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Unternehmen

Shein verzeichnet schwaches Börsendebüt in Hongkong

Der E-Commerce-Riese Shein hat bei seinem lang erwarteten Gang an das Parkett in Hongkong ein verhaltenes Debüt hingelegt. Das für seine extrem niedrigen Preise und schnell produzierte Kleidung bekannte Unternehmen verzeichnete deutliche Kursverluste, nachdem regulatorische Hürden vorherige Versuche für Börsenpläne in New York und London hatten scheitern lassen, wie unter anderem taz.de berichtete. Zeitweilig sackte die Aktie der in Singapur ansässigen und mit Produktion in China agierenden Plattform ab, und der Kurs schloss nach Angaben von MarketScreener Deutschland zuletzt mehr als 20 Prozent unter dem Ausgabepreis.

Shein verzeichnet schwaches Börsendebüt in Hongkong

Mit dem Listing in Hongkong zielte Shein darauf ab, frisches Kapital zu beschaffen. Nach Angaben aus dem Prospekt nahm das Unternehmen durch den Börsengang 1,74 Milliarden USD ein und verfügte über 15 Milliarden USD an Barmitteln. Insgesamt wurde der Konzern bei seiner Bewertung auf rund 27 Milliarden Dollar beziehungsweise umgerechnet etwa 22,6 Milliarden Euro taxiert. Dies liegt allerdings rund 70 Prozent unter dem privaten Spitzenwert von fast 100 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2022, als das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde deutlich höher bewertet worden war.

Geschäftsmodell steht unter finanziellem und regulatorischem Druck

Analysten und Branchenexperten führen die skeptische Haltung von Investoren auf handfeste finanzielle Risiken und ein verlangsamtes Wachstum zurück. Im ersten Quartal 2026 verlangsamte sich das Umsatzwachstum auf 1,1 Prozent, nach einem Wachstum von 8 Prozent im Gesamtjahr 2025. Zuletzt schlug zudem ein Quartalsverlust von 99 Millionen Dollar zu Buche.

Ankleidepuppen mit dem Shein-Logo
Photo: taz.de

Zu den wesentlichen Belastungen des Geschäftsmodells gehören geänderte Rahmenbedingungen im internationalen Handel:

  • Die Abschaffung des zollfreien „de minimis“-Zugangs für Kleinsendungen durch die USA, auf die US-Präsident Donald Trump hinwirkte.
  • Die Einführung eines EU-Zolls von 3 Euro pro Artikel für Sendungen aus Ländern außerhalb der EU mit einem Wert von weniger als 150 Euro Anfang Juli, um die Paketflut einzudämmen.
  • Neue Regeln für Wegwerfmode in Frankreich, die darauf abzielen, „Ultra-Fast-Fashion“-Artikel deutlich zu verteuern.
  • Zunehmende Hürden in den Bereichen Nachhaltigkeit, Datenschutz, Urheberrecht und Wettbewerb, auf die Ken Pucker von der Tufts University hinwies.

Laut dem E-Commerce-Experten Juozas Kaziukenas werde angesichts dieser Entwicklungen die nahe Zukunft des Unternehmens von negativem Wachstum geprägt sein.

Strategische Akquisitionen und Vorbehalte wegen der Lieferkette

Um das Wachstum anzukurbeln und sich von der ins Stocken geratenen Umsatzdynamik zu erholen, setzt Shein auf eine von Übernahmen getriebene Phase. So bestätigte das Unternehmen in seinem Prospekt den Plan, die US-Marke Everlane für 80 Millionen US-Dollar zu übernehmen, was laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle als Testlauf für eine breitere Akquisitionsstrategie in unterschiedlichen Preissegmenten dienen soll. Bereits 2023 hatte Shein den britischen Fast-Fashion-Händler Missguided übernommen.

Shein-Börsendebüt floppt: Bedeutet das das Aus für Ultra-Fast Fashion
Photo: Euronews

Die Expansionspläne stoßen jedoch auf Reputationshürden und Kritik von Verbrauchern sowie Investoren. Wie Euronews berichtete, gab es im Vorfeld und im Zuge des Börsengangs massive Vorbehalte wegen der weltweiten Lieferketten und der Umweltauswirkungen der Kleidung. Berichte über Arbeitsbedingungen in den Fabriken – darunter Recherchen zu überlangen Arbeitszeiten – sowie Untersuchungen zu Schadstoffbelastungen in Kleidungsstücken trugen zu einer kritischen öffentlichen Wahrnehmung bei, die Investoren laut Analysten bislang noch nicht eingepreist haben.

Aktien von Fast-Fashion-Gigant Shein rutschen bei Börsendebüt in Hongkong ab
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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