Die NASA hat das Deep Space Network mit einer neuen 34-Meter-Antenne am Standort Goldstone in der kalifornischen Wüste erweitert. Die am 3. August 2026 in Betrieb genommene Deep Space Station 23 soll die stark beanspruchte Kommunikationskapazität für mehr als 40 Raumsonden im Sonnensystem und im interstellaren Raum verbessern.
Das globale Kommunikationsnetzwerk der US-amerikanischen Weltraumbehörde für weit entfernte Missionen bekommt spürbaren Zuwachs. Mit der Inbetriebnahme der neuen Radiofrequenz-Antenne am Komplex in Goldstone in der Nähe von Barstow reagiert das Programm auf den stark gestiegenen Bedarf der interplanetaren Raumfahrt. Wie Space berichtet, nutzen mittlerweile mehr als 40 Raumsonden zur Erkundung des Sonnensystems und des interstellaren Raums das System. Dazu gehören historische Missionen wie Voyager 1, Voyager 2 und New Horizons.
Strategische Dreiteilung und steigende Belastung durch Artemis
Das Deep Space Network stützt sich traditionell auf drei strategisch günstig im weltweiten Abstand von etwa 120 Längengraden verteilte Komplexe: Goldstone in Kalifornien, Madrid in Spanien und Canberra in Australien. Durch diese strategische Platzierung der drei Standorte wird eine konstante Kommunikation mit Raumsonden ermöglicht, während sich die Erde dreht. Sinkt eine ferne Sonde an einem Standort unter den Horizont, übernimmt nahtlos die nächste Anlage das Signal.
Dennoch stößt das Netzwerk seit Jahren an seine Belastungsgrenze. Verantwortliche wie Brad Arnold, Manager des Deep Space Networks am Jet Propulsion Laboratory der NASA, warnten bereits seit 2021 vor wachsenden Engpässen. Wir versuchen, Kapazität und mehr Antennen hinzuzufügen, aber wir können mit der derzeitigen Nachfrage nicht Schritt halten, sodass Missionen mit weniger Verfügbarkeit rechnen müssen, erklärte Arnold während einer Präsentation, wie Space berichtete. Als besonderen Belastungsfaktor nannte er das bemannte Mondprogramm, das als der Gorilla im Raum den Vorrang genieße.
Das wird letztendlich unsere Fähigkeit beeinträchtigen, den Rest der Missionen zu bedienen. Brad Arnold, DSN-Manager am Jet Propulsion Laboratory, via Space
Der Vorrang für bemannte Flüge ergibt sich aus der Natur des Netzwerks, das sowohl Roboter- als auch Astronautenmissionen betreuen muss.
Deep Space Station 23: Verzögerungen und gestiegene Kosten
Die neu eingeweihte Antenne trägt die Bezeichnung Deep Space Station 23 (DSS-23) und ist das fünfte von insgesamt sechs neuen 34-Meter-Geräten, die im Rahmen des Aperture Enhancement Project errichtet werden. Dieses Modernisierungsprogramm startete im Jahr 2009.

Der Ausbau verlief allerdings nicht ohne finanzielle und zeitliche Hürden. Ein Bericht des NASA-Büros des Generalinspektors aus dem Jahr 2015 veranschlagte die Gesamtkosten des Projekts ursprünglich auf 362,4 Millionen US-Dollar. Bis zum Beginn des Haushaltsjahres 2023 kletterten die voraussichtlichen Ausgaben jedoch um 68 Prozent auf 706 Millionen US-Dollar. Zudem hinkt das Vorhaben dem ursprünglichen Zeitplan um knapp fünf Jahre hinterher. Die Fertigstellung der sechsten und damit letzten geplanten Antenne – der Station DSS-33 im australischen Canberra – wird nun für das Jahr 2029 angestrebt.
Parallele Großprojekte wie das Weltraumteleskop Roman
Die Dringlichkeit verlässlicher Kommunikationsstrukturen zeigt sich an aktuellen Flaggschiff-Missionen. Erst kürzlich startete das Nancy Grace Roman Space Telescope an Bord einer Falcon Heavy von der Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida in Richtung seines Zielorbits im Lagrange-Punkt L2, rund eine Million Meilen von der Erde entfernt.

Für die Verantwortlichen im Weltraumprogramm bleibt die Balance zwischen bemannten Artemis-Anforderungen und den wissenschaftlichen Entdeckungsreisen im tiefen All eine strukturelle Herausforderung. August mit der Nachverfolgung des Chandra X-ray Observatory ihren Betrieb aufnahm, zeigt der Blick auf das Jahr 2029, dass der Netzausbau die Kapazitätsgrenzen der kommenden Dekade erst noch langfristig abfedern muss.
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