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Welt

DAX behauptet sich über 26.000 Punkten vor EZB-Zinsentscheidung

Nach einem Sprung zurück über die wichtige Marke von 26.000 Punkten muss sich der deutsche Leitindex DAX in der neuen Woche auf hohem Niveau behaupten. Zwar gilt der September an den Börsen traditionell als eher schwacher Monat, doch zeigen die Kurse nach Einschätzung von Experten des Index Radar bislang eine größere Widerstandskraft, als der saisonale Fahrplan vermuten lässt. Von seinem Ende August erreichten Rekordhoch bei 26.618 Punkten hatte sich der Dax zwischenzeitlich knapp 900 Zähler entfernt, konnte sich jedoch vor dem Wochenende wieder über der psychologisch wichtigen Hürde festsetzen.

DAX behauptet sich über der Marke von 26.000 Punkten

Marktbeobachter verweisen auf eine Reihe von Einflussfaktoren. So gab CapTrader-Chefmarktanalyst Timo Emden zu bedenken, dass Anleger den Sorgencocktail aus geo- und geldpolitischen Unwägbarkeiten fürs Erste zwar abgeschüttelt hätten, die Gemengelage jedoch fragil bleibe. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners verwies darauf, dass sich nach jüngsten Aussagen des US-Präsidenten und seines Vizes eine gewisse Hoffnung eingestellt habe, wonach die aktuelle Eskalation zeitlich begrenzt bleiben könnte. Die Preise für Öl und Gas hatten sich daraufhin stabilisiert.

Im Fokus: EZB-Zinsentscheidung und Konjunkturdaten

Ein zentrales Highlight der Woche ist die am Donnerstag anstehende Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach Einschätzung von Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management, ist eine Zinserhöhung der EZB um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent inzwischen weitgehend Konsens. Viel spannender sei jedoch die Frage, welche Schritte danach folgen könnten. Edgar Walk hält einen weiteren Zinsschritt im Dezember für durchaus wahrscheinlich. Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen ergänzte, dass die jüngsten positiven Konjunkturdaten zusätzlichen Spielraum für eine weitere Straffung bieten.

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Photo: ariva.de

Demgegenüber warnte Eckhard Schulte von MainSky Asset Management, dass Zinsschritte über den September hinaus das Ende der gerade einsetzenden zyklischen Erholung der Euro-Konjunktur bedeuten könnten. Noch größere Aufmerksamkeit richten Investoren zudem auf die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der Folgewoche. Als wichtige Indikatoren gelten hierfür die anstehenden US-Inflationsdaten sowie der zuvor veröffentlichte, überraschend robuste US-Arbeitsmarktbericht für August, der laut Marktanalysten keine größeren Zinsängste ausgelöst hatte.

Politische Entwicklungen und Energiemarkt im Blick

Neben der Geldpolitik rücken auch innenpolitische Ereignisse in den Fokus der Marktakteure, darunter die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Martin Lück, Chef-Kapitalmarktstratege des Vermögensverwalters Franklin Templeton, betonte, dass aus Investorensicht Zweifel an der europäischen Einbindung, der fiskalischen Verlässlichkeit oder der Kontinuität der Energie- und Industriepolitik problematisch wären. Sachsen-Anhalt, das auf neue Investitionen und qualifizierte Beschäftigte angewiesen sei, könne sich solche Zweifel nur schwer leisten.

DAX behauptet sich über 26.000 Punkten vor EZB-Zinsentscheidung
Photo: finanznachrichten.de

Zugleich bleibt der Energiemarkt ein entscheidender Faktor für die Anlegerstimmung, nachdem die Ölpreise im Zuge des wieder aufflammenden Konflikts im Iran zuletzt gestiegen waren. Die Rohöl-Sorte Brent verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 96,93 Dollar je Barrel, während US-Öl WTI ebenfalls um 0,7 Prozent auf 92,14 Dollar kletterte. Ob der Dax oberhalb von 26.000 Punkten weitere Käufer findet oder ob erneut Gewinnmitnahmen einsetzen, muss sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern in den kommenden Handelstagen zeigen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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