Nach dem Auslaufen einer dreitägigen Feuerpause haben russische Luftangriffe am 8. September 2026 die ukrainische Hauptstadt Kiew getroffen. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, während US-Gesandte zuvor erfolglos Gespräche in Moskau und Kiew geführt hatten.
Angriffe auf Kiew nach Ablauf der Feuerpause
Russland hat die Angriffe auf Kiew unmittelbar nach dem Ablauf einer vereinbarten Kampfpause wieder aufgenommen. Die von Staatschef Wladimir Putin angeordnete Feuerpause für die Hauptstädte war am Montagabend nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass ausgelaufen. Nach Angaben der Kiewer Stadtverwaltung forderten die Luftangriffe mindestens zwei Todesopfer, sieben weitere Personen wurden verletzt.
Zwei Wohngebäude wurden durch die Angriffe früh am Dienstag beschädigt, wie Stadtbeamte in Kiew mitteilten. Drohnen trafen Gebäude in der Hauptstadt sowie in den Bezirken Boryspil und Fastiv an den Rändern von Kiew, so der Staatliche Notstandsdienst der Ukraine. Ein von der Kiewer Stadtverwaltung veröffentlichter Luftalarm forderte die Bewohner auf, wegen der Drohnenangriffe Schutz zu suchen. Herabfallende Trümmerteile beschädigten zudem zwei Mehrfamilienhäuser und lösten Brände aus, während Bürgermeister Vitali Klitschko die Zahl der Verletzten in der Stadt mit sechs bezifferte. Die Rettungskräfte befanden sich im Großeinsatz.
Diplomatische Bemühungen von Witkoff und Kushner
Der Wiederaufnahme der Angriffe ging ein dreitägiger Besuch voraus, bei dem die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sowohl nach Moskau als auch nach Kiew gereist waren, während Kämpfe andernorts weitergingen. Die Angriffe hatten pausiert, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Waffenruhe während der Besuche der Gesandten von US-Präsident Donald Trump über das Wochenende angekündigt hatten. Witkoff und Kushner hielten Gespräche mit Offiziellen in Moskau und Kiew über die Beendigung des Konflikts ab, den Russland im Februar 2022 mit einer groß angelegten Invasion seines Nachbarn begonnen hatte.
In Moskau trafen die US-Unterhändler zu einem mehr als dreistündigen Gespräch mit Kreml-Aussenpolitikberater Juri Uschakow zusammen, das Uschakow als hochgradig nützlich bezeichnete. Am 5. September 2026 wurden Kushner und Sondergesandter Witkoff im Kreml von Präsident Putin empfangen. Auch nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj äußerte sich Steve Witkoff als US-Sondergesandter via Aljazeera dahin gehend, dass man eine sehr bedeutsame und inhaltsreiche sowie wichtige Diskussion geführt habe, dass man sehr ermutigt sei und sich darauf freue, dies so lange wie nötig fortzuführen.
Trotz dieser Gespräche blieben greifbare Fortschritte in Richtung Frieden nach den Besuchen der US-Gesandten zunächst aus. Witkoff sprach zudem die Aussicht an, dreiseitige Verhandlungen zur Beendigung des Krieges wiederzubeleben. Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die nächsten Schritte in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Drohnenangriffe auf Saratow und Schutzmaßnahmen in Polen
Die Kampfhandlungen beschränkten sich nicht auf die ukrainische Hauptstadt. Die Zahl der Opfer blieb dabei unbestätigt.

Als Reaktion auf das Geschehen ließ das Nachbarland Polen Kampfflugzeuge aufsteigen. Die Streitkräfte teilten mit, dass dies dem Schutz des eigenen Luftraums vor einer möglichen Luftraumverletzung diene.