Kanada hat am 8. September 2026 Gegenmaßnahmen in Kraft gesetzt und belegt US-Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar mit Zöllen von bis zu 50 Prozent. Dieser Schritt folgt auf das Scheitern von Handelsverhandlungen und Washingtons Zölle auf kanadische Ausfuhren, womit sich der Handelskrieg zwischen den beiden Nachbarn drastisch verschärft.
Inkrafttreten der kanadischen Gegenmaßnahmen und betroffene Waren
Die Handelsspannungen zwischen Ottawa und Washington haben eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am Dienstag aktivierte die kanadische Regierung ihre Gegenzölle für US-Importe, die ein Volumen zwischen 20 Milliarden und 27,6 Milliarden US-Dollar umfassen. Die Maßnahmen richten sich gegen mehr als 700 Produktkategorien, wobei die Sätze je nach Sektor zwischen 15 und 50 Prozent variieren.

Stahl und Aluminium aus den Vereinigten Staaten sind nun mit einem Sonderzoll von 50 Prozent belegt. Molkereiprodukte und Haushaltsgeräte treffen Zölle in Höhe von 25 Prozent, während Elektronikartikel mit 15 Prozent vergleichsweise moderat belastet werden, wie aus aktuellen Berichten hervorgeht. Die Zölle wurden anhand von Handelsdaten aus dem Jahr 2024 berechnet und machen fast 4,5 Prozent der kanadischen Einfuhren aus dem südlichen Nachland aus.
Gescheiterte Verhandlungen und die politische Eskalation
Die Vergeltungsmaßnahmen sind die direkte Antwort auf US-Präsident Donald Trumps Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Exporte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar, die am 22. August in Kraft getreten waren. Die Handelsgespräche brachen am Freitagabend zusammen, als Premierminister Mark Carney die Verhandlungen nur Stunden vor dem Inkrafttreten der US-Zölle abbrach.

Carney erklärte ferner, die US-Seite habe während der Gespräche versucht, kanadische Kernindustrien wie die Automobilbranche sowie Stahl und Aluminium zu schädigen. Von US-amerikanischer Seite betonte der Handelsbeauftragte Jamieson Greer in einem Interview mit Fox News, dass man Kanada das beste Angebot unterbreitet habe, dieses jedoch abgelehnt worden sei (We offered them the best deal, they looked at it square in the face and turned around
). Greer warnte vor weiteren Schritten und deutete in einem separaten Interview mit dem kanadischen Sender CBC an, dass die USA im Gegenzug Importe bestimmter kanadischer Produkte verbieten könnten. US-Präsident Donald Trump drohte am Montag zudem, das in beiden Ländern gelegene Lake Ontario in „Lake Americaumzubenennen, und erklärte in einem Truth Social-Post:
Canada has been ripping off the United States for years. On trade, and in other ways, also, they are among the worst nations in the world to deal with. They feel entitled and yet, WE DON’T NEED CANADA, THEY NEED US!“ Industrieministerin Melanie Joly erklärte zu den Gegenmaßnahmen, dass diese primär darauf abzielen, kanadische Unternehmen zu schützen, aber auch politischen Druck vor den Zwischenwahlen in den USA am 3. November ausüben sollen.
Finanzielle Unterstützung für betroffene Unternehmen und Arbeiter
Um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern, hatte die kanadische Regierung bereits am 25.
Our dollar-for-dollar, rate for rate counter-tariffs as well as a multi-billion dollar support package will protect workers, farmers, families, and businesses.
Zusätzlich kündigten Premierminister Mark Carney, Finanzminister François-Philippe Champagne und drei weitere Kabinettsmitglieder Details zu Unterstützungsmaßnahmen für die von den Zöllen betroffenen Arbeiter an.
Scharfe Rhetorik und politische Spannungen zwischen den Regionen
Begleitet wird der wirtschaftliche Schlagabtausch von heftigen verbalen Auseinandersetzungen. US-Präsident Trump forderte kanadische Führungspersönlichkeiten auf, sich einzureihen („fall in line) oder Konsequenzen zu tragen, die
far WORSEseien als die bestehenden Zölle. Premierminister Carney betonte im Gegensatz dazu, dass Kanada nicht akzeptieren werde, wie eine amerikanische Tochtergesellschaft behandelt zu werden (
An attitude at the negotiation table that Canada is a subsidiary of the United States“ ist not something we're going to accept
).
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte am Donnerstag zudem, dass der Ball nun bei Kanada liege (the ball is in Canada's court
) und die Kommunikation seit dem Zusammenbruch der Gespräche spärlich gewesen sei. Unterdessen bleiben die wirtschaftlichen Folgen für Branchen wie die Holz- und Möbelindustrie sowie die Molkereiwirtschaft der zentrale Belastungstest für die Regierung unter Mark Carney.
Weiterlesen