht ein modernes Konzept ein, das vor allem älteren Menschen mit psychischen Erkrankungen zugutekommt. Bisher mussten Patienten oft auf acht verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilt werden, was lange Wege und einen hohen organisatorischen Aufwand bedeutete.
Bündelung der Therapien und mehr Platz für Patienten
Primar Wolfgang Aichhorn betonte bei der öffentlichen Vorstellung des Projekts die Vorteile der zentralen Unterbringung. Das war auch das Ziel, dass wir hier an einem Standort und nicht – so wie wir es vorher hatten – an acht Standorten unsere Patienten auch durch die Gegend schicken müssen und auch die Therapien hier gebündelt anbieten können
, schilderte der Primar laut dem Sender ORF. Die Zahl der verfügbaren Betten wurde durch den Neubau beinahe verdoppelt.
Auch auf die baulichen Bedürfnisse der Patienten wurde im Detail geachtet. So verfügt die Station über einen kleinen Garten im ersten Stock. Nina Leiber, die Pflegedienst-Leiterin der Psychiatrie, hob die Bedeutung der räumlichen Gestaltung hervor: Da ist wichtig, dass es in dem jeweiligen Patientenzimmer genug Platz gibt für die jeweiligen Rollatoren, Rollstühle usw., dass man hin und her kommt und dass sich die Patienten auch frei bewegen können
, so Leiber.
Steigender Bedarf in der Alters-Psychiatrie
Der Ausbau der Kapazitäten ist dringend notwendig, da die Zahl der älteren Patientinnen und Patienten kontinuierlich zunimmt. Nach Angaben der Klinik werden jährlich rund 500 Menschen im Alter von über 70 Jahren wegen psychiatrischer Probleme in der Christian-Doppler-Klinik aufgenommen. Die Ursachen für diese Aufnahmen sind vielfältig.
Primar Wolfgang Aichhorn nannte konkrete Krankheitsbilder, die im Alter vermehrt auftreten: Es sind kognitive Einbußen, Thema ist Demenz, auch das nimmt leider zu. Und oft kommt es dann auch zu Verhaltensstörungen. Aber es sind auch zahlreiche andere Erkrankungen, gerade im Alter Angststörungen, auch psychotische Erkrankungen und natürlich das große Thema der Depressionen, wo doch viele Menschen dann zum ersten Mal im Alter an einer Depression, also einer affektiven Störung, leiden
.
Voll besetzte Stellen und gesichertes Budget
Entgegen dem in vielen medizinischen Bereichen herrschenden Fachkräftemangel gibt es in der neuen Psychiatrie nach Angaben der Verantwortlichen keine Personallücken. Alle Stellen konnten besetzt werden. Die Salzburger Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) wertet dies als Zeichen für die Attraktivität des neuen Systems. Gleichzeitig wies Gutschi auf die aktuellen Personalengpässe in den Einrichtungen in Braunau und Schwarzach hin, wo das Universitätsklinikum derzeit vieles abfange und temporäre Stellenverschiebungen vorgenommen wurden.
Das vorgegebene Budget von 24,5 Millionen Euro für den Psychiatrie-Neubau wurde eingehalten. Dies betonte die Landeshauptfrau und Finanzreferentin des Landes, Karoline Edtstadler (ÖVP). Sie verwies zudem auf den im Juni präsentierten Gebäudeplan der Landeskliniken, der ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro bis zum Jahr 2040 vorsieht. Auch das über hundert Jahre alte Haus der forensischen Psychiatrie soll in diesem Rahmen bald Geschichte sein; die Abteilung wird voraussichtlich Ende dieses Jahres in einen Neubau umziehen.
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