Hurrikan Lowell hat Hawaii am Dienstag, dem 8. September 2026, mit heftigen Winden, Starkregen und massiven Küstenüberschwemmungen getroffen. Der Sturm zog knapp westlich an Kauai vorbei, löste Treibholz- und Schlammlawinen aus, legte die Stromversorgung von Zehntausenden Haushalten lahm und erzwang den ersten Tornadowarte für den US-Bundesstaat.
Die Auswirkungen von Hurrikan Lowell trafen die westlichen hawaiianischen Inseln mit voller Wucht, obwohl das Zentrum des Sturms knapp vor der Küste blieb. Nach Angaben des National Hurricane Center in Miami zogen die Wind- und Regenbänder weit über das eigentliche Zentrum hinaus und sorgten auf Kauai und Niihau für schwere Schäden.
Großflächige Stromausfälle und schwere Zerstörungen auf Kauai
Besonders betroffen war die Insel Kauai mit ihren 73.000 Einwohnern. Die Kauai Island Utility Cooperative meldete am frühen Dienstagmorgen, dass nahezu alle Mitglieder ohne Strom waren. Landesweit registrierte der Stromversorgungs-Tracker PowerOutage.us rund 42.000 betroffene Kunden, wie CBS News berichtete.
Felsbrocken und herabgestürzte Bäume blockierten zahlreiche Straßen und schnitten ganze Nachbarschaften ab. Auf Kauai wurde ein Strandhaus von seinen Fundamenten gehoben und über die Straße versetzt. Die Bewohner erlebten eine dramatische Nacht. Es war tatsächlich ziemlich angsteinflößend, erzählte der Tourist Dave Reed, der mit Familie und Freunden anwesend war, gegenüber CBS News. Ich habe immer gesagt, ich möchte einen Hurrikan miterleben. Ich möchte es nie wieder tun.
Auch die Infrastruktur litt massiv unter den Naturgewalten. Der Wetterdienst-Doppler-Radar auf Kauai fiel während des Sturms aus und blieb bis Dienstagmorgen außer Betrieb, wie Yale Climate Connections berichtete. Die in Lihue wohnhafte Immobilienmaklerin Lori Benkert schilderte eine laute, stürmische Nacht ohne Strom, in der Bäume direkt neben ihrem Haus umstürzten. Uns geht es gut. Aber es gibt viele herabgefallene Stromleitungen.
Regenmengen und historische Tornadowarnung für Hawaii
Die Regenmengen erreichten extrem hohe Werte. In der kleinen Gemeinde Hanalei auf Kauai wurden laut CBS News bereits 17,76 Zoll (ca. 45 Zentimeter) Regen gemessen, während Meteorologen für bestimmte Regionen der Insel Vorhersagen von bis zu 24 Zoll (ca. 61 Zentimeter) trafen. Die hawaiianische Verkehrsbehörde und lokale Rettungskräfte riefen die Bevölkerung auf, die Straßen freizuhalten.

Ein historisches Element des Sturms war die erste offizielle Tornadowarnung in der Geschichte des Bundesstaates.
Winden, Evakuierungen und politische Reaktionen
Die Windgeschwindigkeiten erreichten am Lihue Airport auf Kauai im Mittel knapp über 50 mph (ca. 80 km/h), mit einzelnen Böen von bis zu 80 beziehungsweise 85 mph. Gouverneur Josh Green ordnete im Vorfeld die Schließung von Schulen und Behörden auf den drei betroffenen Inseln an und rief die Bevölkerung in einer Videobotschaft zu äußerster Vorsicht auf. Auf Kauai fanden rund 300 Menschen Zuflucht in Notunterkünften, wie der Boston Herald unter Berufung auf den Bürgermeister von Kauai County, Derek Kawakami, berichtete.

Gleichzeitig warnten die Meteorologen des National Hurricane Center, darunter Eric Blake, dass die Gefahren durch Überschwemmungen und Schlammlawinen auch nach dem Abziehen des Sturms bestehen bleiben. Parallel dazu hielten die Auswirkungen des früheren Hurrikans Marie an der kalifornischen Küste an, wo in Malibu durch meterhohe Wellen die Zufahrt eines Hauses in einen Erdfall stürzte, wie die Feuerwehr von Los Angeles County mitteilte.
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