Eine Sicherheitslücke in WhatsApp ermöglicht Fremden den Zugriff auf private Fotos auf gesperrten Android-Geräten über einen einfachen Videoanruf. Sicherheitsforscher Jose Rodriguez deckte den Fehler auf, der im September 2026 gemeldet wurde. Google und Meta arbeiten an einem Patch, während Nutzer selbst Berechtigungen einschränken können.
Wer sein Smartphone verliert oder kurz unbeaufsichtigt liegen lässt, vertraut auf die Displaysperre. Doch eine neu bekannt gewordene Sicherheitslücke bei WhatsApp umgeht diesen Schutzmechanismus gezielt auf bestimmten Android-Geräten. Ohne dass eine PIN oder ein Fingerabdruck zur Entsperrung nötig ist, verschafft ein eingehender Videoanruf Angreifern vor Ort den direkten Blick in die persönliche Fotogalerie.
Wie der Videoanruf die Displaysperre umgeht
Das Einfallstor ist kein digitaler Fernangriff aus der Distanz, sondern erfordert stets den physischen Zugriff auf das Smartphone. Der von Sicherheitsforscher Jose Rodriguez öffentlich gemachte und an Meta sowie Google gemeldete Fehler läuft nach einem exakten Schema ab, wie mehrere Tech-Portale übereinstimmend berichten.
Zuerst muss ein WhatsApp-Videoanruf auf dem betroffenen Gerät angenommen werden. Anschließend öffnet die Person am anderen Ende der Leitung im Video das Effektmenü und wählt dort unter dem Punkt Hintergründe
die Option Mit Meta AI erstellen
. Ein Klick auf Foto bearbeiten
öffnet schließlich die komplette Fotogalerie des Nutzers.
Das System bleibt dabei im Kern geschützt: Der Rest des Betriebssystems und andere Apps oder Einstellungen lassen sich auf diese Weise nicht entsperren. Dennoch reicht der Einblick in die Galerie aus, damit Fremde sensible Aufnahmen mit einem zweiten Gerät abfotografieren können.
Betroffene Android-Modelle und Reaktionen der Konzerne
Die Schwachstelle betrifft keineswegs alle Smartphones gleichermaßen. Zu den Geräten, bei denen der Zugriff auf die Fotos im Test funktionierte, gehören ein Sony Xperia sowie Modelle von Google Pixel und Oppo. iPhones sind nach den vorliegenden Berichten von dem Fehler nicht betroffen.
Die Brisanz zeigt sich im Alltag: Liegt das Smartphone auf einer Party, im Büro oder zu Hause auf dem Tisch und jemand nimmt während eines Anrufs kurz den Zugriff vor, stehen private Aufnahmen offen. Meta hat bereits angekündigt, einen Patch auszurollen, um die Lücke zu schließen. Bis das entsprechende Update auf den Geräten ankommt, sollten Nutzer sicherstellen, dass WhatsApp auf dem neuesten Stand ist.
So schützen Sie Ihre Fotos vor dem unbefugten Zugriff
Wer das Eintreffen des offiziellen Updates nicht abwarten will, kann selbst Gegenmaßnahmen ergreifen. In den Android-Einstellungen lässt sich unter dem Pfad Apps, WhatsApp und Berechtigungen der Zugriff auf Fotos und Videos entweder komplett oder stark eingeschränkt verweigern. Zwar schränkt dies den Komfort ein, wenn man rasch Bilder an Kontakte versenden möchte, es schließt jedoch das Risiko aus, dass Fremde bei einem Videoanruf in die Galerie blicken.