Präsident Donald Trump hat vier engen Mitarbeitern im West Wing der US-Regierung finanzielle Zuwendungen in Höhe von insgesamt 155.000 US-Dollar gewährt. Zu den Empfängern der als Urlaubsgeschenke deklarierten Zahlungen gehören Assistentin Natalie Harp sowie drei weitere Stabmitglieder, wie aus neuen Finanzoffenlegungen hervorgeht.
Die Veröffentlichung von persönlichen Finanzberichten durch das Weiße Haus hat eine neue Diskussion über Ethikregeln im Regierungsapparat ausgelöst. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei eine Sonderzuwendung für eine Mitarbeiterin des US-Präsidenten, deren Begleitung des Staatschefs bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt hat.
Gehaltsverhältnisse hinter den 45.000-Dollar-Zuwendungen für Natalie Harp
Zu den Begünstigten zählt Natalie Harp, die als Exekutivassistentin und Sonderassistentin des Präsidenten tätig ist. Laut den behördlichen Dokumenten erhielt Harp einen Betrag von 45.000 US-Dollar, der in den Unterlagen als cash gift for the holidays
beschrieben wird. Dasselbe finanzielle Volumen floss an die Kommunikationsberaterin Margo Martin sowie an Chamberlain Harris, die als stellvertretende Direktorin der Operationen im Oval Office fungiert. Ein weiterer Mitarbeiter, Walt Nauta als Direktor für Oval Office Operationen, erhielt eine Zuwendung in Höhe von 20.000 US-Dollar.
Diese Zahlungen stehen in einem beachtlichen Verhältnis zu den regulären Dienstbezügen der Bediensteten. Harp, Martin und Harris beziehen nach Angaben aus den dem Kongress vorgelegten Personalberichten ein jährliches Gehalt von jeweils 150.000 US-Dollar. Die Weihnachtszuwendung entsprach somit rund einem Drittel ihres regulären Jahressgehalts. Walt Nauta, der ein Jahresgehalt von 175.000 US-Dollar bezieht, erhielt mit 20.000 US-Dollar eine geringere Summe. Die Offenlegungen wurden zuerst von der Washington Post publik gemacht.
Rechtliche Verteidigung des Weißen Hauses und juristische Bedenken von Ethik-Experten
Die Veröffentlichung der Dokumente rief Kritiker und Verfechter von Regierungsstandards auf den Plan. Während Bundesangestellte grundsätzlich per Gesetz davon abgehalten sind, Kompensationen außerhalb ihrer offiziellen Gehälter anzunehmen, stellte sich die Exekutive schützend vor die Zahlungen.

In einer Verlautbarung, über die unter anderem abc7.com berichtete, betonte die Behörde, dass diese Zuwendungen in keinem Zusammenhang mit den amtlichen Aufgaben der Betroffenen stünden. Sie seien daher entirely permissible
unter den geltenden ethischen und rechtlichen Standards. Diese Position wird jedoch nicht von allen Juristen geteilt.

Richard Painter, ehemaliger Chef-Ethikanwalt des Weißen Hauses unter Präsident George W. Bush, gab zu Bedenken, dass derartige Zahlungen gegen Bundesgesetze verstoßen könnten, die private Gehaltsaufstockungen für Bundesbedienstete verbieten. Don Fox, der frühere amtierende Direktor des Office of Government Ethics aus der Obama-Era, bezeichnete die Vorgänge laut Berichten von newsweek.com als problematisch, da sie Empfängern das Gefühl einer persönlichen Verpflichtung gegenüber dem Präsidenten vermitteln könnten.
Don Fox, der ehemalige amtierende Direktor des Amts für Regierungsethik, erklärte, dass diese Zuwendungen bei den Empfängern möglicherweise das Gefühl einer persönlichen Verpflichtung gegenüber dem Präsidenten hervorrufen könnten.
Natalie Harps Rolle an der Seite von Donald Trump
Die erneute öffentliche Aufmerksamkeit trifft eine Mitarbeiterin, die bereits mehrfach im Fokus der politischen Berichterstattung stand. Natalie Harp gilt als ständige Begleiterin des Präsidenten. Bekannt wurde sie vor allem dadurch, dass sie einen tragbaren Drucker mit sich führt, um positive Medienberichte und Social-Media-Inhalte für Donald Trump auszudrucken, da dieser Informationen bevorzugt auf Papier liest. MS NOW erinnerte zudem an Berichte der New York Times, wonach Harp ihn auf Golfplätzen begleitete.
Im Zuge des Wahlkampfs wurde Harp unter anderem von dem demokratischen Senator Jon Ossoff aus Georgia bei einer Kundgebung namentlich erwähnt, was die Debatte um die Arbeitsabläufe im Weißen Haus weiter anheizte. Neben Harp und Martin sind auch Chamberlain Harris und Walt Nauta im Umfeld des Präsidenten verankert. Nauta, der dem Präsidenten bereits in dessen erster Amtszeit als Kammerdiener diente, war zuvor in ein im Jahr 2023 eingeleitetes und im Jahr 2024 eingestelltes Verfahren verwickelt, während Harris Anfang dieses Jahres in die Kommission für Schöne Künste berufen wurde.
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